China, Volkswirtschaft

PEKING - Der Zollstreit mit den USA und das langsamere Wirtschaftswachstum haben den chinesischen Außenhandel am Jahresende stark belastet.

14.01.2019 - 09:09:23

Chinas Außenhandel bricht zum Jahresende ein. Die in US-Dollar gemessenen Exporte gingen im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,4 Prozent zurück, wie die Regierung am Montag in Peking mitteilte. Die Importe verringerten sich noch stärker um 7,6 Prozent. Zudem wurden die Daten für November schwächer ausgewiesen als bisher bekannt.

Experten hatten für das Jahresende zwar mit einem schwächeren Außenhandel gerechnet, allerdings sowohl für die Aus- als auch die Einfuhren leichte Zuwächse erwartet. Ex- und Importe entwickelten sich im Dezember so schlecht wie seit etwa zwei Jahren nicht mehr.

Die Bilanz für das Gesamtjahr 2018 war dagegen weniger trübe: Die Ausfuhren Chinas stiegen im Vergleich zum Vorjahr um knapp zehn Prozent, die Einfuhren erhöhten sich um knapp 16 Prozent. Allerdings war der Ausfuhrüberschuss der geringste seit fünf Jahren, was ebenfalls als Schwächezeichen gelten kann.

Die schwache Entwicklung des Außenhandels dürfte sowohl auf Gründe außerhalb wie innerhalb Chinas zurückgehen. Die Abschwächung der Weltwirtschaft in den vergangenen Monaten sorgt für eine geringere Auslandsnachfrage nach chinesischen Waren. Auf der anderen Seite sind die schwachen Einfuhren Chinas ein Spiegelbild der sich abschwächenden Binnennachfrage. Allerdings spielt hier auch die Funktion Chinas als "Werkbank der Welt" eine Rolle: So führt China Vorleistungsgüter und Rohstoffe aus anderen Ländern ein, um diese weiter zu verarbeiten.

An den Finanzmärkten wurden bestehende Konjunkturängste durch die Zahlen verstärkt. In Asien reagierten die meisten Börsen mit Kursverlusten. Am Devisenmarkt gaben der australische und der neuseeländische Dollar nach, weil Australien und Neuseeland enge Handelsverbindungen mit China pflegen. Zusätzlich belastet wurde die Stimmung durch schwache Zahlen zu den Autoverkäufen in China: Nach Zahlen vom Montag gingen die Verkäufe im Gesamtjahr 2018 zum ersten Mal seit 28 Jahren zurück. Die Zahlen nährten Spekulationen auf weitere konjunkturelle Stützungsmaßnahmen der chinesischen Regierung.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

DAVOS/Merkel: Industrieländer haben Verantwortung für das Klima. "Ich bin zutiefst überzeugt, dass die Klimaveränderung für uns, für die gesamte Welt, eine Riesenbedeutung hat", sagte sie am Mittwoch beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die Industrieländer hätten die Fähigkeit und auch die Verantwortung, Technologien zu entwickeln, von denen andere dann profitieren könnten. DAVOS - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Industrieländer aufgefordert, ihrer Verantwortung für das Weltklima gerecht zu werden. (Wirtschaft, 23.01.2019 - 15:13) weiterlesen...

DAVOS: Merkel für Reform internationaler Organisationen. Beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos sagte Merkel am Mittwoch, die internationale Ordnung gerate unter Druck. Länder wie China und Indien beeinflussten die Weltwirtschaft inzwischen viel stärker. Wenn ein bestehendes System aber zu langsam darauf reagiere, sei die Folge, dass sich andere Institutionen bildeten. DAVOS - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine Reform internationaler Organisationen ausgesprochen. (Wirtschaft, 23.01.2019 - 15:01) weiterlesen...

VW-China-Chef Wöllenstein wird Markenvorstand. WOLFSBURG - Der Chef des VW -Chinageschäfts, Stephan Wöllenstein, wird Mitglied des Vorstands der Marke Volkswagen Pkw. Wöllenstein, der seit 2016 in Peking das Chinageschäft der Marke steuere, werde zum 1. Februar in den Vorstand berufen, teilte Volkswagen am Mittwoch mit. Jochem Heizmann, der bisherige China-Vorstand, wechselte Mitte Januar in den Ruhestand. Konzernchef Herbert Diess hob die langjährige Erfahrung Wöllensteins in China hervor. Der 55 Jahre alte promovierte Diplom-Kaufmann arbeitet den Angaben zufolge seit 23 Jahren im Konzern. VW-China-Chef Wöllenstein wird Markenvorstand (Boerse, 23.01.2019 - 13:17) weiterlesen...

Merck schließt Allianz mit Tech-Riese Tencent in China. Dazu unterzeichneten die beiden Firmen am Mittwoch eine Absichtserklärung, wie Merck mitteilte. Ziel sei es, das Wissen der Bevölkerung über Erkrankungen auf dem wichtigen Markt in Fernost zu verbessern und Behandlungen über Portale im Internet zu erleichtern. DARMSTADT/CHENGDU - Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA will mit dem Internetunternehmen Tencent digitale Gesundheitsdienste in China entwickeln. (Boerse, 23.01.2019 - 12:05) weiterlesen...

GESAMT-ROUNDUP: Japans Inflationsziel gerät außer Reichweite. Nach ihrer Zinssitzung am Mittwoch senkte die Bank of Japan zum wiederholten Mal und teils deutlich ihre Inflationsprognosen bis ins Haushaltsjahr 2020. Ihr Preisziel von zwei Prozent, Hauptantrieb der seit sechs Jahren extrem lockeren Geldpolitik, gerät damit immer mehr außer Reichweite. Zumal der japanischen Wirtschaft Ungemach droht angesichts erheblicher Wachstumsrisiken. TOKIO - Die Glaubwürdigkeit der japanischen Notenbank hat einen weiteren Kratzer erlitten. (Wirtschaft, 23.01.2019 - 11:25) weiterlesen...

Aktien Asien: Moderate Verluste - Zollkonflikt hinterlässt auch in Japan Spuren. Im Fokus steht nach wie vor der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Der führende Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, äußerte sich am Vorabend verhalten optimistisch über die anstehenden Gespräche zur Beilegung des Zollkonflikts. Zugleich dementierte er einen Pressebericht, wonach ein Vorbereitungstreffen mit chinesischen Regierungsvertretern für eine neue Verhandlungsrunde abgesagt worden sei. TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI - Die wichtigsten Börsen Asiens haben am Mittwoch moderat nachgegeben. (Boerse, 23.01.2019 - 08:52) weiterlesen...