Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Haushalt, Steuern

(Parteitag zu Ende, Leitantrag beschlossen im 4.

22.05.2020 - 20:13:25

CSU setzt im Corona-Kampf auf Investitionen und Schulden-Obergrenze

MÜNCHEN - Im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise fordert die CSU ein weiteres großes Konjunktur- und Innovationspaket - setzt aber zugleich ein klares Limit für die deutsche Neuverschuldung. Maximal 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden soll der Bund nach Worten von CSU-Chef Markus Söder in diesem Jahr aufnehmen dürfen. Das sagte der bayerische Ministerpräsident am Freitag in seiner Rede auf dem ersten Internet-Parteitag in der CSU-Geschichte.

"Unser Wohlstand ist bedroht", sagte Söder. Die Folgen der Pandemie zeigten schon jetzt, dass das endlose Wachstum bei den Steuereinnahmen an seine Grenzen stoße. "Deswegen ist es jetzt wichtig, dass wir sehr klug handeln."

Als Exportland sei Deutschland in besonderer Form vom weltweiten Handel abhängig, betonte Söder. Dieser sei aber wegen den weltweiten Folgen der Pandemie - etwa in den USA und in Lateinamerika - beeinträchtigt. Es sei daher von besonderer Bedeutung, die Binnennachfrage anzukurbeln.

Für Söder und die CSU muss die Politik in Deutschland mit direkten Investitionen und Steuerentlastungen zudem auch aus psychologischer Sicht das Kaufverhalten der Bürger anregen. Dazu zählten, so fordert es auch der achtseitige Leitantrag des Parteivorstandes, etwa Kaufprämien für emissionsarme Autos, Reisegutscheine für den Urlaub in Deutschland, Steuersenkungen für Unternehmen und Bürger, mehr Geld für Straßenbau und das schnelle Mobilfunknetz 5G. Der Leitantrag wurde von den Delegierten einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen.

Darüber hinaus sprach sich Söder dafür aus, mehr in Zukunftstechnologien wie Robotik und künstlicher Intelligenz zu investieren. Trotz der Krise dürfe der Klimaschutz aber nicht vernachlässigt werden, die Klimakrise habe ebenfalls längst "pandemische Ausmaße" erreicht.

"Wir dürfen nicht einfach nur Geld verteilen oder Geld verschenken", warnte Söder. Alle Investitionen müssten eine unmittelbare Wirkung haben, nur dann könne Deutschland nicht nur medizinisch, sondern auch wirtschaftlich besser aus der Krise herauskommen als andere Länder. Söder betonte, dass aktuell diskutierte Investitionskonzepte mit weiteren Neuverschuldungen von bis zu 150 oder 200 Milliarden Euro nicht finanzierbar seien.

Bislang sieht der Nachtragshaushalt des Bundes eine geplante Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro zur Abfederung der Pandemiefolgen vor. Es zeichnet sich aber bereits ab, dass dies nicht ausreichen wird. Im Juni will Finanzminister Olaf Scholz (SPD) ein großes Konjunkturpaket vorlegen, das der Wirtschaft wieder auf die Füße helfen soll - aber auch viele Milliarden zusätzlich verschlingen dürfte. Nicht nur die Unternehmen, auch die finanziell gebeutelten Kommunen erwarten Hilfe.

"Es ist wichtig, dass wir den Staat nicht ruinieren", sagte Söder. Mit Blick auf europäische Hilfsprogramme müsse zudem darauf geachtet werden, dass Deutschland nicht selbst zu einem Sanierungsfall werde. Das von Deutschland und Frankreich für die EU vorgeschlagene 500-Milliarden-Hilfsprogramm sei notwendig. Europa könne ansonsten auseinanderfallen. "Dann fällt nicht nur unserer Binnenmarkt weg, der Fonds ökonomisch von Nachteil ist. Wenn der nicht mehr da ist, dann fällt unsere Existenzgrundlage in Europa weg", sagte Söder.

Bei der anschließenden Aussprache betonten viele Redner, dass die Corona-Krise nicht dazu führen dürfe, dass Deutschland am Ende für die Schulden anderer Länder haften müsse.

Söder nutzte zudem seine Rede, um das Corona-Krisenmanagement von Bund und Ländern zu verteidigen. Er könne verstehen, dass gerade diejenigen, die unter den wirtschaftlichen Folgen der Krise zu leiden hätten, den Kurs auch kritisierten, sagte er. Zugleich zeige sich aber auch an der Lage anderer Länder, dass diese auch ohne Lockdown wirtschaftliche Probleme hätten - und mehr Todesfälle als Deutschland. Bei den Demonstrationen gegen die noch geltenden Corona-Beschränkungen müsse aufgepasst werden, dass diese nicht von Verschwörungstheoretikern gekapert würden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Merkel: Maßnahmen sind Mischung aus Konjunktur- und Zukunftspaket. Das klassische Konjunkturpaket entfalte seine Wirkung in den Jahren 2020 und 2021. Das länger angelegte Zukunftspaket in Höhe von 50 Milliarden Euro sei notwendig, weil sich durch den Klimawandel und die Digitalisierung die Art des Wirtschaftens grundlegend ändere, sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast. BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die beschlossenen Maßnahmen zur Abfederung der Corona-Folgen als Mischung aus klassischem Konjunkturpaket und auf viele Jahre ausgerichtetem Zukunftspaket bezeichnet. (Wirtschaft, 06.06.2020 - 16:08) weiterlesen...

Bundesfamilienministerin kündigt Finanzhilfe für Kita-Sanierungen an. Das sei ein Ziel, das mit der zusätzlichen eine Milliarde Euro im Konjunkturpaket des Bundes angepeilt wird, erklärte die SPD-Politikerin am Freitag auf einem Bürgerforum in Torgelow (Vorpommern-Greifswald). Vor allem kleinere Gemeinden hatten trotz Förderung bisher große Probleme, nötige Eigenanteile aufzubringen. TORGELOW - Ostdeutsche Kommunen können nach Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey auf deutlich höhere finanzielle Hilfen bei der Modernisierung von Kitas hoffen. (Boerse, 05.06.2020 - 21:18) weiterlesen...

MAN-Betriebsratschef: SPD-Spitze gefährdet Arbeitsplätze MÜNCHEN - MAN-Konzernbetriebsratschef gehörenden Lastwagenherstellers am Freitag in München. (Boerse, 05.06.2020 - 16:37) weiterlesen...

Niedrigere Kosten für Lebensmittel angekündigt. Handelsketten und Discounter wollen zum großen Teil die Kunden von den steuerlichen Vorteilen profitieren lassen. "In der aktuellen Situation kommt es mehr denn je darauf an, die Verbraucher zu entlasten und das Konsumklima in Deutschland zu stärken", teilte Edeka am Freitag mit. Vorstandschef Markus Mosa begrüßte die Maßnahme der Regierung als "deutlichen Konjunkturimpuls" für alle Bürger. BERLIN - Angesichts der geplanten Senkung der Mehrwertsteuer hat der Lebensmittelhandel niedrigere Kosten für Verbraucher angekündigt. (Wirtschaft, 05.06.2020 - 15:59) weiterlesen...

GESAMT-ROUNDUP/Mehrwertsteuer-Wettstreit: SPD-Fraktionschef trotzt der Kanzlerin. Trotz des Vetos von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm die Debatte um eine Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung auch am Freitag kein Ende. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hält eine Verlängerung über das Jahresende hinaus durchaus für denkbar. "Man kann in der jetzigen Situation gar nichts ausschließen", sagte er im Deutschlandfunk. Erst in den kommenden Wochen werde man wissen, welche Anreize gewirkt haben. BERLIN - Kaum ist das 130 Milliarden Euro schwere Konjunkturpaket zur Heilung der Corona-Wunden fertig, werden die Wünsche nach einem Nachschlag immer lauter. (Wirtschaft, 05.06.2020 - 15:50) weiterlesen...

Unionsfraktionschef will schnelle Umsetzung des Konjunkturpakets. "Die Maßnahmen des Koalitionsausschusses müssen wir jetzt umgehend und im Ganzen umsetzen", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". "Wir dürfen keine Zeit verlieren." Er erwarte von der Regierung, "dass sie die dafür nötigen Gesetzesentwürfe komplett zu allen Beschlüssen so schnell wie möglich vorlegt". BERLIN - Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, drängt auf eine schnelle Umsetzung des von der Bundesregierung geplanten milliardenschweren Konjunkturpakets. (Wirtschaft, 05.06.2020 - 15:48) weiterlesen...