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Osnabrück - Langzeitarbeitslose: Nur jeder Achte findet neuen Job Mehrheit wird arbeitsunfähig oder kommt in Fördermaßnahmen unter - Linke: Heils "Sozialer Arbeitsmarkt" ist Etikettenschwindel Osnabrück.

12.10.2018 - 03:06:26

NOZ: Langzeitarbeitslose: Nur jeder Achte findet neuen Job. Nur wenige Langzeitarbeitslose, für die auf dem Papier die Erwerbslosigkeit endet, finden tatsächlich einen Job.

Osnabrück - Langzeitarbeitslose: Nur jeder Achte findet neuen Job

Mehrheit wird arbeitsunfähig oder kommt in Fördermaßnahmen unter - Linke: Heils "Sozialer Arbeitsmarkt" ist Etikettenschwindel

Osnabrück. Nur wenige Langzeitarbeitslose, für die auf dem Papier die Erwerbslosigkeit endet, finden tatsächlich einen Job. Von den 930.000 Betroffenen, die von Januar bis September 2018 aus der Erwerbslosen-Statistik herausgefallen sind, ist nur jeder Achte (11,9 Prozent) auf dem ersten Arbeitsmarkt untergekommen. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegt. Mehr als dreimal so hoch (335.000; 36 Prozent) lag die Zahl derjenigen, die als arbeitsunfähig eingestuft wurden. 21 Prozent fanden eine Ausbildung oder kamen in Fördermaßnahmen der Arbeitsagenturen unter.

Im Jahr 2017 waren 1,3 Millionen Langzeiterwerbslose aus der Arbeitslosigkeit abgegangen; auch von ihnen fanden nur zwölf Prozent einen neuen Job. Der größte Teil (35,7 Prozent) wurde auch im Vorjahr als arbeitsunfähig eingestuft, wie aus der Antwort weiter hervorgeht. Als langzeitarbeitslos gilt, wer länger als zwölf Monate keine Anstellung findet.

Die Anstrengungen der Bundesregierung seien angesichts dieser Zahlen "völlig unzureichend", kritisierte Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Links-Fraktion, im Gespräch mit der NOZ. Über die Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes debattierte am Donnerstag der Bundestag. Der Gesetzentwurf sieht öffentlich bezuschusste Jobs für Menschen vor, die seit mindestens sieben Jahren Hartz IV beziehen. Durch die Hürde werde "ein Großteil der Menschen, die sich jetzt Hoffnungen machen, ausgegrenzt", erklärte Zimmermann und warf der Bundesregierung einen "Etikettenschwindel" vor. Von den Arbeitgebern forderte sie, "stärker als bislang die Einstellung von langzeiterwerbslosen Menschen in Erwägung ziehen".

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