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MADRID - Spanien verhandelt mit Großbritannien darüber, die Balearen und die Kanaren von der seit Sonntag geltenden zweiwöchigen Quarantänepflicht für aus Spanien ins Vereinigte Königreich zurückkehrende Urlauber auszunehmen.

27.07.2020 - 09:30:30

Spanien verhandelt mit London über Ausnahmen von Quarantänepflicht. Corona sei auf beiden Inselgruppen "unter Kontrolle" und die Ansteckungsrate mit dem Virus liege "weit unter" der Großbritanniens, sagte Spaniens Außenministerin Arancha González Laya. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner während der vergangenen 14 Tage liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid für die Kanaren bei 5,8 und für die Balearen bei 8,0, während Großbritannien einen Wert von 14,7 aufweise, wie die Zeitung "El País" am Montag berichtete.

Die Regierung in London hatte die Quarantänepflicht wegen wieder steigender Corona-Zahlen in einigen Regionen Spaniens nur gut 24 Stunden vor dem Inkrafttreten angekündigt. Nach dem Ende des Corona-Notstandes in Spanien am 21. Juni legen die Infizierten-Zahlen wieder zu, vor allem in Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und auch in Aragón. Für ganz Spanien beträgt die Ansteckungsrate der vergangenen zwei Wochen derzeit fast 38 pro 100 000 Einwohner, in Aragón jedoch fast 238 und in Katalonien 111. Die Behörden versichern, sie hätten die landesweit etwa 280 lokalen Corona-Ausbrüche unter Kontrolle. "Spanien ist ein sicheres Land", betonte die Außenministerin.

Die spanische Tourismusindustrie aber, die bisher mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitrug und noch 2019 etwa 2,7 Millionen Beschäftigte aufwies, sprach von einer Katastrophe. Die britische Quarantänepflicht habe der spanischen Tourismusbranche "den Rest gegeben", schrieb "El País". Britische Touristen, die von der Maßnahme ihres Landes mitten im Urlaub überrascht wurden, hätten verärgert und frustriert reagiert, berichtete das spanische Fernsehen.

Mit mehr als 270 000 nachgewiesenen Infektionen und über 28 400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas.

@ dpa.de