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Regierungen, Deutschland

PARIS - Frankreichs ehemalige Gesundheitsministerin Agnès Buzyn hat ihren Umgang mit der Corona-Krise verteidigt.

30.06.2020 - 19:17:25

Frankreichs Ex-Gesundheitsministerin verteidigt Reaktion auf Corona. "In meinem Amt habe ich zu keiner Zeit das Risiko unterschätzt", sagte Buzyn am Dienstagabend vor dem Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung. Frankreich sei anderen europäischen Ländern voraus gewesen. Als sie das Ministerium im Februar verlassen habe, um für das Bürgermeisteramt in Paris zu kandidieren, habe sie den Eindruck gehabt, das Gesundheitssystem sei vorbereitet.

Mit gut 13 Prozent in Paris schnitt Buzyn bei den Kommunalwahlen am Sonntag schlecht ab. Sie war die Kandidatin der Partei des Präsidenten Emmanuel Macron. Bereits nach der ersten Wahlrunde im März stand Buzyn nach Äußerungen in einem Interview massiv in der Kritik. Sie erklärte damals, dass der Wahlkampf eine Maskerade gewesen sei und sie die ganze Zeit davon ausgegangen sei, dass die Wahl wegen der Covid-19-Pandemie nicht stattfinden würde. Später bedauerte sie diese Aussage.

Buzyn erklärte, in den Weihnachtsferien erstmals von einer mysteriösen Lungenkrankheit in China erfahren zu haben. Nach dem ersten Todesfall in China habe sie den Präsidenten und den Premier informiert. Die Medizinerin ist sich nach eigenen Angaben der Gefahr besonders gewusst geworden, als klar wurde, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Buzyn musste sich auch für den Mangel an Masken rechtfertigen. Der staatliche Maskenvorrat war in den Jahren vor der Krise immer weiter zusammengeschrumpft. Buzyn erklärte, rechtzeitig einen Bestandsaufnahme der Lagerbestände angefordert zu haben. Die 57-Jährige wühlte während des Ausschusses mehrfach in ihre Notizen und wirkte besonders zu Beginn angespannt. Frankreich ist von der Covid-19-Pandemie hart getroffen und zählt knapp 30 000 Todesopfer.

@ dpa.de

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