Indikatoren, Schweiz

NEUENBURG - Die Inflation in der Schweiz zieht weiter an.

04.07.2022 - 10:26:02

Schweiz: Inflation steigt auf höchsten Stand seit 1993. Im Juni stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,4 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik am Montag in Neuenburg (Neuchatel) mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit dem Jahr 1993. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um 0,5 Prozent. Die Erwartungen von Analysten wurden jeweils übertroffen.

Die Statistiker erklärten den Zuwachs im Monatsvergleich mit verschiedenen Faktoren, darunter höhere Preise für Treibstoffe und Heizöl. Wie auch andere Länder leidet die Schweiz unter stark gestiegenen Preisen für Energie und Rohstoffe. Ein wichtiger Grund hierfür ist der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Beide Länder sind große Rohstofflieferanten.

Allerdings liegt die Inflation in der Schweiz deutlich niedriger als in vielen europäischen Nachbarländern. In Deutschland sind die Verbraucherpreise im Juni nach erster Schätzung um 7,6 Prozent, in der Eurozone um 8,6 Prozent gestiegen. Die Inflationsrate wird in der Schweiz zwar etwas anders berechnet als in der Eurozone. Zur besseren Vergleichbarkeit geben die Schweizer aber auch den in der Eurozone üblichen harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) an, der im Juni zum Vorjahresmonat um 3,2 Prozent gestiegen ist.

Die Schweizer Notenbank SNB hat bereits auf die Inflationsentwicklung reagiert. Mitte Juni hat sie ihren Leitzins deutlich angehoben, was viele Fachleute überraschte. Denn die SNB ist damit der Europäischen Zentralbank (EZB) zuvorgekommen, die für Juli und September Zinsanhebungen in Aussicht gestellt hat. Viele Analysten hatten erwartet, dass die SNB nach der EZB handelt, da die Schweiz wirtschaftlich eng mit der Eurozone verbunden ist.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Studie: In Deutschland fehlen mehr als eine halbe Million Fachkräfte. Besonders groß sei die Personalnot in der Sozialarbeit, der Erziehung, der Pflege, dem Handwerk und der Informationstechnik, berichtete das IW am Freitag in Köln. Zuvor hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe darüber berichtet. KÖLN - In Deutschland fehlen nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mehr als eine halbe Million Fachkräfte. (Wirtschaft, 12.08.2022 - 11:24) weiterlesen...

Eurozone: Industrie steigert Produktion deutlich stärker als erwartet. Gegenüber dem Vormonat habe die Gesamtherstellung um 0,7 Prozent zugelegt, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Zuwachs um 0,2 Prozent gerechnet. LUXEMBURG - Die Industrieunternehmen der Eurozone haben ihre Produktion im Juni deutlich stärker als erwartet ausgeweitet. (Wirtschaft, 12.08.2022 - 11:08) weiterlesen...

Spanien: Inflation steigt etwas weniger als erwartet. Die nach europäischer Methode gemessenen Verbraucherpreise (HVPI) erhöhten sich im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,7 Prozent, wie das Statistikamt INE am Freitag in Madrid nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Eine erste Schätzung wurde damit um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert. Im Vormonat hatte die Rate 10,0 Prozent betragen. MADRID - Der rasante Preisauftrieb in Spanien hat sich etwas weniger stark beschleunigt als zunächst gedacht. (Wirtschaft, 12.08.2022 - 10:28) weiterlesen...

Großbritannien: Industrie produziert weniger. Die Gesamtproduktion sei gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem noch stärkeren Minus von 1,4 Prozent gerechnet. LONDON - Die Industrieunternehmen in Großbritannien haben im Juni weniger hergestellt. (Wirtschaft, 12.08.2022 - 08:56) weiterlesen...

Großbritannien: Wirtschaft schrumpft minimal. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel gegenüber dem ersten Quartal um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Analysten hatten für das zweite Jahresviertel im Schnitt mit einem etwas höheren Minus von 0,2 Prozent gerechnet. Der leichte Rückgang im zweiten Quartal folgte auf einen Zuwachs von 0,8 Prozent im Vorquartal und einem Wachstum von 1,3 Prozent im vierten Quartal 2021. LONDON - Die Wirtschaft Großbritanniens ist im zweiten Quartal leicht geschrumpft. (Wirtschaft, 12.08.2022 - 08:36) weiterlesen...

Inflationsrate in Argentinien steigt auf 71 Prozent. Die Preise kletterten im Juli gegenüber dem Vorjahr um 71 Prozent, wie die Statistikbehörde (Indec) am Donnerstag mitteilte. Allein im Juli legten die Preise um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Das ist fast soviel wie in Deutschland im ganzen Jahr. Zuletzt kündigte die Regierung an, Preise und Gehälter für zwei Monate einzufrieren, um den Wertverfall der Landeswährung Peso zu bremsen. BUENOS AIRES - Angesichts der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Inflationsrate in Argentinien auf über 70 Prozent gestiegen. (Wirtschaft, 11.08.2022 - 21:31) weiterlesen...