Indikatoren, Deutschland

NÜRNBERG / WIESBADEN - Der anhaltende Wirtschaftsaufschwung hat Deutschland 2017 einen regelrechten Stellenboom beschert.

02.01.2018 - 14:01:25

Gute Konjunktur sorgt für Beschäftigungsboom - Viele freie Stellen. Die Zahl der Erwerbstätigen kletterte im Vorjahr um 638 000 Personen oder 1,5 Prozent auf 44,3 Millionen und damit auf den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das war gleichzeitig die stärkste Zunahme seit dem Jahr 2007.

Grundsätzlich wächst die Zahl der Arbeitnehmer samt der Selbstständigen seit zwölf Jahren kontinuierlich. Was Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherungen besonders freut: Vor allem die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, zentrale Säulen des deutschen Sozialsystems, steigt weiter. Dagegen gibt es weniger Selbstständige und auch weniger geringfügig Beschäftigte.

Die zusätzlichen Jobs werden sowohl von Zuwanderern als auch von Inländern erledigt, die zusätzliche Arbeitskraft anbieten. Auch pendeln rund 100 000 Menschen mehr nach Deutschland ein als aus.

Dabei ist ein Ende des Stellenbooms derzeit nicht absehbar. Darauf deutet jedenfalls die Entwicklung bei den freien Stellen hin. Denn zum Jahresende hat die Nachfrage nach Arbeitskräften nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit (BA) so stark zugenommen wie selten zuvor. Der von der Bundesbehörde ermittelte monatliche Stellenindex BA-X sei im Dezember mit einem Plus von sechs Punkten auf 256 Zähler ungewöhnlich steil gestiegen.

Die Zahl der sofort oder demnächst zu besetzenden Jobs habe damit zugleich ein Rekordniveau erreicht. Die kräftig steigende Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach Einschätzung der Bundesagentur vor allem auf den wirtschaftlichen Aufschwung zurückzuführen. Viele gut ausgelastete Betriebe seien dadurch gezwungen, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen.

Ein Stück weit steckt hinter dem Stellenboom allerdings auch ein in Zeiten der Hochkonjunktur üblicher statistischer Effekt, räumt die Bundesagentur ein. Die guten Jobaussichten veranlassten mehr Mitarbeiter als in Krisenzeiten, sich einen interessanteren oder besser bezahlten Job zu suchen. Dadurch würden mehr Stellen frei, blieben länger unbesetzt und tauchten so häufiger in der Stellenstatistik der Bundesagentur für Arbeit auf.

Auch hinsichtlich der Arbeitslosigkeit präsentiert sich der deutsche Arbeitsmarkt robust. Von dpa befragte Volkswirte rechnen für Dezember 2017 zwar saisonbedingt mit einer leichten Zunahme der Arbeitslosenzahlen um rund 45 000 auf 2,41 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr wären das aber etwa 155 000 Jobsucher weniger.

Für das Gesamtjahr 2017 rechnen Volkswirte und Arbeitsmarktforscher mit durchschnittlich 2,43 Millionen Jobsuchern, das wären rund 160 000 weniger als im Jahresschnitt 2016. Zugleich wäre es der stärkste jahresbezogene Rückgang seit dem Boomjahr 2011. Gebremst hat den Rückgang im Jahr 2017 die wachsende Zahl arbeitsloser Flüchtlinge. Arbeitsmarktforscher schätzten, dass ohne diese Effekte die Arbeitslosigkeit um weitere 60 000 gesunken wäre.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Belgien: Geschäftsklima hellt sich überraschend auf. Der Indikator sei im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Punkte auf 0,6 Zähler gestiegen, teilte die belgische Notenbank (BNB) am Freitag in Brüssel mit. Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang auf null Punkte erwartet. BRÜSSEL - In Belgien hat sich das Geschäftsklima im Juni überraschend aufgehellt. (Wirtschaft, 22.06.2018 - 15:16) weiterlesen...

Eurozone: Unternehmensstimmung hellt sich deutlich auf. Der vom Markit-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex stieg um 0,7 Punkte auf 54,8 Zähler, wie das Institut am Freitag in London mitteilte. Es ist der erste Anstieg des stark beachteten Indikators nach vier Rückgängen in Folge. Diese Entwicklung hatte bei vielen Beobachtern Furcht vor einem konjunkturellen Abschwung ausgelöst. LONDON - Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum hat sich im Juni nach einer Flaute wieder deutlich aufgehellt. (Wirtschaft, 22.06.2018 - 10:24) weiterlesen...

Mexikanische Notenbank hebt Leitzins weiter an. Die Währungshüter erhöhten den Zinssatz am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 7,75 Prozent. Volkswirte hatten das so erwartet. MEXIKO-STADT - Die mexikanische Zentralbank hat angesichts weiterhin bestehender Inflationssorgen den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. (Wirtschaft, 21.06.2018 - 20:22) weiterlesen...

USA: Frühindikatoren steigen schwächer als erwartet. Er legte zum Vormonat um 0,2 Prozent zu, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet. Der Zuwachs vom April hatte auf diesem Niveau gelegen. WASHINGTON - In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im Mai weniger als erwartet gestiegen. (Wirtschaft, 21.06.2018 - 16:05) weiterlesen...

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken leicht. Sie gingen um 3000 auf 218 000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit 220 000 Anträgen gerechnet. Allerdings wurde der Stand in der Woche zuvor um 3000 auf 221 000 angehoben. WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche leicht gesunken. (Wirtschaft, 21.06.2018 - 14:44) weiterlesen...

USA: Philly-Fed-Index fällt auf den niedrigsten Stand seit November 2016. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) sei um 14,5 Punkte auf 19,9 Punkte gefallen, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Dies ist der niedrigste Stand seit November 2016. Analysten hatten einen weniger starken Rückgang auf 29,0 Punkte erwartet. PHILADELPHIA - In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Juni überraschend deutlich eingetrübt. (Wirtschaft, 21.06.2018 - 14:42) weiterlesen...