Produktion, Absatz

NGG kritisiert Tarifflucht im ostdeutschen Gastgewerbe

04.11.2018 - 14:08:24

NGG kritisiert Tarifflucht im ostdeutschen Gastgewerbe. LEIPZIG - Die Gewerkschaft NGG kritisiert eine Tarifflucht in der ostdeutschen Hotel- und Gaststätten-Branche. "Die Situation im ostdeutschen Gastgewerbe muss man bei der Tarifbindung dramatisch nennen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Guido Zeitler, vor dem Beginn des NGG-Gewerkschaftstages (5. bis 9. November) in Leipzig. "Wir haben gerade einmal zehn Prozent der Betriebe, die an die geltenden Tarifverträge gebunden sind." In Westdeutschland seien 27 Prozent der Betriebe tarifgebunden.

Die Tarifflucht führe zu Niedriglöhnen. Zwar könne es im Einzelfall sein, dass ein Betrieb freiwillig mehr zahle als den Tariflohn. "Aber alle Statistiken zeigen, dass Tarifverträge deutlich bessere Entlohnung und weitere Sonderleistungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubszeit und günstiger geregelte Arbeitszeiten bieten", sagte Zeitler. Ein Geschäftsmodell, das auf schlechter Bezahlung der Mitarbeiter basiere, sei schlicht ein falsches Geschäftsmodell.

Der NGG-Vize kritisierte zudem den Arbeitgeberverband Dehoga, der in allen ostdeutschen Landesverbänden sogenannte OT-Mitgliedschaften - ohne Tarifbindung - anbiete. "Das heißt, man nimmt die Angebote als Wirtschaftsverband gerne wahr. Die sozialpolitische Verantwortung wollen diese Arbeitgeber aber nicht mehr wahrnehmen."

Der Dehoga-Bundesverband wies diese Kritik zurück. Die Mehrzahl der Beschäftigten arbeite in Betrieben, die unmittelbar an Tarifverträge gebunden seien oder sich daran orientierten. "Wenn ein Arbeitgeber nicht tarifgebunden ist, bedeutet das nicht automatisch, dass er seine Mitarbeiter schlechter bezahlt", betonte der Verband.

OT-Mitgliedschaften gebe es zudem auch in Bayern, Hamburg und Hessen. Sie seien nicht spezifisch für das Gastgewerbe, sondern es gebe sie in Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie oder im Handel.

Für die NGG sei das Gastgewerbe auch über den Osten hinaus ein schwieriges Feld, sagte Zeitler. Von den bundesweit zwei Millionen Beschäftigten seien eine Million Mini-Jobber. Da werde viel getrickst und schwarz entlohnt. "In dieser Branche will man sich nicht gerne an Regeln halten", sagte Zeitler. Dass die Arbeitgeber das Arbeitszeitgesetz immer wieder als zu unflexibel kritisierten, wies der Gewerkschafter als unberechtigt zurück. Vielerorts sei schlechte Planung des Personaleinsatzes das Problem.

Die NGG hat nach eigenen Angaben bundesweit 200 000 Mitglieder. Sie betreut die Ernährungsindustrie mit rund 700 000 Beschäftigten, das Gastgewerbe mit gut 2 Millionen Mitarbeitern, das Bäckerei- und Fleischereihandwerk sowie Brauereien.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Juncker: Europa und Afrika sind eine 'Schicksalsgemeinschaft'/Siemens investiert. Beide Kontinente stünden in einer Schicksalsgemeinschaft, für die eine Partnerschaft auf Augenhöhe wichtig sei, sagte Juncker zum Auftakt des EU-Afrika-Forums am Dienstag in Wien. Es sei nicht mehr angemessen, von einem Geber-Nehmer-Verhältnis zu reden oder die Beziehung auf den Aspekt der Migration zu reduzieren. WIEN - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat für einen veränderten Blick Europas auf Afrika geworben. (Boerse, 18.12.2018 - 12:02) weiterlesen...

EU-Unterhändler beschließen strengere Regeln für faule Kredite. Darauf einigten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments am Dienstag in Brüssel. Beide Seiten müssen die Einigung noch offiziell annehmen, bevor sie in Kraft treten kann. BRÜSSEL - Für Banken in Europa sollen künftig bei der Vergabe von Risikokrediten strengere Auflagen gelten. (Boerse, 18.12.2018 - 11:53) weiterlesen...

Daimler rechnet 2018/2019 mit steigenden CO2-Flottenwerten. Grund sei unter anderem der strengere sogenannte WLTP-Standard, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag in Stuttgart - aber auch die hohe Nachfrage nach leistungsstarken Fahrzeugen. Bei dem neuen Messerverfahren WLTP geht es um eine bessere Abbildung des tatsächlichen Verbrauchs sowie der Schadstoff- und CO2-Emissionen. STUTTGART - Daimler rechnet nach der Umstellung der Messverfahren für den Abgasausstoß in diesem und im kommenden Jahr zunächst mit höheren CO2-Werten bei seinen verkauften Autos. (Boerse, 18.12.2018 - 11:39) weiterlesen...

Sicherheitsexperte: Keine Gewissheit in Spionage-Vorwurf gegen Huawei. Chinesische Unternehmen stünden "generell unter Generalverdacht", sagte Dickow am Dienstag dem "Deutschlandfunk". Doch weder der Bundesnachrichtendienst noch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI oder britische Geheimdienste hätten bislang konkrete Beweise dafür, dass Huawei tatsächlich Hintertüren für Spionagezwecke in seine Geräte verbaue. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt zum Boykott von Huawei-Technik aufgerufen. BERLIN - Nach den Spionage-Vorwürfen gegen den chinesischen Technologie-Konzern Huawei gibt es nach Einschätzung des Sicherheitsexperten Marcel Dickow von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik auch weiterhin keine konkrete Gewissheit. (Wirtschaft, 18.12.2018 - 11:25) weiterlesen...

Wichtiges Ölfeld in Libyen wegen Sicherheitsbedenken geschlossen. Die von bewaffneten Gruppen ausgehende Gewalt und Bedrohung gegen Mitarbeiter hätten zur Einstellung der Produktion geführt, teilte die Ölgesellschaft am späten Montagabend mit. Die Produktion könne erst wieder aufgenommen werden, wenn alternative Sicherheitsmaßnahmen ergriffen würden. TRIPOLIS - Libyens staatliche Ölgesellschaft NOC hat wegen Sicherheitsbedenken die Produktion in dem wichtigen Ölfeld Scharara vorerst eingestellt. (Boerse, 18.12.2018 - 11:21) weiterlesen...

Niederschläge verkürzen Produktionsstopp bei K+S - Aktie zieht an. Der Konzern rechnet deshalb mit geringeren negativen Auswirkungen auf sein Geschäft als bisher gedacht. Infolge der Niederschläge der vergangenen Wochen führe die Werra wieder mehr Wasser und die Entsorgungssituation des dortigen Kaliwerkes habe sich entspannt, teilte der Konzern am Dienstag in Kassel mit. KASSEL - Kleiner Lichtschimmer beim Düngemittel- und Salzhersteller K+S : Das Unternehmen muss seine Produktion an der Werra nur für wenige Tage unterbrechen. (Boerse, 18.12.2018 - 11:07) weiterlesen...