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LONDON - In einem beispiellosen Interview anlässlich seines ersten Besuchs als US-Präsident in Großbritannien hat Donald Trump Premierministerin Theresa May und deren Brexit-Strategie angegriffen.

13.07.2018 - 05:54:24

Trump greift Theresa May an - Lob für ihren Rivalen Boris Johnson. Trump drohte Großbritannien in der britischen Boulevard-Zeitung "The Sun" mit dem Scheitern eines möglichen Handelsabkommens mit den USA, falls Großbritannien zu eng mit der EU verbunden bleiben sollte. Mays Pläne sehen unter anderem eine Zollunion und ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union vor.

Die "Sun" veröffentlichte Audio-Ausschnitte des Interviews und schriftliche Zitate am Donnerstagabend - kurz nachdem May Trump im Blenheim Palace nahe Oxford zu einem festlichen Gala-Dinner empfangen hatte. Zu entnehmen waren dem Interview nur die Antworten Trumps, nicht die Fragen, auf die er Bezug nahm.

Trump lobte den bisherigen britischen Außenminister Boris Johnson, der am Montag wegen Mays Kurs zurückgetreten war. Er spiele May nicht gegen ihren Rivalen aus, betonte der US-Präsident. "Ich sage nur, ich denke, er wäre ein großartiger Premierminister." Trump fügte mit Blick auf Johnson hinzu: "Er hat das Zeug dazu und ich denke, er hat die richtige Einstellung, um ein großartiger Premierminister zu sein."

Trump sagte, eine zu enge Bindung an die Europäische Union nach dem Brexit würde dazu führen, dass die USA bei einem Handelsabkommen mit Großbritannien doch wieder mit der EU verhandeln müssten. "Wir haben genug Schwierigkeiten mit der Europäischen Union, wir gehen gerade jetzt gegen die Europäische Union vor, weil sie beim Handel nicht fair mit den Vereinigten Staaten umgegangen sind." Er fügte mit Blick auf ein mögliches Handelsabkommen Großbritanniens mit den USA hinzu: "Also wird es das Abkommen wahrscheinlich töten."

Trump kommentierte Mays Brexit-Strategie mit den Worten: "Ich hätte das sehr anders gemacht. Ich habe Theresa May tatsächlich gesagt, wie man das macht, aber sie hat nicht auf mich gehört. (...) Ich würde sagen, sie hat wahrscheinlich den umgekehrten Weg gewählt. Das ist in Ordnung, sie sollte verhandeln, wie sie es am besten kann." Bei der von May angestrebten Brexit-Vereinbarung handele es sich seiner Meinung nach aber nicht mehr um das, worüber die Briten im Referendum abgestimmt hätten.

Trump übte in dem Interview erneut scharfe Kritik an der aus seiner Sicht zu großzügigen Migrationspolitik in Europa. Die Zuwanderung sei "eine Schande", sagte er. "Ich denke, dass sie die Struktur Europas geändert hat, und wenn Sie nicht sehr schnell handeln, wird es nie wieder sein, was es war, und ich meine das nicht in einer positiven Art." Er fügte hinzu: "Millionen über Millionen Menschen zu erlauben, nach Europa zu kommen, ist sehr, sehr traurig. Ich denke, Sie verlieren ihre Kultur."

Trump griff auch den Bürgermeister von London, Sadiq Khan, scharf an. Khan ist ein ausgesprochener Kritiker des US-Präsidenten. "Ich denke, dass er einen sehr schlechten Job beim Terrorismus gemacht hat, einen sehr schlechten Job bei der Kriminalität", sagte Trump. In den vergangenen Jahren war es in London wiederholt zu Terroranschlägen mit mehreren Toten gekommen.

Nach Angaben der "Sun" fand das Interview am Mittwoch vor dem Nato-Gipfel in der US-Botschaft in Brüssel statt. Die Zeitung gehört zum Medienimperium von Robert Murdoch, dem großer Einfluss auf die Politik von Trump nachgesagt wird.

@ dpa.de

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