Indikatoren, USA

PEKING - Chinas Außenhandel boomt: Zwar haben die Exporte etwas an Dampf verloren, doch übertreffen seine Importe die Erwartungen deutlich.

07.12.2021 - 06:34:25

Chinas Außenhandel boomt - aber Wirtschaftswachstum langsamer. Wie der Zoll am Dienstag in Peking berichtete, stieg der Außenhandel in US-Dollar berechnet im November kräftig um insgesamt 26,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Ausfuhren wuchsen allerdings nur noch um 22 Prozent, nachdem der Anstieg im Oktober noch bei 27,1 Prozent gelegen hatte. Damit fiel das Wachstum aber etwas höher aus, als von Bloomberg befragte Experten erwartet hatten. Überraschend stark legten zudem die Einfuhren um 31,7 Prozent zu - nach 20,6 Prozent im Vormonat.

Die deutschen Exporteure konnten allerdings nur wenig vom blühenden Außenhandel der zweitgrößten Volkswirtschaft profitieren. Chinas Importe aus Deutschland stiegen nur um 3,3 Prozent. Hingegen legten die chinesischen Exporte nach Deutschland kräftig um 28,9 Prozent zu. Ähnlich ist es mit der Europäischen Union: Während die chinesischen Ausfuhren in die EU um 33,5 Prozent kletterten, blieben die Importe aus der EU mit einem kleinen Plus von 4,2 Prozent schwach.

Das geringere Exportwachstum Chinas wurde auf schwächere Nachfrage und höhere Erzeugerkosten zurückgeführt. Das starke Importwachstum, das die Vorhersagen deutlich übertraf, lässt sich auch durch den starken Anstieg der Kohleimporte und höhere Kosten für Energieträger erklären. Der Wert der wegen Energieknappheit in China eingeführten Kohle stieg sogar um 769 Prozent auf 5,87 Milliarden US-Dollar. Der Handelsüberschuss fiel im November mit 71 Milliarden US-Dollar geringer aus als im Oktober mit 84 Milliarden.

Die Ausfuhren trugen in den ersten drei Quartalen zu 40 Prozent zum Wirtschaftswachstum bei. Doch soll sich dieser Trend abschwächen. Die anhaltende Pandemie, hohe Rohstoffpreise und andere Unsicherheiten wie die Krise im Immobiliensektor könnten das Wachstum im kommenden Jahr bremsen. Während der jährlichen Beratungen des Politbüros der Kommunistischen Partei über die Wirtschaftspolitik für das kommende Jahr schlug eine führende staatliche Denkfabrik vor, ein niedrigeres Wachstumsziel von "mehr als fünf Prozent" zu setzen.

Damit gebe es Spielraum: "Es würde allen beteiligten Parteien erlauben, sich darauf zu konzentrieren, Reformen und Innovation zu fördern, um hochqualitatives Wachstum zu erreichen", sagte Li Xuesong, Wirtschaftsforscher der Akademie der Sozialwissenschaften (CASS) nach Angaben von Staatsmedien. In diesem Jahr strebt China noch ein Wachstum von "mehr als sechs Prozent" an. Bei einem Treffen mit Chefs großer Wirtschaftsorganisationen gab sich Regierungschef Li Keqiang zuversichtlich, dass die Ziele erreicht werden.

Der Premier rechnet mit einer "langfristig gesunden Entwicklung". "Die chinesische Wirtschaft ist widerstandsfähig und hat Potenzial", sagte Li Keqiang bei dem Treffen am Montagabend. "China ist in der Lage, mit kurzfristigen wirtschaftlichen Fluktuationen umzugehen." Die CASS-Wirtschaftsforscher empfehlen ihm für seinen Wirtschaftsplan 2022 auch ein Inflationsziel von erneut rund drei Prozent, ein Haushaltsdefizit von rund drei Prozent und die Schaffung von elf Millionen Jobs in Städten.

Vor dem Hintergrund des laufenden Handelskrieges mit den USA, die damit auch mehr Ausfuhren nach China durchsetzen wollen, stiegen die chinesischen Importe von US-Waren um 22,1 Prozent. Die chinesischen Exporte in die USA verzeichneten nur ein Plus von 5,3 Prozent.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Mindestlohn soll am 1. Oktober auf 12 Euro steigen. BERLIN - Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland soll zum 1. Oktober auf zwölf Euro steigen. 6,2 Millionen Beschäftigte sollen davon profitieren, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Referentenentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hervorgeht. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte die zwölf Euro als Kernversprechen ins Zentrum seines Wahlkampfs für mehr Respekt in der Gesellschaft gerückt. Mehrere Medien berichteten ebenfalls über die Vorlage des Entwurfs. Mindestlohn soll am 1. Oktober auf 12 Euro steigen (Wirtschaft, 21.01.2022 - 19:24) weiterlesen...

USA: Frühindikatoren steigen wie erwartet. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren legte um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit dieser Entwicklung gerechnet. Im November war der Indikator um revidiert 0,7 Prozent gestiegen. WASHINGTON - Die konjunkturellen Aussichten in den USA haben sich im Dezember weiter verbessert. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 16:22) weiterlesen...

Eurozone: Verbraucherstimmung trübt sich leicht ein. Der Indikator ging um 0,1 Punkte auf minus 8,5 Zähler zurück, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf minus 9,0 Punkte erwartet. Die Kennzahl liege aktuell klar unter ihrem Niveau, das sie vor der Pandemie inne hatte. Sie nähere sich aber ihrem längerfristigen Durchschnitt an, teilte die Kommission mit. BRÜSSEL - Die Verbraucherstimmung in der Eurozone hat sich zu Jahresbeginn leicht verschlechtert. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 16:04) weiterlesen...

Studie: Haushalte unterschiedlich stark von Inflation betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach stiegen die Preise im Dezember für Familien mit Kindern und mittlerem Einkommen sowie für kinderlose Paare mit mittlerem Einkommen um 5,5 Prozent. Der Durchschnittswert über alle Haushaltstypen lag bei 5,3 Prozent. DÜSSELDORF - Haushalte in Deutschland sind je nach Einkommen und Anzahl der Haushaltsmitglieder unterschiedlich stark von der Inflation betroffen. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 12:42) weiterlesen...

Großbritannien: Einzelhandel leidet unter Omikron-Welle. Von November auf Dezember gingen ihre Umsätze um 3,7 Prozent zurück, wie das Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Zum Vorjahresmonat sanken die Erlöse um 0,9 Prozent. Beide Resultate fielen wesentlich schlechter aus als von Analysten erwartet. LONDON - Die Einzelhändler in Großbritannien sind zum Jahresende deutlich von der Omikron-Welle belastet worden. (Boerse, 21.01.2022 - 08:35) weiterlesen...

Eurozone: Rekordwert bestätigt - Inflation steigt auf Rekordwert von 5,0 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,0 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Eine erste Erhebung wurde bestätigt. Damit liegt die Inflationsrate so hoch wie noch nie seit der Einführung des Euro. Im Vormonat hatte die Teuerungsrate 4,9 Prozent betragen. Auch dies war bereits ein Rekord gewesen. LUXEMBURG - Die Inflation im Euroraum hat Ende 2021 einen Rekordwert erreicht. (Wirtschaft, 20.01.2022 - 17:03) weiterlesen...