Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Regierungen, USA

MOSKAU - Mit seinen scharfen Äußerungen über Kremlchef Wladimir Putin hat US-Präsident Joe Biden breites Entsetzen in Russland ausgelöst, im Ausland aber auch teils Zuspruch erhalten.

18.03.2021 - 17:28:27

Diskussion um 'Killer' Putin - Moskau reagiert mit Schärfe. Biden hatte in einem Interview die Frage bejaht, ob Putin ein "Killer" sei. Der 68 Jahre alte Putin reagierte am Donnerstag mit einer Anspielung auf das Alter des zehn Jahre älteren US-Kollegen. "Bleiben Sie gesund! Ich wünsche ihm Gesundheit", sagte Putin am Donnerstag auf eine Frage bei einer Videoschalte, was er von den Äußerungen Bidens halte. Und er holte noch weiter aus, indem er den USA die Tötung von Schwarzen und amerikanischen Ureinwohnern vorwarf.

Der russische Präsident meinte, dass Biden in den Spiegel schauen solle. Er warf den USA mit Blick auf ihre Geschichte einen "Genozid an den Indianerstämmen" vor und die Vernichtung von Schwarzen. "Die Vereinigten Staaten sind das einzige Land auf der Erde, das eine Atomwaffe abgeworfen hat - noch dazu auf ein Land ohne Kernwaffen: gegen Japan am Ende des Zweiten Weltkrieges, gegen Hiroshima und Nagasaki." Dafür habe es keinen militärischen Grund gegeben. "Das war die direkte Auslöschung der zivilen Bevölkerung", sagte Putin.

Der Kreml hatte zuvor die Äußerungen Bidens über Putin als "sehr schlimm" bezeichnet. "Natürlich hat es so etwas in der Geschichte noch nicht gegeben", meinte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Biden hatte in dem Interview mit dem Sender ABC auf Nachfrage auch erzählt, er habe Putin bei einem Treffen in der Vergangenheit mal offen gesagt, er halte ihn für seelenlos. "Ich war allein mit ihm in seinem Büro." Er habe Putin in die Augen geschaut und gesagt: "Ich glaube nicht, dass Sie eine Seele haben." Putin habe ihn angeschaut und geantwortet: "Wir verstehen uns."

Biden sagte mit Blick auf seine lange Vergangenheit als US-Vizepräsident und Senator, er habe in seiner Karriere mit vielen ausländischen Regierungschefs zu tun gehabt. Es sei wichtig, den anderen zu kennen. Und er kenne Putin ziemlich gut.

Rückhalt für Biden kam von der EU, die Putin die politische Verantwortung für Mordanschläge in Russland gab. "Es gibt leider eine lange Liste gescheiterter und erfolgreicher Mordanschläge gegen kritische und unabhängige Persönlichkeiten in Russland, darunter Politiker und Journalisten", sagte die Sprecherin des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. "Sie wissen, dass Wladimir Putin als Präsident der Russischen Föderation letztlich Verantwortung für die russischen Behörden, Politik und Handlungen trägt."

Viele Fälle würden nicht untersucht, blieben ungelöst; und die Täter würden nicht zur Rechenschaft gezogen, so Borrell. In zwei Fällen habe die EU Sanktionen verhängt. Bundesaußenminister Heiko Maas wollte die Äußerungen Bidens nicht kommentieren. Er machte aber deutlich, dass ihn die harsche Kritik an Putin nicht überrasche. Seit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten sei für ihn klar gewesen, "dass es eine klare Sprache in Washington geben wird nach Russland".

Genauso klar sei es für ihn aber, dass man bei den großen globalen Herausforderungen "auf Dialog und Verständigung" setzen müsse, sagte Maas in Berlin. Das hätten die USA bei der Verlängerung des Abrüstungsvertrags New Start mit Russland bewiesen.

Auch Putin sagte, dass Russland zur Zusammenarbeit mit den USA bereit sei - allerdings gemäß seiner eigenen Interessen und zu seinen Bedingungen. Gleichwohl machte der Kreml deutlich, dass die russisch-amerikanischen Beziehungen "sehr schlecht" seien. Biden habe nun gezeigt, dass er kein Interesse habe, das Verhältnis zu verbessern.

Das russische Außenministerium beorderte seinen Botschafter Anatoli Antonow nach Moskau zurück aus Protest gegen Bidens Äußerungen. Bei Konsultationen mit Antonow in Moskau solle nun der Zustand der Beziehungen mit den USA analysiert werden, hieß es. Der prominente Außenpolitiker Konstantin Kossatschow bezeichnete Bidens Aussagen als völlig unzulässig. Der Vizechef des russischen Föderationsrats verlangte eine Entschuldigung und drohte weitere Schritte an, sollte diese ausbleiben. Der vorläufige Abzug des russischen Botschafters aus Washington sei bereits ein sehr ernster diplomatischer Vorgang.

Nach Ansicht der US-Geheimdienste hat sich Russland zudem bei der Wahl im November für den damaligen Präsidenten Donald Trump eingesetzt und sich bemüht, Biden zu schaden. Der Kreml wies das zurück. Die Ablehnung gegen Biden in Moskau gilt als groß - vor allem wegen dessen Kritik an der Menschenrechtslage in Russland und wegen drohender schärferer US-Sanktionen. Biden hatte neue Strafmaßnahmen gegen Russland angekündigt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Umweltorganisationen präsentieren Forderungen zur Bundestagswahl 2021. Die Organisationen, darunter der Deutsche Naturschutzring (DNR), Germanwatch und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), fordern unter anderem eine deutliche Anhebung des deutschen Klimaziels auf mindestens minus 70 Prozent Treibhausgase bis 2030, ein Ende der Neuzulassung von Verbrennungsmotoren vor 2030, einen konsequenten Umbau der Agrarpolitik sowie eine Anhebung des Ausbaupfads für erneuerbare Energien auf 80 Prozent bis 2030. BERLIN - Mehrere Klima- und Umweltorganisationen haben am Donnerstag ihre Kernforderungen zur bevorstehenden Bundestagswahl im September vorgestellt. (Wirtschaft, 22.04.2021 - 12:54) weiterlesen...

Bundesratspräsident Haseloff: Tiefpunkt in der föderalen Kultur Deutschlands. "Der heutige Tag ist für mich ein Tiefpunkt in der föderalen Kultur der Bundesrepublik Deutschland", sagte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt am Donnerstag in der Sondersitzung des Bundesrats. Die Länderkammer berate ein Gesetz, "dessen Entstehung, Ausgestaltung und Ergebnis unbefriedigend sind". Zwar seien bei den Beratungen im Bundestag noch Korrekturen vorgenommen worden. BERLIN - Bundesratspräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Kompetenzverlagerung in der Pandemiebekämpfung auf den Bund durch das Infektionsschutzgesetz scharf kritisiert. (Wirtschaft, 22.04.2021 - 12:52) weiterlesen...

Weißes Haus: Biden setzt USA 'ehrgeiziges' neues Klimaziel für 2030. US-Präsident Joe Biden will die Absicht, die Emissionen auf gesamtwirtschaftlicher Ebene um 50 bis 52 Prozent zu verringern, nach Angaben von Regierungsmitarbeitern an diesem Donnerstag bei seinem Online-Klimagipfel mit 40 Staats- und Regierungschefs verkünden. Das "ehrgeizige neue Ziel" des Präsidenten gebe der US-Regierung einen bedeutenden Hebel, um im Ausland auf Klimaschutzmaßnahmen zu drängen, erklärte ein Beamter. WASHINGTON - Die USA wollen bis 2030 ihren Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen im Vergleich zu 2005 mindestens halbieren. (Boerse, 22.04.2021 - 12:49) weiterlesen...

Scholz sieht keine Verantwortung der Regierung für Wirecard-Skandal. "Die Verantwortung für diesen großangelegten Betrug trägt nicht die Bundesregierung", sagte der Finanzminister am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags. "In dem Unternehmen wurde offensichtlich mit hoher krimineller Energie gehandelt", betonte Scholz. Über elf Jahre seien die "Betrügereien" nicht aufgedeckt worden, weil die verantwortliche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft keine Unregelmäßigkeiten erkannt habe. BERLIN - Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat jegliche Verantwortung für den Bilanzskandal um den ehemaligen Dax -Konzern Wirecard zurückgewiesen. (Boerse, 22.04.2021 - 12:44) weiterlesen...

Kreise: Brüssel erwägt Klage gegen Astrazeneca wegen Lieferrückstands. Dies bestätigten Kommissionskreise am Donnerstag. Alle Optionen würden vorbereitet, hieß es. Die EU-Staaten müssten einer Klage zustimmen. BRÜSSEL - Die EU-Kommission erwägt eine Klage gegen den Hersteller Astrazeneca , weil er zugesagte Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union einseitig drastisch gekürzt hat. (Boerse, 22.04.2021 - 12:42) weiterlesen...

Müller und Heil werben für ihr Lieferkettengesetz. Das vorgelegte Lieferkettengesetz sei nach langem Ringen ein guter Kompromiss, der auch Interessen des Mittelstands berücksichtige, sagte Müller am Donnerstag. Deutschland dürfe nicht die Augen verschließen vor einer Ausbeutung von Mensch und Natur. "80 Millionen Kinder arbeiten als Arbeitssklaven für uns, die Reichen auf der Sonnenseite des Planeten", sagte Müller. BERLIN - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) haben im Bundestag um Zustimmung für das Gesetz zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards bei Zulieferern geworben. (Boerse, 22.04.2021 - 12:40) weiterlesen...