Flugzeugbau, Luftverkehr

Noch am Dienstagabend sah die US-Luftfahrtbehörde FAA keinen Grund für ein Startverbot für die Boeing 737 Max.

13.03.2019 - 19:51:24

Order gilt ab sofort - USA erteilen nun doch Startverbot für Boeing 737 Max. Die USA waren damit zunehmend isoliert, selbst Kanada scherte aus. Nun kommt die Wende: Auch in den USA müssen die Maschinen auf dem Boden bleiben.

  • Absturz von Lion Air - Foto: Binsar Bakkara/AP/Archiv

    Absturz vor vier Monaten: Ein Ermittler untersucht Trümmerteile einer Boeing 737 max 8 der indonesischen Gesellschaft Lion Air. Foto: Binsar Bakkara/AP/Archiv

  • Absturz in Indonesien - Foto: Binsar Bakkara/AP

    Retter mit Trümmern des Fluges Lion Air 610 im vergangenen November: Auch in Indonesien war eine Boeing 737 Max abgestürzt. Foto: Binsar Bakkara/AP

  • Boeing 737 Max 8 - Foto: Chinatopix

    Vorerst am Boden: Drei Flugzeuge der Shanghai Airlines vom Typ Boeing 737 Max 8 auf dem Flughafen Hongqiao. Foto: Chinatopix

  • Flugzeug abgestürzt - Foto: Mulugeta Ayene/AP

    Bei dem Flugzeugabsturz in Äthiopien sterben 157 Menschen. Foto: Mulugeta Ayene/AP

  • Boeing - Foto: Richard Drew/AP

    Für den Boeing-Konzern könnte das jüngste Unglück weitaus mehr als nur eine Imagekrise bedeuten. Foto: Richard Drew/AP

  • Trauernde - Foto: Mulugeta Ayene/AP

    Am Ort der abgestürzten Boeing 737 Max 8 des Fluges 302 der Ethiopian Airlines trauern Angehörige. Bei dem Absturz wurden 157 Menschen getötet. Foto: Mulugeta Ayene/AP

  • Boeing 737 Max 8 - Foto: Ted S. Warren/AP

    Plötzlich Krisenflieger: Eine Boeing 737 Max 8 vor dem Boeing-Fertigungswerk im US-amerikanischen Renton. Foto: Ted S. Warren/AP

  • Boeing 737 Max in Seattle - Foto: Preston Fiedler/AP

    Eine Boeing 737 Max der Ethiopian Airlines hebt vom Flughafen Seattle ab. Foto: Preston Fiedler/AP

Absturz von Lion Air - Foto: Binsar Bakkara/AP/ArchivAbsturz in Indonesien - Foto: Binsar Bakkara/APBoeing 737 Max 8 - Foto: ChinatopixFlugzeug abgestürzt - Foto: Mulugeta Ayene/APBoeing - Foto: Richard Drew/APTrauernde - Foto: Mulugeta Ayene/APBoeing 737 Max 8 - Foto: Ted S. Warren/APBoeing 737 Max in Seattle - Foto: Preston Fiedler/AP

Washington - Nach den EU-Staaten und zahlreichen anderen Ländern haben nun auch die USA ein Startverbot für Maschinen der Boeing 737 Max erlassen.

Alle diese Maschinen müssten mit sofortiger Wirkung am Boden bleiben, sagte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch in Washington. Eine ausführliche Mitteilung der US-Luftfahrtbehörde FAA werde in Kürze folgen, kündigte er an.

Trump reagierte damit auf den Absturz einer Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start am Sonntag in Äthiopien. Weniger als fünf Monate zuvor war eine baugleiche Maschine der Fluggesellschaft Lion Air in Indonesien abgestürzt.

Die FAA war zunehmend unter Druck geraten. Nach dem Absturz der Boeing 737 Max 8 in Äthiopien hatten Luftfahrtbehörden in Europa, Australien und weiten Teilen Asiens Flugverbote für alle baugleichen Maschinen verhängt. Zahlreiche Fluggesellschaften ließen ihre Boeing 737 Max 8 vorsichtshalber am Boden. Wenige Stunden vor den USA hatte dann auch Kanada am Mittwoch ein Start-, Lande- und Überflugverbot für alle Maschinen der Boeing 737-Max-Reihe erlassen.

Der kanadische Transportminister Marc Garneau sagte in Ottawa: «Es ist bedauerlich, aber Sicherheit muss ganz oben auf der Tagesordnung stehen.» Die Entscheidung sei auf Grundlage von neuen Informationen gefällt worden, die das Ministerium am Mittwochmorgen erhalten habe. Experten seines Ministeriums hätten damit den Flugverlauf der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 Max 8 mit dem der Maschine verglichen, die im Oktober ebenfalls kurz nach dem Start in Indonesien abgestürzt war. Dabei hätten sich Ähnlichkeiten ergeben.

Garneau betonte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Bislang sei kein Zusammenhang erwiesen, die Absturzursache in Äthiopien sei weiter unbekannt. Mit Blick auf die USA sagte der Minister: «Wir haben sie heute Morgen darüber informiert, dass wir diese Entscheidung getroffen haben.»

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte am Dienstagabend zunächst mitgeteilt, sie sehe weiterhin keinen Anlass für ein Startverbot. Bislang hätten die Überprüfungen keine Grundlage für ein Startverbot ergeben. Auch hätten Luftfahrtbehörden anderer Länder der FAA keine Daten zur Verfügung gestellt, die Maßnahmen erforderlich machten.

Die meisten Flugzeuge der Boeing-737-Max-Reihe in den USA hat Southwest Airlines im Einsatz, die Fluggesellschaft verfügt über 34 Boeing 737 Max 8. American Airlines - die größte US-Fluggesellschaft - setzt 24 Boeing 737 Max 8 ein. Für United Airlines fliegen 14 Maschinen vom größeren Typ Boeing 737 Max 9.

Nach dem Absturz in Äthiopien hatten sich Flugbegleiter von Southwest Airlines und von American Airlines für ein Startverbot für die Boeing 737 Max 8 ausgesprochen. Die Gewerkschaft APFA, die die mehr als 27 000 Flugbegleiter von American Airlines vertritt, und die Gewerkschaft TWU, in der 17 000 Flugbegleiter von Southwest Airlines organisiert sind, forderten einen entsprechenden Schritt.

@ dpa.de

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