Tiere, Deutsche

Nach dem Skandal um Abgas-Tests mit Affen in den USA macht sich die deutsche Chemie- und Pharmabranche dafür stark, die Zahl der Tierversuche weiter zu reduzieren.

13.02.2018 - 00:03:13

Deutsche Chemiekonzerne wollen Zahl der Tierversuche reduzieren

"Die Industrie und auch die BASF setzt - wo immer möglich - zahlreiche Ersatz- und Ergänzungsmethoden ein, um den Tiereinsatz zu reduzieren", sagte eine Sprecherin der BASF der "Welt" (Dienstagausgabe). Allerdings sehen sich die Unternehmen in Deutschland derzeit unter anderem noch durch die strengen Vorgaben der Behörden eingeschränkt.

Schon heute verwendet der Konzern nach eigenen Angaben rund 30 Alternativmethoden für mehr als ein Drittel der toxikologischen Untersuchungen, etwa bei der Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute. Ein schnelles Ende der Tierversuche erwartet man in Ludwigshafen dennoch nicht: "Es wird nicht möglich sein, Tierversuche in absehbarer Zeit vollständig durch Alternativmethoden zu ersetzen, da sich zahlreiche Fragestellungen nur am lebenden Organismus beantworten lassen und seitens der Behörden auf die Durchführung von Tierversuchen nach festgelegten Prüfrichtlinien bestanden wird." Auch beim Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer sieht man sich durch die Behördenvorgaben teilweise ausgebremst: "Die Akzeptanz von Ersatzmethoden bei den Regulatoren ist sehr zögerlich. Hier sollte sich die Europäische Chemikalienagentur mehr an amerikanischen Vorbildern wie der US-Zulassungsbehörde FDA und der US-Umweltschutzbehörde EPA orientieren", heißt es dort. Zurückhaltend gibt man sich beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), wo das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren angesiedelt ist. "Natürlich gibt es die Hoffnung, eines Tages ganz auf solche Tierversuche verzichten zu können und nur noch alternative Verfahren anzuwenden. Allerdings wird man sich der ethischen Frage, ab wann Leben beginnt und wie viel Leid man riskieren will, nie ganz entziehen können", sagte Gilbert Schönfelder, der das Zentrum leitet, "Welt". Zur Notwendigkeit von Tierversuchen sagte Schönfelder weiter: "Der menschliche Körper hat sich über Millionen von Jahren entwickelt. Das komplizierte Wechselspiel innerhalb des menschlichen Organismus kann man nicht so einfach auf eine Computersimulation oder einen Chip herunterbrechen." Zwar gibt es bereits eine ganze Reihe alternativer Verfahren. Allerdings befinden sich viele dieser Anwendungen in der Entwicklung und sind noch nicht zugelassen.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Deutsche Exporteure geraten in Bedrängnis Die um sich greifenden Abschottungsmaßnahmen, Sanktionen und politischen Konflikte mit immer mehr Handelspartnern entwickeln sich zur Bedrohung für deutsche Exportunternehmen. (Wirtschaft, 27.05.2018 - 20:55) weiterlesen...

Unternehmer befürchten Eurokrise wegen Italien 78 Prozent der Unternehmer befürchten, dass die neue italienische Regierung eine Eurokrise auslösen wird. (Wirtschaft, 27.05.2018 - 00:02) weiterlesen...

EU-Haushaltskommissar kritisiert US-Zolldrohung für Auto-Importe EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) hat die Drohung von US-Präsident Donald Trump, Strafzölle auf Autos zu verhängen, scharf verurteilt. (Wirtschaft, 26.05.2018 - 01:02) weiterlesen...

Entgelttransparenzgesetz wird kaum genutzt Das neue Entgelttransparenzgesetz, mit dem Arbeitnehmer überprüfen können, ob sie im Vergleich mit ihren Kollegen fair bezahlt werden, wird bislang kaum genutzt. (Wirtschaft, 26.05.2018 - 00:03) weiterlesen...

Zahl der Blue Cards für Hochqualifizierte erreicht Rekordstand Die Zuwanderung von Hochqualifizierten von außerhalb Europas gewinnt für die deutsche Wirtschaft an Bedeutung: Immer mehr Hochqualifizierte aus Drittstaaten erhalten eine Aufenthaltserlaubnis im Rahmen der Blauen Karte EU, berichtet die "Welt" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). (Wirtschaft, 26.05.2018 - 00:02) weiterlesen...

82 Millionen Euro Ordnungsgeld wegen geheimgehaltener Bilanzen In Deutschland haben im letzten Jahr Unternehmen, die ihre Bilanzen nicht offenlegen wollen, Ordnungsgelder in Höhe von 82,2 Millionen Euro gezahlt. (Wirtschaft, 25.05.2018 - 21:19) weiterlesen...