Energie, Öl

Nicht nur Deutschland ächzt unter steigenden Energiepreisen - auch in anderen EU-Staaten werden die hohen Kosten langsam zum Problem.

26.10.2021 - 04:41:27

Europäische Union - Energiepreise: EU-Minister besprechen langfristige Maßnahmen. Was ist dagegen zu tun? Darüber gehen die Meinungen auseinander.

Brüssel - Die Energieminister der EU-Staaten beraten heute bei einem Sondertreffen in Luxemburg über Maßnahmen gegen die drastisch gestiegenen Energiepreise.

Das Thema wurde bereits beim EU-Gipfel vergangene Woche diskutiert und ist der einzige Punkt auf der Tagesordnung. Unter anderem wollen die Minister Vorschläge für langfristige Mittel gegen die Preisschwankungen besprechen.

Die EU-Kommission hatte vor zwei Wochen einen Werkzeugkasten mit Maßnahmen vorgelegt, die Staaten national gegen die hohen Preise einsetzen können - zum Beispiel Steuersenkungen oder Subventionen für kleine Unternehmen. Darüber sind sich die Länder weitgehend einig, mehrere haben solche Maßnahmen bereits umgesetzt.

Eine Gruppe von Staaten - unter anderem Frankreich und Spanien - will jedoch zusätzlich tiefgreifende Maßnahmen auf EU-Ebene, um auch in Zukunft hohe Preise zu vermeiden. Sie haben unter anderem vorgeschlagen, den Großhandelsmarkt für Strom zu reformieren, gemeinsame Gasreserven anzulegen und zusammen Gas einzukaufen. Dem gegenüber steht eine andere Gruppe, die auf marktwirtschaftliche Lösungen pocht. Deutschland und acht andere Länder sprachen sich gegen Reformen der Energiemärkte aus. Die Kommission hat bereits zugesagt, den Strommarkt genauer unter die Lupe zu nehmen und Vorschläge für gemeinsame Gaseinkäufe und Lagerung zu untersuchen.

Unter anderem Polen und Ungarn machen zudem Maßnahmen des EU-Klimapakets wie den Handel mit Kohlenstoffdioxid (CO2) für den Preisanstieg mitverantwortlich. Im EU-Emissionshandelssystem müssen etwa Stromanbieter für den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 zahlen. Mehrere Länder - darunter Deutschland - betonen jedoch, dass die Klimamaßnahmen die Lösung für die hohen Energiepreise sind, und nicht deren Ursprung. Die Europäische Kommission will sich nun Spekulation am CO2-Markt genauer anschauen.

Die Positionen der Staaten liegen weit auseinander - auch weil sie von den emporschnellenden Preisen unterschiedlich stark betroffen sind. Es ist daher unwahrscheinlich, dass bei dem Treffen der Energieminister neue Einigungen erzielt werden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

EU-Diplomaten schwer enttäuscht nach Atomgesprächen mit dem Iran. "Iran bricht mit fast allen schwierigen Kompromissen, die in mehreren Monaten harter Verhandlungen vereinbart worden waren", hieß es am Freitag aus Kreisen der deutschen, französischen und britischen Verhandler. Das Zeitfenster für eine diplomatische Lösung im Atomstreit werde deshalb immer kleiner, warnten sie. Nach fünftägigen Gesprächen in Wien kehrten die Delegationen in ihre Hauptstädte zurück, um nächste Woche wieder in der österreichischen Hauptstadt zusammenzukommen. WIEN - Der Iran hat in den neu begonnenen Atomverhandlungen aus Sicht von hochrangigen europäische Diplomaten eine destruktive Haltung eingenommen. (Boerse, 03.12.2021 - 20:52) weiterlesen...

Preis für Opec-Öl fällt deutlich. Wie das Opec-Sekretariat am Freitag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Donnerstag 70,03 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren 1,60 Dollar weniger als ein Tag zuvor. Die Opec berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells. WIEN - Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist deutlich gefallen. (Boerse, 03.12.2021 - 11:50) weiterlesen...

Iran fährt trotz Atomverhandlungen Urananreicherung weiter hoch. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien berichtete von dem jüngsten Schritt am Mittwoch, während in der österreichischen Hauptstadt diplomatische Verhandlungen zur Wiederherstellung des Nuklearpakts liefen. WIEN - Der Iran baut nach Einschätzung von Atom-Experten seine Fähigkeiten zur Anreicherung von Uran entgegen dem Nuklearabkommen von 2015 weiter aus. (Boerse, 01.12.2021 - 20:51) weiterlesen...

USA: Rohölvorräte gehen leicht zurück. Die Vorräte sanken zur Vorwoche um 0,9 Millionen Barrel auf 433,1 Millionen Barrel, wie das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten mit einem etwas deutlicheren Rückgang gerechnet. WASHINGTON - Die Lagerbestände der USA an Rohöl sind in der vergangenen Woche leicht gefallen. (Boerse, 01.12.2021 - 16:55) weiterlesen...