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Regierungen, Medizintechnik

PEKING - Der neuen Lungenkrankheit in China sind sieben weitere Menschen zum Opfer gefallen.

24.01.2020 - 06:32:24

VIRUS/ROUNDUP: Sieben neue Todesopfer in China - 830 Infektionen. Insgesamt sind demnach nun 25 Todesfälle durch Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, wie Chinas Nationale Gesundheitsbehörde am Freitag mitteilte. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg im Vergleich zum Vortag von 644 auf 830 Fälle an.

Im Kampf gegen die Krankheit hatte China am Donnerstag kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest rund 20 Millionen Menschen praktisch unter Quarantäne gestellt. Die Behörden riegelten die 11-Millionen-Metropole Wuhan ab, in der die meisten Fälle aufgetreten sind. Die Gesamtzahl der Städte, die einschließlich Wuhan von starken Einschränkungen betroffen waren, stieg bis Freitag von fünf auf mindestens sieben. So teilten auch Lichuan und Xianning mit, Buslinien und anderen Nahverkehr zu stoppen. Alle betroffenen Städte liegen in der Provinz Hubei.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sah am Donnerstagabend keinen Grund, eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite auszurufen. "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt", sagte der Vorsitzende des Notfallsausschusses, Didier Houssin. Er verwies darauf, dass es im Ausland bislang nur wenig Fälle gebe, und dass China bereits selbst weitreichende Vorkehrungen getroffen habe.

WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, China habe diejenigen Maßnahmen getroffen, die es für angemessen halte. "Wir hoffen, dass sie effektiv und von kurzer Dauer sind", sagte er. Die WHO empfehle keinerlei Reise- oder Handelsbeschränkungen. Das Auswärtige Amt in Berlin riet aber dazu, nicht notwendige Reisen in die betroffenen Gebiete zu verschieben. Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan werde als "moderat" eingeschätzt.

Die WHO nehme den Ausbruch extrem ernst, sagte WHO-Chef Tedros. "Es ist noch keine Notlage von internationaler Tragweite, aber das kann es noch werden", sagte er.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte einen besonnenen Umgang mit der neuen, in China ausgebrochenen Lungenkrankheit an. "Wir nehmen das sehr ernst, wir sind wachsam, aber mit kühlem Kopf auch gleichzeitig", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Man stehe im täglichen Austausch mit Experten. "Ich finde eben auch wichtig, dass wir das insgesamt so einordnen, dass wir dann auch mit der nötigen Ruhe rangehen können."

Spahn lobte die Informationspolitik der chinesischen Regierung. Anders als bei der großen Sars-Epidemie, der vor 17 Jahren in China Hunderte Menschen zum Opfer fielen, funktioniere der Austausch der internationalen Gemeinschaft und auch China gehe transparenter als vor einigen Jahren damit um. Daher könne man sich besser darauf vorbereiten. Spahn meinte, es sei wichtig, die Krankheit einzuordnen und wies auf die Grippe hin, an der in Deutschland jedes Jahr rund 20 000 Menschen stürben. "Auch das ist eben ein Risiko, das wir jeden Tag haben." Bei der neuen Lungenkrankheit sei das Infektionsgeschehen im Vergleich dazu milder.

Laut Behördenangaben von Donnerstag starb in China ein Patient am Mittwoch in der nördlichen Provinz Hebei. Es sei der erste Todesfall außerhalb der Provinz Hubei. Jedoch war der 80-Jährige Mann zuvor zu Besuch bei Verwandtschaft in Wuhan. Die meisten Todesopfer waren ältere Menschen mit Vorerkrankungen. In den meisten chinesischen Provinzen sind mittlerweile Infektionen bekannt.

In einzelnen Fällen wurde das Virus auch schon bei Patienten in anderen Ländern wie Thailand und den USA nachgewiesen. Am Donnerstag wurde der erste nachgewiesene Fall in Singapur bekannt. Japan meldete sechs Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio einen zweiten Fall. Der Mann in seinen 40ern stamme aus der chinesischen Metropole Wuhan, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Der Mann sei zu Besuch in Japan. Er werde in einem Krankenhaus in Tokio behandelt, hieß es.

In Europa ist bisher kein Fall bekannt. Eingeschleppte Einzelfälle der neuen Lungenkrankheit sind deutschen Infektionsspezialisten zufolge aber auch hierzulande "wahrscheinlich". Grund zur Besorgnis gebe es aber nicht, teilte die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie mit. Kliniken bereiteten sich aktuell vor, um auf diese Fälle schnell reagieren zu können.

@ dpa.de

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