Regierungen, Spanien

PARIS - Der Pariser Klimagipfel hat ein entschlossenes Signal für mehr Klimaschutz gesandt - und will sich von US-Präsident Donald Trump nicht bremsen lassen.

12.12.2017 - 17:02:24

Amerikaner können Klimaziele einhalten - auch ohne Trump. Prominente amerikanische Teilnehmer wie Ex-Außenminister John Kerry betonten, dass die USA ihre bisherigen Klimaziele auch gegen Trumps Widerstand einhalten könnten. Er verwies dabei auf das Engagement von US-Bundesstaaten und Wirtschaftsunternehmen. "Es wird härter sein (...), aber das heißt nicht, dass man es nicht schaffen kann", sagte der Demokrat mit Blick auf die Klimaziele.

Auf Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron berieten am Dienstag mehr als 50 Staats- und Regierungschefs, zahlreiche Top-Verantwortliche der Wirtschaft und Experten über den Kampf gegen den Klimawandel. Die Delegationschefs der mehr als 100 teilnehmenden Länder fuhren am Nachmittag mit einem Boot zum Veranstaltungsort auf einer Seine-Insel.

Das Treffen am zweiten Jahrestag des Pariser Klimaabkommens war auch als Signal gedacht, dass die Welt trotz Trumps Kurs beim Klimaschutz vorankommt - der US-Präsident hatte im Sommer den Ausstieg aus dem Klimaabkommen angekündigt.

Im Fokus des "One Planet Summit" mit rund 4000 Teilnehmern stand die Frage, wie Unternehmen und Investoren beim Klimaschutz an Bord geholt werden können. Es seien genug Mittel für den Klimaschutz da, sagte Fidschi-Regierungschef Frank Bainimarama. "Was uns fehlt, sind die richtigen Anreize, die richtigen Regeln und das Investitionsumfeld." Rund 2900 Polizisten schützten das Großereignis.

Ähnlich wie Kerry äußerte sich New Yorks ehemaliger Bürgermeister Michael Bloomberg: "Gemeinsam werden wir das Ziel erreichen, das dieses Land in Paris ausgegeben hat", sagte der UN-Sondergesandte für Klimawandel. "Und es gibt nichts, was Washington tun kann, um uns zu stoppen." Die USA hatten unter Trumps Vorgänger Barack Obama zugesagt, ihre CO2-Emissionen bis 2025 um 26 Prozent zu reduzieren. Kerry sagte, 38 US-Bundesstaaten hätten sich zu Klimazielen verpflichtet, das entspreche 80 Prozent der amerikanischen Bevölkerung.

Macron äußerte sich überzeugt, dass Trump früher oder später seine Absage an das Pariser Klimaabkommen zurücknehmen werde. Neuverhandlungen über bessere Bedingungen für die USA lehnte er in einem Interview des US-Senders CBS aber kategorisch ab.

Die Weltgemeinschaft hatte sich im Dezember 2015 das Ziel gesetzt, den durch Treibhausgase verursachten Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Der Gipfel zeige, dass das Pariser Abkommen in den Köpfen der Wirtschafts- und Finanzwelt angekommen sei, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). "Seine Umsetzung ist unaufhaltsam - trotz des angekündigten Ausstiegs der USA."

Zahlreiche Unternehmen kündigten beim Pariser Gipfel an, sich stärker für den Klimaschutz zu engagieren. So will der französische Finanzkonzern Axa den Neubau von Kohlekraftwerken nicht mehr versichern. Die Weltbank kündigte an, nach 2019 die Erschließung und Förderung von Öl- und Gas-Vorkommen nicht mehr zu finanzieren.

Auch das bei der UN-Weltklimakonferenz in Bonn ins Leben gerufene internationale Bündnis für den Kohleausstieg wuchs in Paris weiter - und Deutschland ist weiter nicht dabei. Fast 30 Länder und Regionen hätten sich der Allianz seit der Gründung im November angeschlossen, teilte die britische Regierung mit. Dass Deutschland keinen Plan für den Ausstieg aus dem klimaschädlichen Kohlestrom hat, kritisieren Umweltschützer schon lange.

"Wir haben noch keine Gewissheit, was die künftige Bundesregierung angeht", sagte Hendricks der Deutschen Presse-Agentur. "Darum können wir hier nicht vorgreifen und dieser Allianz beitreten." Die SPD-Politikerin warnte davor, "auf diesem Weg der Atomkraft zum Comeback zu verhelfen". Atomkraft, die unter anderem für Frankreich wichtig ist, sei nicht die Lösung für den Klimaschutz. Die Klimaziele ließen sich nur "schrittweisen, sozial abgefederten Kohleausstieg" erreichen, so Hendricks.

@ dpa.de

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