Indikatoren, Regierungen

NÜRNBERG - Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, geht trotz steigender Konjunkturskepsis von einer weiter positiven Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt aus.

09.08.2018 - 06:32:35

BA-Chef Scheele: Auch 2019 keine Trendwende am Arbeitsmarkt absehbar. "Wenn man über die nächsten sechs Monate spricht, muss man sich keine Sorgen machen", sagte Scheele der Deutschen Presse-Agentur. Gegenwärtig und für das kommende Jahr spreche nichts für einen Abschwung oder eine Krise. "Wir sehen zunächst auch für 2019 keine Trendwende am Arbeitsmarkt", sagte Scheele. Was darüber hinaus sei, könne man vom jetzigen Standpunkt aus nur schwer sagen.

Gegenwärtig und für das kommende Jahr spreche nichts für einen Abschwung oder eine Krise. "Wir sehen zunächst auch für 2019 keine Trendwende am Arbeitsmarkt", sagte Scheele. Was darüber hinaus sei, könne man vom jetzigen Standpunkt aus nur schwer sagen. "Die Situation für 2020 vorauszusagen ist wie ein Blick in die Glaskugel."

Im Sommer steige die Arbeitslosigkeit zwar wie gewohnt durch Werksferien und noch nicht vermittelte Jugendliche in Ausbildung etwas. "Aber dann mit der Herbstbelebung wird es wahrscheinlich zu einer Vier vor dem Komma bei der Arbeitslosenquote kommen", so Scheele. Im Juli betrug die Arbeitslosenquote 5,1 Prozent - die Bundesagentur registrierte 2,325 Millionen Menschen ohne Job.

Ein Risiko für den Arbeitsmarkt bleibt laut Scheele der von den USA angeheizte Handelsstreit. Einen nachhaltig negativen Einfluss sieht er aber nicht. Die Stabilität am Arbeitsmarkt hänge nicht allein am Außenhandel. "Wir haben eine ganze Reihe von Berufen, die konjunkturunabhängig sind." Das seien zum Beispiel Sozial-, Erziehungs- oder Pflegeberufe. Außerdem sei die Binnennachfrage stark, die jüngsten Tarifabschlüsse stützten diese.

Der näher rückende EU-Austritt Großbritanniens ("Brexit") wird laut Scheele nicht ohne Auswirkungen bleiben - wenngleich diese für den hiesigen Arbeitsmarkt eher gering ausfielen. "Die Folgen des Brexits werden vor allem die Menschen im Vereinten Königreich tragen müssen." In "Siegesgeheul" müsse man dennoch nicht ausbrechen. Der Brexit sei insgesamt nicht wünschenswert.

Eines der drängendsten Probleme am Arbeitsmarkt sei der Fachkräftemangel. Das inländische Erwerbspersonenpotenzial müsse bestmöglich ausgeschöpft werden, so Scheele. Ein Fachkräftezuwanderungsgesetz wäre von Vorteil. Mit 1,2 Millionen offener Stellen meldete die Denkfabrik der BA, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), im zweiten Quartal ein Rekordhoch.

Doch der Engpass habe auch seine Vorteile. Das Entlassungsrisiko selbst bei Auftragsmangel sei im Moment so gering wie selten zuvor: "Die Unternehmen sagen sich, wenn ich den jetzt nach Hause schicke, ist es schwer, einen neuen Mitarbeiter zu finden, wenn das Geschäft wieder anzieht."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Haushaltsstreit zwischen EU und Italien spitzt sich zu (Wirtschaft, 19.10.2018 - 22:46) weiterlesen...

Haushaltsstreit zwischen EU und Italien spitzt sich zu. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz forderte die Regierung in Rom am Freitag mit scharfen Worten zur Einhaltung der EU-Schuldenregeln auf. Unterdessen gerieten nicht nur italienische Staatsanleihen unter Druck. BRÜSSEL/ROM - Der sich zuspitzende Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission sorgt zunehmend für Nervosität innerhalb der Union und an den Finanzmärkten. (Wirtschaft, 19.10.2018 - 20:12) weiterlesen...

EU-Kommission sieht Unklarheiten bei Budget-Entwürfen in fünf Staaten. Entsprechende Briefe verschickte die Brüsseler Behörde am Freitag an Belgien, Frankreich, Portugal, Spanien und Slowenien. Die Länder müssen nun zusätzliche Informationen an die für die Haushaltsüberwachung in Europa zuständige Kommission übermitteln. Diese gibt dann bis Ende November eine Empfehlung an die europäischen Finanzminister, ob sie einen drohenden Verstoß gegen geltende Haushaltsregeln sieht. BRÜSSEL - Die EU-Kommission sieht in fünf Euro-Staaten Ungereimtheiten bei den Haushaltsentwürfen für 2019. (Wirtschaft, 19.10.2018 - 19:40) weiterlesen...

Bundesrat billigt Hessens Vorstoß im Kampf gegen nächtlichen Fluglärm. Die Länderkammer nahm am Freitag nach Mitteilung von Hessens Verkehrsministerium im Kampf gegen Nachtlärm einstimmig einen Entwurf dieses Bundeslandes zur Änderung des Luftverkehrsgesetzes an. BERLIN/FRANKFURT - Bei verspäteten nächtlichen Landungen auf Flughäfen mit Nachtflugverbot soll künftig nach dem Willen des Bundesrats gegen Fluggesellschaften ein Bußgeld verhängt werden können. (Boerse, 19.10.2018 - 19:38) weiterlesen...

EU-Kommission genehmigt Übernahme von GitHub durch Microsoft. Die Brüsseler Kartellwächter sehen keine Beeinträchtigung des Wettbewerbs und genehmigten den Zusammenschluss am Freitag ohne Auflagen. Auch gebe es für Microsoft keinen Anreiz, den offenen Charakter der Plattform von GitHub zu verändern, urteilte die Kommission. Die Übernahme ist dem Softwarekonzern aus Redmond insgesamt 7,5 Milliarden Dollar (rund 6,4 Mrd Euro) wert. BRÜSSEL - Microsoft hat von der EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme der populären Software-Entwicklungsplattform GitHub bekommen. (Boerse, 19.10.2018 - 18:01) weiterlesen...

Bouffier begrüßt Druck für Diesel-Hardware-Nachrüstung. Die Bundesregierung solle dafür Sorge tragen, "dass die Hersteller in die Verantwortung für die Kosten zu nehmen sind", heißt es in einem Antrag der Länder Hessen, Berlin und Brandenburg, den der Bundesrat am Freitag in Berlin annahm. BERLIN/WIESBADEN - Die Bundesländer pochen im Kampf gegen Luftverschmutzung und Fahrverbote auf Hardware-Nachrüstungen von Dieselautos. (Boerse, 19.10.2018 - 17:06) weiterlesen...