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Indikatoren, Deutschland

MANNHEIM - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im November überraschend aufgehellt.

09.11.2021 - 12:32:06

Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen legen überraschend zu. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 9,4 Punkte auf 31,7 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Analysten hatten hingegen im Schnitt einen Rückgang auf 20,0 Punkte erwartet. Zuvor war der Indikator fünf Mal in Folge gefallen.

Die Bewertung der aktuellen Konjunkturlage trübte sich hingegen stärker als erwartet ein. Der Indikator fiel um 9,1 Punkte auf 12,5 Zähler. Volkswirte hatten mit 18,3 Punkten gerechnet. Für die Eurozone war die Entwicklung ähnlich. Auch hier verbesserten sich die Erwartungen und die Lagebeurteilung trübte sich ein.

"Die Finanzmarktexpertinnen und -experten blicken optimistischer auf die nächsten sechs Monate", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. "Der erneute Rückgang der Lageeinschätzung zeigt jedoch, dass die Expertinnen und Experten für das aktuelle Quartal davon ausgehen, dass die Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten sowie die hohe Inflationsrate die konjunkturelle Entwicklung belasten werden." Bereits am Montag hatten die vom Beratungsunternehmen Sentix erhobenen Konjunkturerwartungen für November eine vorsichtige Trendwende signalisiert.

Ökonomen zeigten sich nach den ZEW-Daten verhalten zuversichtlich. "Die Talsohle schlechter Nachrichten könnte damit allmählich erreicht sein", erklärte Jens-Oliver Niklasch, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg. "Mit Blick auf die kommenden sechs Monate sollte die Inflation fallen und für die Lieferengpässe sollte eine Entspannung eintreten." Die deutsche Wirtschaft habe aber eine "holprige Wegstrecke" vor sich.

"Endlich also einmal ein Lichtblick, der von einem Konjunkturbarometer ausgeht", betonte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Unsicherheit mit Blick auf die weitere Entwicklung bleibe jedoch groß. "Bleibt der Materialmangel noch längere Zeit bestehen, wird die Wirtschaft darben", so Gitzel. "Wären Rohstoffe und Vorprodukte indes in ausreichendem Masse verfügbar, stünde ein Konjunkturboom ins Haus."

@ dpa.de

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