Lebensmittel, Handel

«Pint-große Flaschen waren ein Opfer des Feldzugs der EU»: London stellt mit dem Brexit offenbar EU-Regeln und -Normen auf den Prüfstand.

24.12.2021 - 12:31:26

Nach Brexit - Bericht: Großbritannien will Pint-Sektflasche zurückbringen. Für eine besondere Sektgröße könnte das ein Comeback bedeuten.

London - Rund ein Jahr nach dem finalen Bruch mit der Europäischen Union wollen die Briten einem Bericht zufolge ihre neuen Freiheiten nutzen, um Sektflaschen mit dem Volumen eines Pint-Glases wieder einzuführen.

«Pint-große Flaschen waren ein Opfer des Feldzugs der EU gegen imperiale Maßeinheiten, die in unserem Land weit verbreitet und bekannt sind», sagte eine nicht-genannte Regierungsquelle dem «Telegraph», . «Jetzt, wo wir die EU verlassen haben, können wir solche Regeln loswerden.» Die Regierung arbeite daran, diese zu ändern.

Nach EU-Normen werden Wein und Sekt in 0,75-Liter-Flaschen verkauft, kleinere Varianten sind die sogenannte halbe Flasche (0,375 Liter) und der Piccolo (0,2 Liter).

Der Pint-Sekt hatte einen prominenten Fan

Dem Bericht zufolge sollen früher rund 60 Prozent des im Vereinigten Königreich verkauften Sekts in Pint-großen Flaschen verkauft worden sein. Das sogenannte «Imperial Pint» umfasst 0,568 Liter, es gibt allerdings auch eine kleinere Version, das «Modern Pint», mit 0,5 Litern.

Ein großer Fan der «Pint Bottle of Champagne» war Ex-Premierminister Winston Churchill, der Großbritannien unter anderem im Zweiten Weltkrieg regierte. Über seine Ehefrau soll er laut «Telegraph» einst gesagt haben: «Clemmie denkt, dass eine große Flasche zu viel für mich ist, aber ich weiß, dass eine halbe nicht genug ist, um mein Gehirn zu reizen». Das Pint-Maß sei daher die «ideale Größe».

Außenministerin Liz Truss, die neuerdings für die Beziehung Großbritanniens zur EU zuständig ist, soll mehrere aus EU-Zeiten übrig gebliebene Regeln und Normen unter die Lupe nehmen wollen. Die neuen, alten Sektflaschen könnten bereits im kommenden Jahr wieder in den Verkauf kommen.

Im Sommer hatte die britische Regierung bereits den Weg dafür freigemacht, dass Lebensmittelhändler wieder imperiale Maßeinheiten wie Unzen und Pfund als Angabe von Gewichten nutzen.

@ dpa.de