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Tarife, Luftverkehr

Noch in Juni mussten viele Mitarbeiter des Ferienfliegers Condor um ihre Jobs bangen.

22.07.2020 - 15:33:00

Einigung erzielt - Ferienflieger Condor plant keine Kündigungen in der Krise. Nun soll es nach einer Einigung mit Arbeitnehmervertretern vorerst keine Kündigungen geben.

Condor einigte sich nun nach eigenen Angaben mit den Betriebsräten sowie mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC), Ufo und Verdi. "Dank tragfähiger und verantwortungsvoller Vereinbarungen mit allen Sozialpartnern bleiben alle an Bord", sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup.

Dabei stockt Condor selbst die Gehälter der Beschäftigten im Gegensatz zu anderen Unternehmen nicht auf, sagte eine Sprecherin. Unter den Piloten gäben allerdings diejenigen, die fliegen, künftig Geld an diejenigen ab, die nicht fliegen können - etwa weil Langstreckenflüge wegen der Reisebeschränkungen derzeit nicht stattfinden. Zudem könnten Mitarbeiter nun kurzfristiger und flexibler eingesetzt werden.

Ein Sprecher der Pilotengewerkschaft VC Cockpit sprach von Einschnitten, die vertretbar seien. Verdi vereinbarte für die Beschäftigten am Boden, in der Technik und für die von ihr vertretenen Flugbegleiter unter anderem einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2026. Im Gegenzug habe man Zugeständnisse bei Abfindungen bei freiwilligem Ausscheiden gemacht.

Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies sprach von einem "sehr mutigen Versuch des Managements, alle Mitarbeiter an Bord zu halten". Die Flugbegleitergewerkschaft vereinbarte für die von ihr vertretenen Kabinenmitarbeiter einen Kündigungsschutz bis Ende 2025. Im Gegenzug gebe es die Option, Zugeständnisse bei Abfindungen zu machen, sollte sich die Lage deutlich verschärfen.

Noch im Juni hatte Teckentrup geschätzt, dass Condor zwischen 650 und 1000 Jobs abbauen müsste. Auch zwei ehemalige Schwestergesellschaften

- Thomas Cook Aviation und Thomas Cook Balearics -, die zuvor fast

ausschließlich für Condor flogen, mussten aufgeben. In der gesamten Airline-Branche stehen derzeit zigtausend Jobs auf der Streichliste.

@ dpa.de