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Regierungen, Russland

MOSKAU - Mindestens acht russische Geheimdienstagenten sollen nach Recherchen mehrerer Medien den Giftanschlag auf den Kremlgegner Alexej Nawalny verübt haben.

14.12.2020 - 15:17:27

Recherchen: Acht Agenten sollen hinter Anschlag auf Nawalny stecken. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" veröffentlichte am Montag acht Namen von mutmaßlichen Mitarbeitern des Inlandsgeheimdienstes FSB. Das Magazin stützt sich nach eigenen Angaben auf gemeinsame Recherchen mit der Investigativplattform Bellingcat, "The Insider" und dem US-Nachrichtensender CNN. Nawalny verbreitete ebenfalls die Berichte: "Ich weiß, wer mich töten wollte", sagte er und veröffentlichte zudem Fotos von acht Männern.

Die mutmaßlichen Beteiligten seien nach Auswertung von Mobilfunk-Verbindungen, GPS- und Standortdaten von mehr als einem Dutzend FSB-Agenten sowie Analysen zahlreicher Passagierlisten russischer Linienflüge identifiziert worden, schrieb der "Spiegel" weiter. Dadurch lasse sich auch nachvollziehen, dass der Oppositionelle bereits seit 2017 im Visier dieser Männer gestanden haben soll. Sie seien immer wieder zu Nawalny-Terminen gereist.

Nawalny soll im August mit einem in der Sowjetunion entwickelten chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden sein. Er war auf einem Inlandsflug zusammengebrochen. Nawalny hält sich nach wie vor in Deutschland zu einer Reha-Maßnahme auf. Er will nach seiner Genesung wieder nach Russland zurückkehren.

Russland wies mehrfach eine Verwicklung in den Fall zurück und betonte, dass alle staatlichen Nowitschok-Bestände vernichtet worden seien, das Rezept aber längst auch im Westen bekannt sei. Der Fall hat die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau erheblich belastet.

Kremlchef Wladimir Putin hatte erst am Donnerstag gesagt, er sehe noch keine Voraussetzungen für Ermittlungen in Russland. Moskau wolle erst ermitteln, wenn es Beweise für ein Verbrechen gebe. Bislang seien sie aber nicht aus dem Ausland vorgelegt worden, meinte Putin. "Auch wenn eine Person fast gestorben ist, heißt das nicht, dass man in jeden Fall ein Strafverfahren eröffnen muss."

@ dpa.de

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