Indikatoren, Deutschland

MÜNCHEN - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober angesichts anhaltender Probleme im globalen Handel erneut verschlechtert.

25.10.2021 - 11:04:29

Ifo-Geschäftsklima fällt 4. Mal in Folge - Ökonom: 'Knappheitskrise'. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, fiel gegenüber dem Vormonat um 1,2 Punkte auf 97,7 Zähler, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte. Es ist der vierte Rückgang in Folge. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas moderateren Rückgang auf 98,0 Punkte gerechnet.

"Lieferprobleme machen den Firmen zu schaffen", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie sinke. "Sand im Getriebe der deutschen Wirtschaft hemmt die Erholung." Die befragten Unternehmen bewerteten vor allem die Zukunftsaussichten ungünstiger. Erneut haben die anhaltenden Probleme im internationalen Warenhandel, die überwiegend auf die Corona-Pandemie zurückgehen, die Stimmung belastet.

Die Verschlechterung ist im Grunde keine Überraschung, andere Umfrageindikatoren wie die Markit-Einkaufsmanagerindizes hatten bereits darauf hingedeutet. Die Eintrübung betraf alle untersuchten Bereiche mit Ausnahme der Baubranche. Unter den Dienstleistern wurden allein die laufenden Geschäfte etwas besser bewertet. Dies dürfte eine Folge geringerer Corona-Beschränkungen sein.

"Aus der Corona-Krise ist eine Knappheitskrise geworden", erklärte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Materialknappheiten lasteten schwer auf der Industrie. Hinzu kämen Preisturbulenzen an den Energiemärkten. "Die massiv gestiegenen Gas- und Strompreise werden zu einem konjunkturellen Risiko", warnte Gitzel.

Derzeit bewerten Ökonomen vor allem die Aussichten für das laufende Schlussquartal ungünstig. Nach einem vermutlich fortgesetzten Wachstum im Sommer sei das Risiko einer Stagnation im Herbst hoch, erklärte ING-Chefökonom Carsten Brzeski. Es sei zunehmend unwahrscheinlich, dass die deutsche Wirtschaftsleistung (BIP) ihr Vorkrisenniveau noch in diesem Jahr erreiche.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

USA: Industrieaufträge steigen stärker als erwartet. Es seien 1,0 Prozent mehr Bestellungen eingegangen, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem halb so starken Zuwachs um 0,5 Prozent gerechnet. Ohne den Transportsektor erhöhten sich die Bestellungen um 1,6 Prozent. WASHINGTON - Die US-Industrie hat im Oktober mehr Aufträge erhalten als erwartet. (Wirtschaft, 03.12.2021 - 16:20) weiterlesen...

Organisation: Flugverkehr in Europa im Dezember weit unter Prognose. Demnach hätte man eigentlich wieder mit rund 82 Prozent des Flugverkehrs verglichen mit 2019 gerechnet, schrieb Eurocontrol-Generaldirektor Eamonn Brennan am Freitag auf Twitter. In den ersten Dezembertagen habe man aber 8 Prozentpunkte darunter gelegen. Es sehe so aus, als wirkten sich neue Beschränkungen bereits aus. BRÜSSEL - In den ersten Dezembertagen gab es in Europa laut der Europäischen Organisation zu Sicherung der Luftfahrt (Eurocontrol) deutlich weniger Flugverkehr als erwartet. (Boerse, 03.12.2021 - 16:19) weiterlesen...

USA: Stimmung im Dienstleistungssektor so gut wie nie. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) kletterte zum Vormonat um 2,4 Punkte auf 69,1 Zähler, wie das Institut am Freitag in Tempe mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Erhebung der Daten im Jahr 1997. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf im Schnitt 65 Punkte gerechnet. Mit einem Wert von deutlich mehr als 50 Punkten signalisiert der Indikator ein kräftiges Wirtschaftswachstum. TEMPE - Die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA ist im November abermals auf ein Rekordhoch gestiegen. (Wirtschaft, 03.12.2021 - 16:16) weiterlesen...

US-Arbeitsmarkt liefert durchwachsenes Bild. Zwar schuf die Wirtschaft erneut zusätzliche Stellen, allerdings viel weniger als von Experten erwartet wurden. Dagegen überraschte die Arbeitslosigkeit mit einem deutlichen Rückgang. Der US-Dollar geriet nach den Zahlen dennoch unter Druck. WASHINGTON - Der US-Arbeitsmarkt hat im November kein eindeutiges Bild abgegeben. (Wirtschaft, 03.12.2021 - 15:11) weiterlesen...

USA: Beschäftigung steigt viel schwächer als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft seien 210 000 Stellen hinzugekommen, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem mehr als doppelt so starken Zuwachs von 550 000 Stellen gerechnet. WASHINGTON - Die US-Wirtschaft hat im November wesentlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. (Wirtschaft, 03.12.2021 - 14:44) weiterlesen...

USA: Arbeitslosigkeit geht weiter zurück. Die Arbeitslosenquote fiel gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Es ist der fünfte Rückgang der Quote in Folge Analysten hatten im Schnitt nur mit einem leichten Rückgang auf 4,5 Prozent gerechnet. WASHINGTON - In den USA ist die Arbeitslosigkeit im November überraschend stark zurückgegangen. (Wirtschaft, 03.12.2021 - 14:44) weiterlesen...