Tarife, Metallindustrie

Mit einer Forderung nach acht Prozent mehr Geld zieht die IG Metall in die Metall-Tarifrunde.

09.09.2022 - 05:41:28

Löhne - IG-Metall-Chef: Bislang wenig Entlastung für Normalverdiener. Die Hilfspakete hätten bislang kaum Entlastung für Beschäftigte gebracht, sagt der Vorsitzende Hofmann.

Seit 2018 haben die Metall-Beschäftigten lediglich eine tarifliche Zusatzzahlung oben drauf bekommen. Tabellenwirksame Erhöhungen seien daher nun dringend notwendig, meinte Hofmann. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen seien nicht schlecht: «In der Mehrzahl geht es den Unternehmen in unseren Branchen weiterhin gut. Viele von ihnen planen gerade weitere Preiserhöhungen für ihre Produkte, um die gestiegenen Kosten auszugleichen.»

Diese Möglichkeit hätten die Beschäftigten eben nicht. «Sie sind unabhängig von der wirtschaftliche Lage ihrer Unternehmen vom Kaufkraftverlust getroffen. Die Lage der Betriebe mag in Teilen unterschiedlich sein, die Probleme für die Beschäftigten sind jedoch die gleichen. Die Stabilität der Kaufkraft und damit des privaten Konsums ist die zentrale Herausforderung, um eine Rezession zu vermeiden.»

Es gebe natürlich auch viele Betriebe, denen die Marktmacht zu Preissteigerungen fehle, räumte Hofmann ein. So kämpften beispielsweise viele Gießereien und Härtereien mit den explodierenden Energiekosten. Hier brauche es die Hilfe der Politik. «Unter anderem müssen die Voraussetzungen für Kurzarbeit genauer gefasst und Energiekostenzuschüsse passgenauer und schneller gezahlt werden.» Wo die Tariflohnsteigerungen zum existenziellen Problem werden, habe man in der Vergangenheit über das Pforzheimer Abkommen eine passgenaue Lösung gefunden. Das Abkommen erlaubt Unternehmen, von Tarifverträgen befristet abzuweichen, wenn sie dadurch Arbeitsplätze sichern oder neue schaffen.

@ dpa.de