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Regierungen, USA

MOSKAU - Russland hat sich wegen der Proteste für die Freilassung des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny eine Einmischung aus dem Ausland verbeten.

23.01.2021 - 12:05:25

Nawalny-Proteste: Russland verbittet sich Einmischung aus dem Ausland. Das russische Außenministerium kritisierte in einer Mitteilung die US-Botschaft in Moskau, die mehrere für Samstag geplante Demonstrationen mit genauen Treffpunkten und Uhrzeiten aufgelistet hatte. Unter dem Deckmantel der Sorge um die Sicherheit von US-Bürgern im Ausland wolle Washington die Proteste in Russland anheizen, kritisierte Moskau.

Nawalnys Anhänger haben für diesen Samstag in mehr als 90 russischen Städten zu Protesten aufgerufen. Sie fordern die Freilassung des Putin-Gegners, der am Montag in einem umstrittenen Eilverfahren zu 30 Tagen Haft verurteilt worden war. Er soll gegen Meldeauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag erholte. Nawalny und sein Team sehen das Vorgehen der Justiz politisch motiviert.

Bis Samstagmittag Moskauer Zeit zählte die Bürgerrechtsorganisation OWD bereits 125 Festnahmen in Städten, in denen die Proteste aufgrund der Zeitverschiebung bereits mehrere Stunden früher als in der Hauptstadt angesetzt waren. Vielerorts griff die Polizei aber auch nicht ein, wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen ist.

In der sibirischen Stadt Tomsk, wo Nawalny im August Opfer eines Anschlags mit dem Nervengift Nowitschok wurde, sollen sich Menschen zur größten nicht genehmigten Demo seit Jahren versammelt haben. Nawalny macht Kremlchef Wladimir Putin und den Inlandsgeheimdienst FSB für das Attentat verantwortlich. Putin und der FSB weisen das zurück.

Nawalnys Unterstützer sprachen von Tausenden Demonstranten auch in Chabarowsk, Irkutsk und Nowosibirsk. Die Menge skandierte "Wir haben die Macht" und "Putin ist ein Dieb". Nawalnys Team hatte Anfang der Woche unter dem Titel "Ein Palast für Putin" ein viel beachtetes Enthüllungsvideo veröffentlicht, das beweisen soll, dass der Präsident sich aus Schmiergeldern ein "Zarenreich" am Schwarzen Meer bauen ließ. Der Kreml bezeichnet die Vorwürfe als "Lüge".

Die Behörden drohen mit hohen Strafen für die Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen. In den vergangenen Tagen waren bereits zahlreiche Mitstreiter des Oppositionspolitikers festgenommen worden.

@ dpa.de

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