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Regierungen, Russland

MOSKAU - Russland schließt Ermittlungen im Fall der Vergiftung des Regierungskritikers Alexej Nawalny nicht aus.

04.09.2020 - 11:57:30

Kreml lässt Ermittlungen im Fall Nawalny offen. "Sollten sich die Informationen über giftige Substanzen in den Proben des Patienten bestätigen, dann besteht natürlich kein Zweifel daran, dass die Ermittlungen beginnen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Moskau will demnach Informationen darüber erhalten, welche Substanz genau bei dem Oppositionellen gefunden wurde. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche bereits ein Rechtshilfegesuch in Deutschland gestellt.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit dem Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden sei. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem "versuchten Giftmord".

Der Kremlkritiker hatte vor gut zwei Wochen bei einem Inlandsflug von Sibirien das Bewusstsein verloren. Er lag zunächst in einem Krankenhaus in der Stadt Omsk, wurde dann aber nach Berlin geflogen.

Die Polizei in Sibirien leitete bereits "Vorermittlungen" ein und hat nach eigenen Angaben Beweise sichergestellt und Überwachungskameras ausgewertet. Bislang fanden die russischen Ermittler nach eigener Darstellung keine Hinweise auf eine Vergiftung. Peskow sagte, bei diesen "Vorermittlungen" handele es "de facto um Ermittlungsmaßnahmen".

Nach Bekanntwerden der neuen Details war Moskau international aufgefordert worden, den Fall und die Umstände lückenlos aufzuklären. Die EU drohte offen mit Sanktionen. Das Team von Nawalny warf den Behörden in Russland vor, nicht in dem Fall zu ermitteln.

@ dpa.de

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