Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Regierungen, Nahost

PARIS / WASHINGTON - Bei der internationalen Geberkonferenz für den krisengeschüttelten Libanon sind 252,7 Millionen Euro Soforthilfe zusammengekommen.

09.08.2020 - 20:27:29

Libanon-Geberkonferenz sammelt über 250 Millionen Euro ein. Das berichteten Kreise des französischen Präsidialamtes am Sonntag in Paris nach einer Videoschalte, an der auch US-Präsident Donald Trump teilnahm. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron leitete gemeinsam mit den Vereinten Nationen (UN) das rund zweieinhalbstündige Treffen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte zuvor im ZDF von über 200 Millionen Euro Hilfe gesprochen. "Deutschland alleine wird sich mit 20 Millionen Euro zusätzlich beteiligen, um die größte Not zu lindern, die es zurzeit in Beirut gibt", sagte Maas dem Sender. Es sei überwältigend gewesen, wie viele Staaten sich beteiligt hätten. Frankreich trägt 30 Millionen Euro Hilfe.

Die Staaten und Organisationen übertrafen fünf Tage nach der Beiruter Explosionskatastrophe mit über 150 Toten mit ihren Zusagen die Vorgaben der UN. Diese halten eine internationale Nothilfe im Umfang von 116,9 Millionen US-Dollar (rund 99 Millionen Euro) für nötig. Es geht dabei um medizinische Versorgung, Nahrungsmittelhilfe oder Unterkunft für die schwer getroffene Bevölkerung. Es gibt nach Schätzungen rund 300 000 obdachlose Menschen in Beirut.

Es nahmen Vertreter von mindestens 36 Staaten und Organisationen teil, unter ihnen waren laut Élyséepalast mehrere europäische Regierungschefs wie der Italiener Guiseppe Conte. Auch der jordanische König Abdullah II. nahm teil. Deutschland wurde durch Maas vertreten. "In diesen schrecklichen Zeiten ist der Libanon nicht allein", heißt es in der Abschlusserklärung.

"Die Zukunft des Libanons wird jetzt entschieden", erklärte Macron. Er appellierte an die Verantwortlichen in Beirut, auf die Hoffnungen zu antworten, die das libanesische Volk auf den Straßen ausdrücke. "Das libanesische Volk ist frei, stolz und eigenständig", sagte Macron in seiner emotionalen Rede.

Es müsse aber alles getan werden, um Gewalt und Chaos zu verhindern. Macron sprach von - nicht genauer bezeichneten - "Mächten", die ein Interesse an Spaltung und Chaos hätten. Bei den Protesten in Beirut war es am Wochenende auch zu Gewalt gekommen.

Trump sagte dem Libanon weitere Unterstützung zu - ein konkreter Betrag blieb aber zunächst offen. Trump habe betont, die USA stünden bereit und seien willens, "dem libanesischen Volk zu helfen", erklärte das Weiße Haus. Die USA wollten bei der Koordinierung ihrer Hilfen eng mit anderen Staaten zusammenarbeiten.

Trump habe eine gründliche und transparente Untersuchung der Explosionskatastrophe gefordert. Die USA stünden bereit, dem Libanon dabei zu helfen. Trump habe auch Stabilität gefordert, gleichzeitig aber "die legitimen Rufe friedlicher Demonstranten nach Transparenz, Reform und Rechenschaftspflicht" anerkannt. Die USA sagten dem Libanon bislang 17 Millionen US-Dollar Katastrophenhilfe zu.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will dem Libanon mit einem Rettungspaket helfen, verlangt dafür aber eine politische Einigung auf umfassende Reformen. Die Finanzorganisation sei bereit, ihre Bemühungen zu verdoppeln, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa in der Schalte.

Die EU kündigte an, ihre Nothilfe auf 63 Millionen Euro aufzustocken. Davon unabhängig hatte Außenminister Maas vorab ein deutsches Soforthilfepaket im Umfang von zehn Millionen Euro angekündigt. "Die Menschen in Beirut brauchen unsere Hilfe und sie brauchen Anlass zur Hoffnung", erklärte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag".

Macron hatte am Donnerstag bereits bei einem Besuch in der libanesischen Hauptstadt internationale Hilfe in Aussicht gestellt. Bei der Geberkonferenz erneuerte er seine Forderungen nach Reformen im Zedernstaat und nach einer unabhängigen Untersuchung der Katastrophenursache. Auch Israel, das nicht bei der Konferenz vertreten war, wolle helfen, ebenso wie die Türkei, sagte Macron. Bei der Explosion am Dienstag waren über 6000 Menschen verletzt worden.

Auch Papst Franziskus forderte internationale Hilfe für den Libanon. "Die Katastrophe vom vergangenen Dienstag erfordert von allen, angefangen bei den Libanesen, eine Zusammenarbeit für das Gemeinwohl dieses geliebten Landes", sagte das Kirchenoberhaupt nach dem Angelus-Gebet zu Besuchern auf dem Petersplatz in Rom. "Ich erneuere meinen Appell an die internationale Gemeinschaft für eine großzügige Hilfe."

Frankreich richtete nach eigenen Angaben eine Luftbrücke ein. Bisher brachten den Angaben nach acht Flugzeuge Katastrophenhelfer und Hilfsgüter in den Libanon. Es werden auch zwei Schiffe, darunter ein Kriegsschiff, vom Mittelmeerhafen Toulon aus in Bewegung gesetzt, die unter anderem Nahrungsmittel transportieren.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Streit über Höchstteilnehmerzahlen bei privaten Festen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Dienstag haben sich hier Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bei der Videoschalte von Merkel und den Länderregierungschefs dagegengestellt. Voraussichtlich werde es in diesem Bereich nur eine Empfehlung geben. Bei privaten Feiern in angemieteten Räumen solle es aber voraussichtlich eine Beschränkung geben - welche sei noch offen. BERLIN - Für Feiern in privaten Räumen wird es aller Voraussicht nach keine Beschränkung auf maximal 25 Teilnehmer geben, wie dies Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Ministerpräsidenten vorgeschlagen hatte. (Wirtschaft, 29.09.2020 - 16:58) weiterlesen...

Europäische Rohstoff-Allianz steht - sicherer Zugang zu Ressourcen. Kommissions-Vizepräsident Maro? ?efcovic und Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton gaben am Dienstag in Brüssel den Start des Bündnisses bekannt. BRÜSSEL/BERLIN - Die EU hat zur sicheren Versorgung der Wirtschaft mit wichtigen Rohstoffen eine neue Allianz mit Industrie und Herkunftsländern wertvoller Ressourcen geschlossen. (Wirtschaft, 29.09.2020 - 16:57) weiterlesen...

Lufthansa lässt Pilotenausbildung in Bremen auslaufen. Die rund 700 Flugschüler wurden am Dienstag in einem Webcast dringend aufgefordert, sich einen neuen Berufsweg zu suchen und jetzt die Schule ohne finanzielle Verpflichtungen zu verlassen. Auf Jahre hinaus gebe es bei den Konzern-Airlines keinen Bedarf an Nachwuchspiloten, begründete ein Sprecher des Schulbetreibers Lufthansa Aviation Training den Appell. BREMEN/FRANKFURT - Die von der Corona-Krise gebeutelte Lufthansa lässt die Ausbildung neuer Piloten an der Verkehrsfliegerschule in Bremen auslaufen. (Boerse, 29.09.2020 - 16:57) weiterlesen...

JPMorgan zahlt 920 Millionen Dollar wegen Marktmanipulation. Händler des Geldhauses hätten acht Jahre lang in illegaler Weise die Preise von Edelmetall- und Anleihekontrakten zu ihren Gunsten beeinflusst, teilte die US-Finanzaufsicht CFTC am Dienstag mit. NEW YORK/WASHINGTON - Die größte US-Bank JPMorgan zahlt über 920 Millionen Dollar (784 Mio Euro) wegen Marktmanipulation. (Boerse, 29.09.2020 - 16:56) weiterlesen...

Nürnberger Spielwarenmesse auf Sommer 2021 verlegt. Das teilte die Spielwarenmesse eG als Veranstalterin am Dienstag in Nürnberg mit. Stattdessen soll die Messe im Sommer kommenden Jahres in Nürnberg abgehalten werden. Ein genauer Termin wurde zunächst nicht genannt. NÜRNBERG - Die Nürnberger Spielwarenmesse, weltweit größter Treffpunkt der Branche, wird im kommenden Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt im Januar stattfinden. (Wirtschaft, 29.09.2020 - 16:37) weiterlesen...

Bund und Länder: Herbstferienreisen in Risikogebiete unterlassen. Zudem wollen sie mehr Schnelltestverfahren einführen und damit die bisherige Teststrategie erweitern. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Teilnehmern des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. BERLIN - Bund und Länder haben angesichts der beginnenden Herbstferien an Bürgerinnen und Bürger appelliert, Reisen in Risikogebiete zu unterlassen. (Wirtschaft, 29.09.2020 - 16:26) weiterlesen...