Verkehr, Bahn

Noch betreibt die Deutsche Bahn rund 3000 klimaschädliche Dieseltriebfahrzeuge.

09.09.2022 - 16:10:30

Verkehr - Bahn unternimmt erste Testfahrt mit Siemens-Wasserstoffzug. Ein Teil von ihnen könnte durch Wasserstoffzüge ersetzt werden. Der erste hatte jetzt seine Premierenfahrt.

Wegberg - Auf ihrem Weg zur Klimaneutralität 2040 hat die Deutsche Bahn am Freitag am Niederrhein eine erste offizielle Testfahrt mit einem neuen Wasserstoffzug unternommen. Der von Siemens entwickelte Zug mit dem Namen «Mireo plus H» erzeugt keine Abgase und hat in der getesteten Ausführung eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern. Er wird mit klimaneutral erzeugtem Wasserstoff betankt und stößt nur Wasserdampf aus, wie die Deutsche Bahn und Siemens im nordrhein-westfälischen Wegberg mitteilten.

Weitere Testfahrten des Zugs sind ab Herbst 2023 im Nordschwarzwald geplant - noch ohne Passagiere. Mit Fahrgästen soll der Zug dann ab 2024 ein Jahr lang als Regionalbahn zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim unterwegs sein und dort einen Dieseltriebzug ersetzen.

3000 Dieselfahrzeuge werden auf Biokraftstoff umgestellt

Die Deutsche Bahn betreibt nach eigenen Angaben noch rund 3000 Dieselschienenfahrzeuge. Um sie klimaneutral zu bekommen, sollen sie auf Bio-Kraftstoffe umgestellt werden. Bei Neufahrzeugen will die Bahn auf neue Antriebsformen wie etwa Wasserstoff- oder Batterie-Technologie setzen.

Der Zug wurde am Freitag nach der Testfahrt an einer mobilen Wasserstofftankstelle der Deutschen Bahn im Siemens-Prüfcenter in Wegberg betankt. «Erstmalig dauert dies nicht länger als die Betankung eines Dieseltriebzugs», betonte die Bahn. Dies sei ein wichtiger Aspekt angesichts eng getakteter Zugfolgen im Regionalverkehr. «Damit wird die Wasserstofftechnologie im Betriebsalltag konkurrenzfähig zum bisher verwendeten Dieselkraftstoff», hieß es weiter.

Der Wasserstoff soll ab dem Herbst 2023 im DB-Werk Tübingen durch Elektrolyse unter Einsatz von Ökostrom hergestellt werden. Gewartet werden sollen die Wasserstoffzüge von DB Regio in Ulm.

@ dpa.de

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