Kriminalität, Deutschland

Mit einer Art «Enkeltrick de luxe» schaffen es Betrüger immer wieder, Firmen um hohe Geldbeträge zu bringen.

18.12.2017 - 17:28:24

Millionenschäden - «Chef-Masche»: BKA im Kampf gegen Firmenbetrüger erfolgreich. Aber das Bundeskriminalamt hält dagegen - mit Unterstützung aus Israel.

Wiesbaden - Dem Bundeskriminalamt ist ein Schlag gegen internationale Firmenbetrüger gelungen, die mit der sogenannten Chef-Masche Unternehmen um Millionensummen bringen.

Nach gemeinsamen Ermittlungen mit anderen Behörden seien in diesem Jahr in Israel sechs Verdächtige festgenommen worden, sagte die Leiterin der Abteilung «Schwere und organisierte Kriminalität», Sabine Vogt, in Wiesbaden.

Bei der Methode «CEO fraud» (Chef-Betrug) rufen Täter meist in der Buchhaltung von Firmen an und geben vor, der Geschäftsführer (Chief Executive Officer/CEO) zu sein. Vorher informieren sie sich über offen zugängliche Quellen wie Internetseiten oder Soziale Medien über Unternehmen und deren Chefs. Mit geschickten Lügen und technischen Tricks bringen sie Angestellte dann beispielsweise dazu, Firmengeld ins Ausland zu überweisen. Die Beute landet meist auf chinesischen Konten und verschwindet.

Die nun gefassten mutmaßlichen Betrüger sollen für einen Schaden von 175 Millionen Euro verantwortlich sein. Die Verdächtigen haben laut dem BKA überwiegend die französische und die israelische Staatsbürgerschaft. Tatort sei ein Apartment in Tel Aviv gewesen.

Das Phänomen «CEO fraud» falle der Polizei seit drei bis vier Jahren verstärkt auf, sagte BKA-Vize-Präsident Peter Henzler. Er rechnete insgesamt mit einem Schaden von inzwischen bis zu einer Milliarde Euro - bei einer hohen Dunkelziffer. Manch betrogener Firmenchef meldete sich aus Angst vor Imageverlust nicht bei der Polizei.

Das BKA hat bei den Ermittlungen zu den jüngsten Festnahmen in Tel Aviv unter anderem mit den Landeskriminalämtern aus sieben Bundesländern, dem österreichischen Bundeskriminalamt und der israelischen Polizei zusammengearbeitet. Nach der Festnahme hätten 26 Millionen Euro der Beute wieder zurücküberwiesen werden können.

Im Visier der Betrüger seien oft Mittelständler, sagte Henzler. Ein erfolgreicher Betrug um einen zweistelligen Millionenbetrag könne eine solche Firma an die Grenze ihres wirtschaftlichen Bestandes führen. Der BKA-Sachgebietsleiter für Wirtschaftskriminalität, Holger Kriegeskorte, sagte: «Das ist gehobene Art des Enkeltricks.»

Oft schärften die angeblichen Chefs den Angestellten in der Finanzabteilung ein, mit niemandem über die Überweisung zu sprechen, da alles streng geheim sei, erläuterte Kriegeskorte. Bei einer High-Tech-Firma in Südhessen habe ein Mitarbeiter kurz vor der Transaktion doch noch einen Kollegen eingeweiht - und der Schwindel flog auf.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Großrazzia gegen Schwarzarbeit auf dem Bau - Festnahmen. Es gehe um Steuerhinterziehung und Betrug in Millionenhöhe, teilte das Hauptzollamt Gießen mit. Schwerpunkt der Razzien ist das Rhein-Main-Gebiet. Auch in Hamburg, Bremen und Bayern durchsuchen den Angaben zufolge zahlreiche Ermittler der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Wohnungen und Geschäftsräume. Vier Mitglieder eines aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Familienclans seien in Hessen bereits festgenommen worden. Frankfurt/Main - Rund 1000 Einsatzkräfte von Zoll und Polizei gehen seit Donnerstagmorgen in mehreren Bundesländern gegen Schwarzarbeit auf dem Bau vor. (Politik, 24.05.2018 - 09:46) weiterlesen...

Gymnasium bedroht: Zwei Verdächtige festgenommen. Laut Polizei handelt es sich um einen Mann und einen Jugendlichen. Sie seien durch Hinweise sowie die Ermittlungen von IT-Spezialisten auf einer Internetseite, auf der die Drohungen veröffentlicht worden waren, ins Visier der Ermittler geraten. Die Wohnungen der Festgenommenen wurden durchsucht. In welcher Beziehung die beiden Verdächtigen zur bedrohten Schule standen und welche Motive sie gehabt haben könnten, ist noch unklar. Auerbach - Nach Drohungen gegen eine Schule im sächsischen Auerbach sind zwei Verdächtige festgenommen worden. (Politik, 23.05.2018 - 18:46) weiterlesen...

Steine auf A100 geworfen - 14-Jähriger stellt sich. Berlin - Rund eineinhalb Wochen nach Steinwürfen auf Autos auf der Berliner Stadtautobahn hat sich ein Jugendlicher gestellt. Am vergangenen Samstag habe der 14-Jährige die Tat eingeräumt, teilte die Polizei mit. Er blieb auf freiem Fuß. Eine Mordkommission ermittelt weiter in dem Fall. Der Täter soll am Abend des 8. Mai wahrscheinlich von einer Brücke in Schöneberg mehrere kleine Pflastersteine auf den fließenden Verkehr geworfen haben. Ein Stein traf die Windschutzscheibe eines Autofahrers und beschädigte diese stark. Steine auf A100 geworfen - 14-Jähriger stellt sich (Politik, 23.05.2018 - 18:04) weiterlesen...

Krankmeldungen vor den Ferien - Lehrerverband: Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer sinnvoll. Während sich Eltern kritisch dazu äußern, bekommen die Behörden Rückenwind von Pädagogen. Der Einsatz gegen Schulschwänzer schlägt weiter hohe Wellen. (Politik, 23.05.2018 - 15:05) weiterlesen...

Drogendelikte stiegen 2017 erneut an. Der Zugang zu Drogen sei leicht, und Drogenhandel nach wie vor ein lukratives Geschäft, sagte BKA-Präsident Holger Münch. Vor besondere Herausforderungen stellt die Ermittler der Handel im Internet. Insgesamt deckte die Polizei in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 330 000 Fälle von Rauschgiftkriminalität auf - ein Anstieg um 9,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Wiesbaden - Die Zahl der Rauschgiftdelikte in der polizeilichen Kriminalstatistik ist im vergangenen Jahr zum siebten Mal in Folge gestiegen. (Politik, 23.05.2018 - 14:46) weiterlesen...

Misshandelter Säugling stirbt an seinen Verletzungen. Der erst wenige Tage alte Junge sei an seinen schweren Verletzungen gestorben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der 24 Jahre alte Vater des Babys sitzt bereits in Untersuchungshaft. Die deutsche Familie des Säuglings hatte in der vergangenen Woche zunächst behauptet, ein fremder Hund habe den Jungen schwer verletzt. Untersuchungen hatten aber gezeigt, dass die Verletzungen nicht von einem Hund stammen. Der Vater hatte dann zugegeben, das Kind geschlagen zu haben. Osnabrück - Ein misshandelter Säugling aus Osnabrück ist tot. (Politik, 23.05.2018 - 14:04) weiterlesen...