Nahost, Russland

LUCCA - Kurz vor dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in Moskau kommen die G7-Außenminister an diesem Montag (16.00 Uhr) im italienischen Lucca zu zweitägigen Beratungen zusammen.

10.04.2017 - 06:16:25

Lange Liste an Krisen: G7-Außenminister beraten in Italien. Im Mittelpunkt dürfte die Lage in Syrien stehen. In dem Bürgerkriegsland droht die Krise nach einem US-Luftangriff auf einen Stützpunkt der syrischen Armee weiter zu eskalieren. Außerdem belastet der Militärschlag die Beziehungen zwischen Washington und Moskau.

Nach zwei Selbstmordanschlägen am Sonntag auf koptische Kirchen in Nordägypten drängt aber auch das Thema Terrorismus wieder nach ganz vorne auf die Tagesordnung. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte die Attentate für sich reklamiert.

Die "Gruppe der Sieben" wurde 1975 gegründet und war zunächst als informelles Beratungsformat zur Bewältigung der Weltwirtschaftskrise gedacht. Die G7-Treffen entwickelten sich aber immer mehr zu einem globalen Krisenbewältigungsforum. An dem Treffen in Lucca nehmen neben Tillerson Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, die Ressortchefs von Gastgeber Italien, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Japan sowie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini teil.

In Lucca dürften die Außenminister versuchen, mit Blick auf das Treffen zwischen Tillerson und seinem Moskauer Kollegen Sergej Lawrow eine gemeinsame Linie gegenüber Russland zu finden. Das amerikanisch-russische Verhältnis ist stark angespannt, seit US-Präsident Donald Trump am Donnerstag als Reaktion auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff durch syrische Regierungstruppen einen syrischen Flugplatz bombardieren ließ.

Italiens Außenminister Angelino Alfano setzte kurzfristig für Dienstag ein spezielles Treffen zur Lage in Syrien an, bei dem das G7-Format um die Außenminister der Türkei, der Vereinigten Arabischen Emirate, von Saudi Arabien, Jordanien und Katar erweitert werden soll, wie die Nachrichtenagenturen Ansa und ADNkronos am Sonntagabend berichteten. Es gehe darum, eine weitere militärische Eskalation abzuwehren.

Gabriel hatte sich am Sonntagabend im ZDF bereits strikt gegen eine weitere militärische Eskalation im Syrien-Konflikt ausgesprochen. Gemeinsam mit den Kollegen aus Großbritannien, Frankreich und Italien wolle er Tillerson sagen: "Leute, eine weitere militärische Eskalation bringt nichts, sondern wir müssen jetzt die Russen und viele andere an den Verhandlungstisch bekommen. Und dazu brauchen wir Eure kräftige Unterstützung."

Gabriel, der nach dem mutmaßlichen Giftgas-Angriff in Syrien eine rasche Untersuchung gefordert hat, sagte, er habe mit dem russischen Außenminister Lawrow telefoniert. "Die wollen nun angeblich den Weg freimachen, um vor Ort in Idlib zu untersuchen, was denn nun tatsächlich dort geschehen ist." Er hoffe, dass dies "ein ernst gemeintes Angebot wird" und nicht einfach so dahingesagt sei.

US-Präsident Trump hatte mit dem ersten direkten Angriff auf die syrische Armee den Kurs der US-Politik in dem Bürgerkriegsland radikal gewechselt. Syriens Verbündeter Russland wertete den Angriff als aggressiven Akt und als Verstoß gegen das Völkerrecht.

Außer Syrien und den amerikanisch-russischen Beziehungen stehen laut italienischer G7-Präsidentschaft weitere drängende Themen auf der Agenda der Außenminister. Oberste Priorität sei das "vollständige Ausmerzen" der Terrormiliz Islamischer Staat in den von ihr kontrollierten Regionen in Syrien und im Irak. Der IS hatte zuletzt zwei Selbstmordanschläge auf koptische Kirchen am Sonntag in Nordägypten für sich reklamiert, bei denen mehr als 40 Menschen getötet wurden.

Beraten wollen die Außenminister auch, wie staatliche Institutionen in Libyen gestärkt werden können, um die Auswanderung einzudämmen und kriminelle Aktivitäten in dem Bürgerkriegsland zu bekämpfen. Der anhaltende Konflikt in der Ukraine und der Atomstreit mit Nordkorea, das zum wiederholten Mal ballistische Testraketen abgefeuert hat, sollen ebenfalls Thema sein.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Ölpreise steigen deutlich - Opec will Produktion etwas anheben. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 74,75 US-Dollar. Das waren 1,70 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 2,77 Dollar auf 68,36 Dollar. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise sind am Freitag während richtungweisender Entscheidungen wichtiger Förderländer gestiegen. (Boerse, 22.06.2018 - 18:22) weiterlesen...

Ölpreise geben nach - Saudi-Arabien und Iran sehen Chance auf Einigung. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 73,56 US-Dollar. Das waren 1,18 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 9 Cent auf 65,62 Dollar. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken. (Boerse, 21.06.2018 - 18:24) weiterlesen...

Merkel verteidigt in Jordanien Migrationspolitik - Lob für Bundeswehr. Bei einem Besuch in Jordanien erklärte Merkel am Donnerstag vor Studenten, sie sei auf der Seite derer, die sagten: "Wir müssen ein offenes Land sein." Die Migration müsse dabei aber geordnet und gesteuert werden. Um das wirtschaftlich schwache Jordanien bei seinen Reformen zu unterstützen, sagte Merkel dem Land einen zusätzlichen Kredit in Höhe von 100 Millionen Dollar (etwa 87 Millionen Euro) zu. AMMAN - Im Asylstreit mit der CSU hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihren Ansatz für eine europäische Migrationspolitik verteidigt. (Wirtschaft, 21.06.2018 - 16:38) weiterlesen...

Ölpreise weiten Verluste aus - Saudi-Arabien und Iran sehen Einigungschancen. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 73,33 US-Dollar. Das waren 1,41 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,19 Dollar auf 64,52 Dollar. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise haben am Donnerstag anfängliche Kursverluste ausgeweitet. (Boerse, 21.06.2018 - 12:40) weiterlesen...

Ölpreise gefallen - Iran lenkt offenbar bei Fördermenge ein. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 74,24 US-Dollar. Das waren 50 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 27 Cent auf 65,44 Dollar. SINGAPUR/FRANKFURT - Die Ölpreise sind am Donnerstag etwas gefallen. (Boerse, 21.06.2018 - 08:02) weiterlesen...

Maaßen warnt vor Cyberangriffen aus Russland, China und dem Iran. "Wir sehen den Trend auch in 2018, dass die Quantität und Qualität nachrichtendienstlicher Kampagnen weiter zunimmt", sagte Maaßen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag). Hier seien vor allem die Nachrichten- und Sicherheitsdienste der Russischen Föderation, der Volksrepublik China sowie des Irans sehr aktiv, auch gegen Deutschland. BERLIN - Spionage und Sabotage per Internet: Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, warnt eindringlich vor verstärkten Cyberangriffen aus Russland, China und dem Iran. (Wirtschaft, 21.06.2018 - 05:46) weiterlesen...