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LONDON - Für die britische Regierung ist es ein herber Schlag, für Brexit-Gegner eine erwartbare Folge: Der britische Handel mit der EU ist im ersten Monat nach dem vollständigen EU-Austritt des Landes deutlich eingebrochen.

12.03.2021 - 13:54:28

Nur eine Brexit-Folge? Britischer Handelseinbruch mit vielen Facetten. Um 40,7 Prozent seien die Exporte in die Staatengemeinschaft im Januar im Vergleich zum Vormonat gesunken, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London mit. Die Importe brachen ebenfalls ein, um 28,8 Prozent. Das machte sich auch im Gesamtbild bemerkbar: Aus- und Einfuhren sanken demnach insgesamt um je rund ein Fünftel. Es handele sich um den größten monatlichen Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Januar 1997.

-, wird das auch den deutsch-britischen Handel belasten."

Beispiel Medizin- und Pharmaprodukte: Um deutlich mehr als die Hälfte gingen Ex- und Importe zurück. Hier sind auch viele Medikamente aus Deutschland betroffen. Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) fordert Veränderungen, wenn es wieder flüssiger laufen soll. "Trotz des Brexit-Abkommens fehlen immer noch praxisgerechte Lösungen in einigen wichtigen Bereichen", sagte Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft, der Deutschen Presse-Agentur. Nötig sei ein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung behördlicher Maßnahmen.

"Der signifikante Einbruch der britischen Exporte in die EU liefert einen bedrohlichen Hinweis auf den Schaden, der dem Handel nach dem Brexit mit der EU durch die derzeitigen Grenzprobleme zugefügt wird", sagte Suren Thiru, Chefökonom des britischen Handelskammerverbandes (BCC). Das seien keinesfalls nur Umstellungsprobleme - vielmehr dürfte der Handel das britische Wirtschaftswachstum im gesamten ersten Quartal 2021 beeinträchtigen. Die Wirtschaftsleistung sank im Januar im Monatsvergleich um 2,9 Prozent, die Industrieproduktion lag im Jahresvergleich um 4,9 Prozent niedriger.

Doch was auf den ersten Blick fatal aussieht für die Regierung, die stets die Vorzüge des Brexits betont, hat viele Facetten. "Eine einzigartige Kombination von Faktoren" habe den Einbruch "unvermeidbar" gemacht, teilte ein Regierungssprecher mit. Und auch das Statistikamt betont in seiner Analyse, dass es deutlich zu kurz gegriffen wäre, alle Probleme und Sorgen auf den Brexit zu schieben.

Vor allem die Lageraufstockung in vielen Branchen habe dafür gesorgt, dass im Januar deutlich weniger Güter transportiert wurden und Spediteure über einen hohen Anteil leerer Lastwagen auf dem Rückweg in die EU klagten. Zahlreiche Firmen hatten vor dem Stichtag 1. Januar, zu dem Großbritannien endgültig aus der EU-Zollunion austrat, hohe Bestände bereitgestellt, um mögliche Störungen zu vermeiden.

Viele Unternehmen warteten zudem ab, wie der Brexit in der Realität aussehen würde. Deutsche Exporteure hätten angesichts der kurzen Vorbereitungszeit zwischen dem Brexit-Deal an Heiligabend und der Zollgrenzeneinführung zu Silvester Ausfuhren auf die Insel vermieden, sagte GTAI-Experte Lehnfeld. Hinzu kamen die Folgen der Corona-Pandemie: In Großbritannien gilt seit Januar ein dritter Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen.

"Die Daten spiegeln nicht die gesamten Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien nach dem Brexit wider", betonte der britische Regierungssprecher daher. Seit Anfang Februar sei der Handel wieder auf dem normalen Niveau. Zwar bezweifeln viele Wirtschaftsverbände, dass der Warenaustausch sich so schnell wieder eingependelt haben soll. Doch der Trend sei positiv, betonen Experten. "Neueste Daten weisen auf stärkere Handelsströme mit der EU seit Februar hin", bestätigte Yael Selfin, Chefökonomin bei KPMG UK.

Auch GTAI-Experte Lehnfeld ist optimistisch. Er wertet es als positiv, dass Großbritannien die Ausweitung der Zollkontrollen bei Importen aus der EU um ein halbes Jahr bis Januar 2022 verschoben hat. Inwiefern das aber helfen wird, den Handel dauerhaft zu stabilisieren oder sogar anzutreiben, ist noch offen. "Strukturell belastet die Zollgrenze aber Importe aus Deutschland", betonte Lehnfeld. Aufschluss geben werden wohl frühestens die Zahlen für das erste Quartal, sind Experten überzeugt.

@ dpa.de

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