Haushalt, Steuern

LONDON - Tausenden ukrainischen Flüchtlingen in Großbritannien droht ein Ende ihrer Unterkunft in privaten Haushalten.

23.08.2022 - 10:54:31

Tausenden Ukrainern droht Ende von privater Unterkunft bei Briten. Wie das nationale Statistikamt ermittelt hat, will oder kann etwa jeder vierte Gastgeber die für ein halbes Jahr zugesagte Unterbringung nicht mehr fortsetzen. Flüchtlings-Staatssekretär Richard Harrington forderte deshalb, die Hilfszahlungen der Regierung von derzeit 350 Pfund (415 Euro) im Monat zu verdoppeln. Harrington verwies auf die explodierenden Kosten für Strom und Gas. Die staatlichen Zuschüsse seien ein sehr wichtiger Beitrag für Haushaltsausgaben, sagte der konservative Politiker der Zeitung "Telegraph" (Dienstag).

Die britische Regierung hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine das Programm "Homes for Ukraine" (Ein Heim für die Ukraine) ins Leben gerufen. Dabei verpflichten sich Privatleute, ukrainische Flüchtlinge für mindestens ein halbes Jahr bei sich zu Hause aufzunehmen. Das Programm endet am 18. September. Derzeit leben 81 700 Ukrainerinnen und Ukrainer in etwa 25 000 Haushalten, wie die Zeitung "Times" berichtete. Sollte ein Viertel der Gastgeber sich nun zurückziehen, wären etwa 19 000 Ukrainer betroffen. Großbritannien ist das einzige europäische Land, das von ukrainischen Flüchtlingen ein Visum verlangt.

"Jede einzelne Person, die sich an einer Patenschaft beteiligt, erspart dem Staat die Kosten für die Anmietung von Wohnungen, daher denke ich, dass es neben einem moralischen und humanitären auch einen finanziellen Grund gibt", sagte Harrington. Er forderte zudem mehr Geld für Englischkurse für Ukrainer. Vermieter sollten zudem auf Kreditauskünfte von Flüchtlingen verzichten, bat der Politiker. Die "Times" berichtete allerdings, dass eine Erhöhung der Zuschüsse im Finanzministerium skeptisch gesehen werde.

@ dpa.de

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