Tarife, Bahn

Nach der Gewerkschaft EVG steigt auch die Lokführergewerkschaft GDL in die Tarifrunde ein.

12.10.2018 - 13:21:23

Tarifrunde 2018 - Lokführer wollen mehr Geld und klarere Regeln für Ruhezeiten. Die Geldforderungen beider sind gleich, der Schwerpunkt sonst aber ein anderer. Der streitbare GDL-Chef Weselsky überrascht.

Berlin - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will in der Tarifrunde 2018 mit der Deutschen Bahn möglichst ohne Streik zu einem Kompromiss kommen. Sie fordert 7,5 Prozent mehr Geld bei zwei Jahren Vertragslaufzeit und präzisere Arbeitszeitregeln.

«Beide Seiten starten mit dem festen Willen, im Verhandlungswege zu einem Ergebnis zu kommen», sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky vor dem ersten Treffen beider Seiten in Berlin. Er sage «ganz klar und deutlich: Wir definieren uns in dieser Zeit, wenn wir nicht dazu herausgefordert werden, über Verhandlungen», antwortete Weselsky auf die Frage nach Streiks noch in diesem Jahr.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler zeigte sich zuversichtlich, dass eine Einigung bald gelingen könne. «Es ist unsere Absicht, dass wir das möglichst vor Weihnachten abschließen. Das ist sehr ambitioniert, aber aus unserer Sicht machbar», sagte Seiler.

Die GDL will die Regeln für Ruhezeiten zwischen den Schichten und Pausen für die rund 36 000 Mitarbeiter des Zugpersonals konkreter festlegen, wie Weselsky verdeutlichte. Viele Manager im Bahnkonzern versuchten, die bestehenden Tarifregeln zur Arbeitszeit zu umgehen. Das Zugpersonal arbeite rund um die Uhr und brauche deshalb spezielle Arbeitszeitregelungen im Tarifvertrag.

Anders als für die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) steht für die GDL die Wahlmöglichkeit zwischen mehr Geld, mehr Urlaub oder weniger Wochenarbeitszeit nicht im Mittelpunkt. «Eine weitere Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei gleichem Entgelt ist von uns weder gefordert noch zielführend in dieser Personalsituation», sagte der GDL-Chef mit Blick auf den Fachkräftemangel, den auch die Bahn spürt.

Die EVG hatte am Donnerstag erstmals mit der Bahn verhandelt. Anschließend hieß es bei der Gewerkschaft, das angestrebte Wahlrecht zwischen Lohnerhöhung und mehr Freizeit könne zum «Knackpunkt» dieser Tarifrunde werden. Die jüngste Lohnerhöhung können die Eisenbahner seit Anfang dieses Jahres auf Wunsch in sechs Tage mehr Urlaub oder eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit umwandeln. Die EVG will dieses Wahlmodell erweitern.

Die GDL verhandelt für rund 36 000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter fallen nach Bahn-Angaben 18 800 Lokführer, 3200 Lokrangierführer, 9100 Zugbegleiter, 2600 Mitarbeiter der Bordgastronomie und 2100 Verkehrsplaner. Insgesamt geht in den Tarifverhandlungen um 160 000 Beschäftigte, darunter auch die von Tochtergesellschaften wie DB Services oder DB Sicherheit.

Nach den Worten Weselskys wird es eine Abstimmung mit der konkurrierenden EVG während der Verhandlungen voraussichtlich nicht geben. Bahnvorstand Seiler hielt fest, «dass wir an mehr oder weniger parallel verlaufenden Verhandlungen interessiert sind, um auch möglichst über diesen Weg inhaltsgleiche Ergebnisse zu erzielen».

Die nächsten Verhandlungstermine sind bereits vereinbart: Mit der EVG geht es am 29. Oktober und 15. November weiter. Die nächsten Runden mit der GDL sind für den 2. November und 19. November vereinbart.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bundesweite Bahn-Warnstreiks zum Wochenstart. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft rief für die Zeit von 5.00 bis 9.00 Uhr zum Ausstand auf. Es drohen Zugusfälle und Verspätungen im Regional- und Fernverkehr sowie bei den S-Bahnen. Die Bahn erwartet, dass der Zugverkehr im ganzen Land «stark beeinträchtigt» werden dürfte. Auch in den Stunden nach dem Warnstreik-Ende sei noch mit Störungen zu rechnen. Berlin - Die neue Woche beginnt für Tausende Pendler und Fernreisende ungemütlich: Bei der Deutschen Bahn wollen Beschäftigte mit einem bundesweiten Warnstreik morgen die Arbeit niederlegen. (Politik, 09.12.2018 - 21:10) weiterlesen...

EVG will ohne neues Bahn-Angebot nicht verhandeln. Das sagte ein EVG-Sprecher vor Journalisten in Berlin. Man hoffe, dass der Bahnvorstand die Signale verstanden habe, sonst seien weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen. Zuvor hatte die Bahn in einem Brief an die EVG-Führung appelliert, bereits am Montag wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Für morgen rief die EVG zu bundesweiten Warnstreiks von 5.00 bis 9.00 Uhr auf. Berlin - Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft will erst nach einem verbesserten Angebot die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn wieder aufnehmen. (Politik, 09.12.2018 - 20:28) weiterlesen...

Pendlern drohen Probleme - Bundesweite Bahn-Warnstreiks zum Wochenstart. Die mächtigen Gewerkschaften EVG und GDL haben schon mehrfach mit Ausständen den Zugverkehr lahmgelegt. Nun geht es wieder los - die Tarifrunde ist unterbrochen, am Montag gibt es Warnstreiks. Wenn bei der Deutschen Bahn Tarifverhandlungen laufen, zittern oft auch die Kunden. (Wirtschaft, 09.12.2018 - 17:00) weiterlesen...

EVG: Bahn-Warnstreiks am Montag zwischen 5 und 9 Uhr. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft rief Beschäftigte des Konzerns für die Zeit zwischen 5 und 9 Uhr zu dem Ausstand auf. Dies teilte ein EVG-Sprecher mit. Die Bahn geht davon aus, dass die Arbeitsniederlegungen «den Zugverkehr voraussichtlich bundesweit stark beinträchtigen» werden. Auch in den Stunden nach dem Warnstreik-Ende sei mit Störungen zu rechnen. Berlin - Kunden der Deutschen Bahn müssen am Montagmorgen wegen eines Warnstreiks bundesweit mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. (Politik, 09.12.2018 - 16:32) weiterlesen...

Pendlern drohen Probleme - Bahn-Warnstreiks am Montag zwischen 5 und 9 Uhr. Die mächtigen Gewerkschaften EVG und GDL haben schon mehrfach mit Ausständen den Zugverkehr lahmgelegt. Nun geht es wieder los - die Tarifrunde ist unterbrochen, am Montag gibt es Warnstreiks. Wenn bei der Deutschen Bahn Tarifverhandlungen laufen, zittern oft auch die Kunden. (Wirtschaft, 09.12.2018 - 16:28) weiterlesen...

Pendlern drohen Probleme - Gewerkschaft: Bahn-Warnstreiks am Montag zwischen 5 und 9 Uhr. Die Aktionen sollen vier Stunden dauern und bundesweit laufen. Bisher war die Ankündigung recht vage - nun teilt die Gewerkschaft EVG mit, wann am Montag konkret bei der Deutschen Bahn gestreikt wird. (Wirtschaft, 09.12.2018 - 16:21) weiterlesen...