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NEW YORK - Nach Einschätzung der UN-Entwicklungsorganisation UNDP bremsen Deutschland und andere Länder die Bekämpfung der Corona-Pandemie, indem sie eine Freigabe von Patenten für Impfstoffe blockieren.

17.06.2021 - 05:44:29

UN: Deutsches Bremsen bei Impf-Patenten behindert Pandemie-Bekämpfung. "Rechte an geistigem Eigentum sind ein Hindernis für eine beschleunigte Verbreitung und Produktion von Impfstoffen", sagte UNDP-Chef Achim Steiner der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe bei Vorstößen wie jenem zur Patent-Freigabe zwar immer Bedenken, doch "Risiko ist kein Grund, jetzt nicht zu handeln". Die Freigabe von Patenten müsse als eine von mehreren Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um der eklatanten Ungleichheit beim Verteilen der Vakzine zu begegnen.

und Astrazeneca zwei erfolgreiche Hersteller von Corona-Vakzinen.

Der deutsche UN-Mann Steiner, der am Donnerstag seine zweite Amtszeit als Entwicklungschef und dritthöchster Diplomat bei den Vereinten Nationen antritt, nannte die einseitige Verteilung der Impfstoffe zugunsten der Industrienationen "nicht zu vertreten". Die Staatengemeinschaft habe es vergangenes Jahr verpasst, das internationale Impfprogramm Covax mit genügend Geld auszustatten. Stattdessen seien die ärmsten Länder nun von jenen Staaten abhängig, die die Impfstoffe herstellten und zudem die Patente an ihnen besäßen. "Das ist kein gute Position für eine globale Familie und eine Gemeinschaft von Nationen", so Steiner weiter.

Das Versprechen der Industrienationen beim G7-Gipfel, mindestens eine Milliarde Impfdosen bis Mitte 2022 bereitzustellen, sei aus Sicht der Bedürftigen nicht ausreichend. "In den Augen vieler, die in den Entwicklungsländern leben, ist es immer noch zu wenig und zu lang hin", sagte Steiner. Allerdings empfinde er es ebenfalls als falsch, Regierungen dafür zu verurteilen, dass ihre eigenen Bevölkerungen für sie Vorrang bei der Bekämpfung der Pandemie hätten.

@ dpa.de

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