Großbritannien

Mit großem Nachdruck wollte Jes Staley den Verfasser anonymer Beschwerdebriefe enttarnen.

10.04.2017 - 13:45:25

Fehlverhalten eingeräumt - Barclays-Chef kommen Schnüffeleien teuer zu stehen. Der Verwaltungsrat der Bank missbilligt nun sein Handeln. Seinen Job darf Staley behalten, er bekommt sein Vorgehen aber im Geldbeutel zu spüren.

London - Weil er den Verfasser eines anonymen Beschwerdebriefs mit großer Akribie aufspüren wollte, wird dem Chef der britischen Großbank Barclays die Vergütung gekürzt.

«Der Verwaltungsrat ist der Auffassung, dass die Reaktion im Verhältnis zur Ernsthaftigkeit des Themas stehen muss», teilte das Institut in einer Stellungnahme mit. Bankchef Jes Staley werde eine formale Rüge erhalten und müsse mit einer «sehr deutlichen Gehaltskorrektur» bei seinem Bonus rechnen. Über die genaue Höhe werde der Verwaltungsrat entscheiden, wenn die Untersuchung abgeschlossen sei. Staley räumte ein Fehlverhalten ein. Ihm drohen zudem Sanktionen der britischen Finanzaufsicht, die sich ebenfalls eingeschaltet hat.

Ausgangspunkt des Falls waren zwei anonyme Briefe, die Mitglieder des Verwaltungsrats sowie ein Manager im Juni 2016 erhalten hatten. Nach Angaben der Bank brachte der Verfasser seine Besorgnis über das Verhalten einer frisch eingestellten Führungskraft bei einem früheren Arbeitgeber zum Ausdruck. Der Verfasser stellte demnach überdies die Rolle Staleys beim Umgang mit der damaligen Begebenheit infrage. Staley hatte vor seiner Berufung zum Barclays-Chef Ende 2015 beim Hedgefonds BlueMountain Capital Management gearbeitet; davor war er mehr als 30 Jahre lang bei der US-Großbank JPMorgan Chase tätig.

Nach Barclays-Angaben erfuhr Staley von den Beschwerdebriefen und wollte mit Hilfe der Konzernsicherheit den Verfasser ausfindig machen. Dies gelang letztlich nicht, obwohl sogar die US-Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet wurden. Staley habe die Briefe als «unfaire persönliche Attacke» auf den Mitarbeiter empfunden, hieß es. Die Suche nach dem Verfasser habe Staley zwar nach bestem Wissen und Gewissen vorangetrieben, erklärte der Verwaltungsrat. Das Unterfangen sei aber dennoch falsch gewesen. Tippgeber, sogenannte Whistleblower, genießen einen besonderen Schutz.

Staley selbst räumte in der Mitteilung ein, sein persönliches Eingreifen sei ein Fehler gewesen. «Ich werde jedwede Konsequenzen tragen, die angemessen erscheinen.» Die Untersuchungen der britischen Finanzaufsichtsbehörden FCA und PRA können Monate dauern. Der Verwaltungsrat stellte sich geschlossen hinter den Bankchef. Staley hatte Barclays nach Verlusten in den Vorjahren wieder profitabel gemacht.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Aktien Europa Schluss: Politische Turbulenzen belasten nur lokal. Allerdings überwogen an den wichtigsten Handelsplätzen vergleichsweise moderate Kursabschläge, wobei es in London sogar ein wenig bergauf ging. Lediglich in Madrid und Mailand fielen die Verluste aufgrund aktueller politischer Turbulenzen deutlich aus. PARIS/LONDON - Europas Börsen haben am Freitag ihren Abwärtstrend fortgesetzt. (Boerse, 25.05.2018 - 18:35) weiterlesen...

TAGESVORSCHAU: Termine am 28. Mai 2018. FRANKFURT - Wirtschafts- und Finanztermine am Montag, TAGESVORSCHAU: Termine am 28. Mai 2018 (Boerse, 25.05.2018 - 17:34) weiterlesen...

WOCHENVORSCHAU: Termine bis 8. Juni 2018. FRANKFURT - Wirtschafts- und Finanztermine bis Freitag, WOCHENVORSCHAU: Termine bis 8. Juni 2018 (Boerse, 25.05.2018 - 17:34) weiterlesen...

Ölpreise sinken deutlich - Russland und Saudi-Arabien deuten höheres Angebot an. Mit Russland und Saudi-Arabien haben führende Ölstaaten jeweils höhere Fördermengen in Aussicht gestellt. NEW YORK/LONDON - Signale für ein höheres Rohölangebot haben die Ölpreise am Freitag stark unter Druck gebracht. (Boerse, 25.05.2018 - 17:14) weiterlesen...

Ölpreise fallen stark - Russland und Saudi-Arabien deuten höheres Angebot an. Mit Russland und Saudi-Arabien haben führende Ölstaaten jeweils höhere Fördermengen in Aussicht gestellt. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise sind am Freitag nach Hinweisen auf ein höheres Angebot in der zweiten Jahreshälfte stark gefallen. (Boerse, 25.05.2018 - 13:43) weiterlesen...

Aktien Europa: Stabilisierung. Der EuroStoxx 50 stieg am Vormittag um 0,40 Prozent auf 3536,01 Punkte. Unterstützung kam dabei vom Ifo-Geschäftsklimaindex: Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Mai überraschend nicht weiter eingetrübt. Zudem reagierte Nordkorea moderat auf die Absage des Gipfels mit den USA. PARIS/LONDON - Nach einer bislang schwachen Woche haben sich die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Freitag erholt. (Boerse, 25.05.2018 - 10:56) weiterlesen...