Indikatoren, China

PEKING - Die Stimmung in Chinas Industrie ist zwei geteilt: In den Chefetagen mittlerer und privater chinesischer Unternehmen ist die Laune aktuell eingetrübt, während die großen und staatlich dominierten chinesischen Industriekonzerne überraschend optimistisch nach vorne schauen.

02.04.2018 - 10:45:24

China: Gemischtes Bild bei Industrie-Stimmung. Dies geht aus den über das Osterwochenende veröffentlichten Stimmungsindikatoren hervor.

Der Einkaufsmanagerindex des Wirtschaftsmagazins "Caixin" fiel nach Angaben vom Montag im März überraschend auf 51 Punkte - den tiefsten Stand seit November 2017. Im Februar hatte der wichtige Frühindikator für die Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft bei 51,6 Punkten gelegen. Experten hatten auch mit einem Anstieg auf 51,7 Punkten für März gerechnet.

Bei den großen Konzernen dagegen ist die Stimmung im März besser geworden als Experten erwartet hatten. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg von 50,3 auf 51,5 Punkte, wie das chinesische Statistikamt am Samstag in Peking mitteilte. Volkswirte hatten nur mit einem Indexwert von 50,6 Zählern gerechnet.

Werte über 50 bei dem wichtigen Konjunkturindikator deuten auf eine gute Stimmung in den Chefetagen der Industriebetriebe hin, während ein PMI darunter eine schlechtere Geschäftsentwicklung erwarten lässt.

Chinas Wirtschaft hatte im abgelaufenen Jahr Stärke gezeigt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft wuchs nach Angaben von Mitte Januar im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2016 um 6,9 Prozent, womit das Wachstum erstmals seit 2010 wieder anzog. Der Anstieg fiel damit höher aus als Volkswirte und auch die Regierung erwartet hatten.

Beobachter bewerteten den Aufschwung jedoch mit gemischten Gefühlen. Es seien vor allem alte Rezepte, die Peking das kräftigte Wachstum bescheren: Der zuvor schwächelnde Außenhandel zog im vergangenen Jahr wieder an und auch der Bausektor boomt dank sprudelnder Kredite. Wichtige Reformen würden aber nach wie vor zugunsten stabiler Wachstumszahlen auf die lange Bank geschoben.

@ dpa.de

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