Photovoltaik 2026: Steuervorteil hebt Rendite auf 12–13 Prozent
09.06.2026 - 00:39:18 | boerse-global.de
Die Renditeerwartungen liegen bei sechs bis acht Prozent vor Steuern.
Durch den gezielten Einsatz steuerlicher Instrumente lässt sich die Nettorendite auf bis zu 12 bis 13 Prozent steigern. Wesentliche Faktoren: der Investitionsabzugsbetrag von 50 Prozent, eine Sonderabschreibung von 40 Prozent und die degressive Abschreibung von 15 Prozent.
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Institutionelle Anleger im Vorteil
Für institutionelle Investoren bieten PV-Direktinvestments ab 150 Kilowatt-Peak (kWp) einen internen Zinsfuß nach Steuern von sechs bis zehn Prozent. Die Modulpreise sind auf einem historischen Tief: zwischen 900 und 1.150 Euro pro kWp.
Die EEG-Vergütung sorgt für Planungssicherheit: 20 Jahre lang gibt es 6,2 Cent pro Kilowattstunde. Das macht die Kalkulation berechenbar.
Was darf eine Anlage kosten?
Das Institut für Agrarökonomie der LfL Bayern hat die tragbaren Anschaffungskosten für Dachanlagen mit Volleinspeisung berechnet. Bei einem Renditeziel von sechs Prozent liegen die maximalen Kosten zwischen 919 Euro pro kWp an schwächeren Standorten und 1.143 Euro pro kWp an sehr guten Standorten.
Wer zehn Prozent Rendite anpeilt, muss die Kosten auf 777 bis 967 Euro pro kWp drücken. Hintergrund: Eine geplante EEG-Novelle sieht ab August 2027 einen einheitlichen Wert von 6,2 Cent pro Kilowattstunde vor, mit halbjährlicher Degression von einem Prozent.
Politik ändert die Rahmenbedingungen
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz. Das bisher vorgesehene Verbot fossiler Heizungen ab 2045 soll gestrichen werden. Ziel ist ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050.
Ein Stufenmodell für grüne Brennstoffe ist geplant: ab 2029 mit zehn Prozent Anteil, bis 2040 steigend auf 60 Prozent. Die erste Lesung des Gesetzentwurfs im Bundestag ist für den 11. Juni 2026 angesetzt.
Die Bundesnetzagentur reformiert zudem die Netzentgelte ab 2029. Für PV-Besitzer ist ein höherer Grundpreis im Gespräch, gedeckelt auf unter 100 Euro pro Jahr. Balkonkraftwerke bleiben ausgenommen. Betreiber großer Solar- und Windparks sowie Großspeicher müssen mit neuen Entgelten von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich rechnen.
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Vorsicht bei der Projektauswahl
Trotz der steuerlichen Attraktivität raten Experten zur Sorgfalt. Frank Finanzplanung betont: Entscheidend sind eine plausible Planunterlage und ein kundenfreundlicher Zahlplan – Zahlungen erst bei tatsächlicher Inbetriebnahme.
Auch die intelligente Stromvermarktung über Bilanzkreismodelle in Kombination mit Batteriespeichern gewinnt an Bedeutung.
Schattenseite des Booms
Dass der Markt auch für etablierte Spieler Risiken birgt, zeigt der Projektentwickler ABO Energy. Das Unternehmen steckt in einer Finanzierungskrise und hat für den 9. Juli 2026 eine außerordentliche Hauptversammlung angekündigt. Grund: der Verlust der Hälfte des Grundkapitals.
Projektverschiebungen und Wortberichtigungen werden als Ursachen genannt. Eine Sanierungsfinanzierung muss bis Ende Juli 2026 gesichert sein.
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