Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Indikatoren, Deutschland

NÜRNBERG - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November auf 2,180 Millionen gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.

29.11.2019 - 12:09:46

Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordtief seit Wiedervereinigung. In November waren 24 000 Menschen weniger arbeitslos als im Oktober und 6000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,8 Prozent.

NÜRNBERG - Der Arbeitsmarkt in Deutschland trotzt der Konjunkturflaute: Mit 2,180 Millionen Menschen lag die Zahl der Arbeitslosen im November so niedrig wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Im November waren 24 000 Menschen weniger arbeitslos als im Oktober und 6000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,8 Prozent.

Der Rückgang im November kam in dieser Höhe für Volkswirte überraschend - in diesem Monat geht es bei der Arbeitslosigkeit zwar häufig, meist aber nur leicht bergab. Die Abnahme war diesmal zu einem guten Teil darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank. "Dennoch sind immer noch knapp 700 000 Menschen langzeitarbeitslos, weswegen wir nicht nachlassen dürfen, diese Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin.

"Die aktuelle konjunkturelle Schwäche ist am Arbeitsmarkt weiterhin spürbar", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele trotz der erfreulichen Zahlen. "Alles in allem zeigt er sich aber robust." Er sprach von deutlichen regionalen Unterschieden. In stark industrialisierten Gegenden, vor allem in Süddeutschland, zeige sich inzwischen die Schwäche in der Metall- und Elektroindustrie auch am Arbeitsmarkt.

Arbeitsminister Heil sagte: "Trotz der Beschäftigungszunahme gibt es weltwirtschaftliche Risiken, die wir beobachten, und einen Strukturwandel am Arbeitsmarkt, den wir gestalten." Im Mittelpunkt stehe dabei auch die Zulieferindustrie und der Maschinenbau. "Wir werden weitere Instrumente für Qualifizierung und Weiterbildung zur Verfügung stellen."

Klar steigend ist etwa auch bundesweit die Tendenz zur Kurzarbeit. Waren im August noch 50 000 Menschen in Kurzarbeit, stieg die Zahl bis Ende September auf 59 000. Zusätzlich sind für weitere 49 000 Menschen Anträge gestellt worden. Im September 2018 lag die Zahl der Kurzarbeiter noch bei 34 000.

Auch wenn Kurzarbeit für die Betroffenen unschön sei: "Wir finden die Zahlen unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten nach wie vor unauffällig", sagte Scheele. Zur Zeit der Euro-Krise um das Jahr 2013 waren teils mehr als 100 000 Menschen in Kurzarbeit.

Auch bei den offenen Stellen schlage sich die Konjunkturproblematik in der Arbeitsmarktstatistik nieder. Mit 736 000 gemeldeten Stellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin hoch. Sie liegt aber um 71 000 Plätze unter dem Niveau des Vorjahres.

Der vergleichsweise deutliche November-Rückgang der Arbeitslosigkeit kam für viele Volkswirte überraschend. Auch Scheele betonte: "Der Rückgang ist für einen November eher groß."

Im Oktober war die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum September noch um 30 000 auf 2,204 Millionen gesunken. Experten zufolge ist die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt trotz schwacher Konjunktur vor allem auf den Konsum zurückzuführen. Die weiterhin positive Konsumlaune gleiche die Schwächen etwa in der Industrie aus. Vor allem die Autoindustrie als Leitbranche in Deutschland leidet derzeit unter schwierigen Weltmarktbedingungen.

Saisonbereinigt lag die Zahl der Arbeitslosen im November um 16 000 unter dem Vormonat. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hatte in seinem jüngsten Arbeitsmarktbarometer für die nächsten drei Monate wieder eine leichte Besserung gesehen.

Als erfreulich wurde es bei der Bundesagentur erachtet, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Deutschland im November nochmals nach unten ging. Waren im Oktober noch 708 000 Menschen länger als ein Jahr ohne Job, sank die Zahl im November auf 698 000 - der niedrigste Wert seit 1992.

Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass in den vergangenen Jahren mit guter Konjunktur weniger Menschen überhaupt erst in die Langzeitarbeitslosigkeit geraten sind. "Wer arbeitslos wurde, hat schnell wieder eine Stelle gefunden", sagte Scheele. Lange Zeit habe die Zahl der Langzeitarbeitslosen über einer Million gelegen. "Da ist Bewegung reingekommen."

Auch die neuen Regelungen aus dem Teilhabechancengesetz hätten seit Januar rund 45 000 Menschen einen Arbeitsplatz gebracht, sagte der Arbeitsmarktexperte. Bundesarbeitsminister Heil betonte, es dürfe nicht nachgelassen werden, diese Menschen zu integrieren.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

AUSBLICK: Die Konjunkturdaten der Woche aus der Eurozone im Überblick. FRANKFURT - In der Eurozone stehen in der Woche vom 16. bis 20. Dezember einige wichtige Konjunkturdaten auf dem Kalender. Es werden Frühindikatoren aus der ersten Reihe für den Monat Dezember veröffentlicht. So steht der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone im Blick der Märkte. Mit dem Ifo-Geschäftsklima wird zudem der wichtigste deutsche Frühindikator veröffentlicht. AUSBLICK: Die Konjunkturdaten der Woche aus der Eurozone im Überblick (Wirtschaft, 13.12.2019 - 17:22) weiterlesen...

AUSBLICK: Die Konjunkturdaten der Woche aus den USA im Überblick. FRANKFURT - In der Woche vom 16. bis 20. Dezember stehen in den USA unter anderem Daten zur Industrieproduktion im November im Mittelpunkt des Interesses. Bei den Kennzahlen, die am Dienstag erwartet werden, zeichnet sich nach Einschätzung von Analysten ein kräftiger Anstieg ab. Als Ursache gilt das Ende eines Streiks beim Autobauer General Motors. AUSBLICK: Die Konjunkturdaten der Woche aus den USA im Überblick (Wirtschaft, 13.12.2019 - 17:07) weiterlesen...

USA: Einzelhandel macht weniger Umsatz als erwartet. Die Erlöse erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen deutlicheren Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Allerdings wurde der Zuwachs im Vormonat von 0,3 auf 0,4 Prozent korrigiert. WASHINGTON - Der US-Einzelhandel hat im November weniger Umsatz erzielt als erwartet. (Boerse, 13.12.2019 - 14:48) weiterlesen...

USA: Einfuhrpreise sinken etwas stärker als erwartet. Zum Vorjahresmonat seien die Einfuhrpreise um 1,3 Prozent gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten im Mittel einen Rückgang um 1,2 Prozent erwartet. Im Vormonat waren die Einfuhrpreise deutlich stärker um 3,0 Prozent gefallen. WASHINGTON - In den USA sind die Preise von importierten Gütern im November etwas stärker als erwartet gefallen. (Wirtschaft, 13.12.2019 - 14:43) weiterlesen...

Spanien: Verbraucherpreise steigen etwas stärker. Die nach europäischer Methode errechneten Lebenshaltungskosten (HVPI) lagen 0,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt INE am Freitag in Madrid laut einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit wurde eine erste Schätzung wie von Volkswirten erwartet bestätigt. Im Vormonat hatte die Teuerung noch 0,2 Prozent betragen. MADRID - In Spanien sind die Verbraucherpreise im November wieder etwas stärker gestiegen. (Wirtschaft, 13.12.2019 - 09:22) weiterlesen...

ROUNDUP/Experten: Deutsche Wirtschaft kriecht ins neue Jahr. Nach 0,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt 2020 um 1,1 Prozent zulegen, ein Jahr später um 1,5 Prozent, prognostizierten das Ifo-Institut und das Kieler Instituts für Weltwirtschaft am Donnerstag. Die Zahl der Arbeitslosen werde weiter sinken. BERLIN/KIEL/HALLE (Saale) - Die deutsche Wirtschaft nimmt aus Sicht von Ökonomen im nächsten Jahr erst langsam wieder Fahrt auf. (Wirtschaft, 12.12.2019 - 14:47) weiterlesen...