Energie, Arbeitsmarkt

Nach dem Rodungsstopp im Hambacher Forst bangt der RWE-Betriebsrat um die Arbeitsplätze des Essener Energiekonzerns.

11.10.2018 - 09:49:45

RWE-Betriebsrat bangt um Arbeitsplätze

"Unsere Befürchtung ist, dass die Beschäftigten die Zeche zahlen müssen und Stellen wegfallen", sagte die Betriebsratsvorsitzende von RWE Power am Standort Essen, Silke Boxberg, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe). "Die Arbeitsplätze im Tagebau, in den Kraftwerken und in den Zentralen Essen und Köln sind massiv bedroht."

Im Tagebau Hambach, den angeschlossenen Kraftwerken und Betrieben sind Unternehmensangaben zufolge rund 4.600 Mitarbeiter beschäftigt. "Wir befürchten einen Domino-Effekt, der sich auf das ganze Unternehmen auswirkt", sagte Boxberg. In einem Brief an die Beschäftigten bestätigte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz, dass der Konzern seine Braunkohleförderung drosseln wird. "In einer ersten Bewertung gehen wir davon aus, dass wir zehn bis 15 Millionen Tonnen Braunkohle jährlich weniger fördern", heißt es in dem Schreiben, über das die Zeitung berichtet. Schmitz bezeichnete die Gerichtsentscheidung als "schmerzhaft und kaum nachvollziehbar" und verwies auf "Unsicherheit, die dieser Beschluss mit sich bringt". Der RWE-Chef deutet in dem Brief an, dass die Auswirkungen auch für die Beschäftigten spürbar werden dürften. "Zu diesem Zeitpunkt kann ich Ihnen die Sorge um die Zukunft leider nicht gänzlich nehmen", so Schmitz. "Unser Aktienkurs ist stark eingebrochen, unser Unternehmen hat rund zwei Milliarden Euro an Wert verloren." Städte wie Essen, Dortmund und Mülheim gehören zu den großen RWE-Aktionären. "Wir stehen zu unserem Engagement bei RWE", sagte der Chef der Dortmunder Stadtwerke DSW21, Guntram Pehlke, der WAZ. "Das ist eine schwere Phase, aber wir haben das Vertrauen, dass der Konzern diese Phase durchsteht." Die Dortmunder Stadtwerke sind mit 3,8 Prozent an RWE beteiligt und damit der größte kommunale Einzelaktionär.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Wichtiges Ölfeld in Libyen wegen Sicherheitsbedenken geschlossen. Die von bewaffneten Gruppen ausgehende Gewalt und Bedrohung gegen Mitarbeiter hätten zur Einstellung der Produktion geführt, teilte die Ölgesellschaft am späten Montagabend mit. Die Produktion könne erst wieder aufgenommen werden, wenn alternative Sicherheitsmaßnahmen ergriffen würden. TRIPOLIS - Libyens staatliche Ölgesellschaft NOC hat wegen Sicherheitsbedenken die Produktion in dem wichtigen Ölfeld Scharara vorerst eingestellt. (Boerse, 18.12.2018 - 11:21) weiterlesen...

Ölpreise etwas gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im Mittagshandel 60,15 US-Dollar. Das waren 13 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel deutlicher und sank um 49 Cent auf 50,73 Dollar. NEW YORK - Die Ölpreise haben am Montag etwas nachgegeben. (Boerse, 17.12.2018 - 17:42) weiterlesen...

Erster intelligenter Stromzähler zugelassen - Eon beginnt mit Einbau. Erstmals hat ein Hersteller eines sogenannten Smartmeters mit Kommunikationseinheit die Zulassung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalten, wie ein BSI-Sprecher am Montag bestätigte. Der Energiekonzern Eon hat bereits einen solchen Zähler bei einem Kunden eingebaut. Er kann unter anderem den Zählerstand automatisch an den Stromlieferanten übermitteln. ESSEN/BONN - Der Einbau von intelligenten Stromzählern in Deutschland hat eine wichtige Hürde genommen. (Boerse, 17.12.2018 - 15:44) weiterlesen...

Innogy steht in Großbritannien vor Scherbenhaufen - Ziel gekappt (Boerse, 17.12.2018 - 13:36) weiterlesen...

Preis für Opec-Rohöl gestiegen. Das Opec-Sekretariat meldete am Montag, dass der Korbpreis am Freitag 59,07 US-Dollar je Barrel (159 Liter) betragen habe. Das waren 40 Cent mehr als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells. WIEN - Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hat zugelegt. (Boerse, 17.12.2018 - 13:11) weiterlesen...

Gespräche mit SSE geplatzt - Innogy kappt Jahresziele. Weil die Gespräche über eine Vertriebsfusion in Großbritannien mit dem Versorger SSE geplatzt sind, rudert das Essener Unternehmen bei den Jahreszielen zurück. Auch die Aktionäre müssen sich wohl auf Abstriche einstellen. An der Börse stand die Aktie am Montagmorgen um 2,21 Prozent tiefer bei 40,19 Euro. ESSEN/LONDON - Das verlustreiche britische Vertriebsgeschäft bleibt dem Versorger Innogy nun doch weiter als Baustelle erhalten. (Boerse, 17.12.2018 - 12:55) weiterlesen...