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Ernährung, Regierungen

LONDON - In Großbritannien hat ein Branchenverband vor einem gewaltigen Rückstau bei Schlachtungen wegen eines akuten Mangels an Kohlendioxid (CO2) gewarnt.

19.09.2021 - 14:04:29

Britische Fleischindustrie: Mangel an CO2 gefährdet Produktion. Das Gas spiele eine zentrale Rolle im Herstellungsprozess und sei unersetzlich, betonte der Verband der Fleischproduzenten BMPA. CO2 wird gebraucht, um Verpackungen vakuumdicht zu versiegeln.

Nach BMPA-Angaben könnten manche Schlachtbetriebe in weniger als 14 Tagen keine Vorräte mehr haben. "Dann können Unternehmen keine Tiere mehr annehmen und müssen Produktionslinien schließen", so der Verband. Das führe zu einem Rückstau bis auf die Bauernhöfe. "Diese Situation gibt es schon bei Schweinefleisch-Produzenten, dort steht eine Keulung auf einigen Farmen kurz bevor."

Rind- oder Lammfleisch könne zwar weiter produziert werden. Ohne Vakuumverpackungen seien die Waren aber fünf Tage kürzer haltbar. Damit komme auf Händler und Verbraucher ein weiteres Problem hinzu. Wegen eines großen Mangels an Lastwagenfahrern durch Pandemie und Brexit bleiben schon jetzt häufig Lebensmittelregale leer.

"Diese Krise unterstreicht, dass die britische Lebensmittellieferkette einer kleinen Zahl wichtiger Düngemittelhersteller in Nordeuropa ausgeliefert ist", sagte der Chef der British Meat Processors Association (BMPA), Nick Allen. "Wir verlassen uns auf ein Nebenprodukt aus ihrem Produktionsprozess, um die britische Lebensmittelkette in Gang zu halten."

CO2 fällt bei der Düngemittelproduktion an. Düngemittelhersteller wurden aber zuletzt von steigenden Energie- und Rohstoffpreisen getroffen. Der Hersteller CF Industries legte deshalb sogar vorübergehend zwei Fabriken in Großbritannien still.

Wenn die Kette ins Wanken gerät, drohe der gesamten Produktion das Aus, sagte Allen. "Die Folge ist, dass die CO2-Vorräte versiegen." Er forderte die Regierung zum Eingreifen auf. Sie müsse auf die britischen CO2-Hersteller einwirken, damit sich diese besser koordinieren und Störungen vermieden werden.

@ dpa.de

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