EU, Brexit

London - Ein EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen ist nach Ansicht der Ratingagentur Moody's wahrscheinlicher geworden.

13.09.2018 - 13:40:25

No-Deal-Brexit - Ratingagentur Moody's warnt vor einem Brexit ohne Abkommen. Das geht aus einem Bericht der Agentur vom Donnerstag hervor.

Ein sogenannter No-Deal-Brexit hätte zudem «substanzielle negative Folgen» für die britische Wirtschaft und die Wirtschaft in einigen EU-Ländern, heißt es darin. Am schlimmsten betroffen wären dem Bericht zufolge Autobauer, Fluggesellschaften und die Chemiebranche.

Großbritannien scheidet am 29. März 2019 aus der Europäischen Union aus. Sollte bis dahin kein Austrittsabkommen stehen, würde es zunächst zu einem erneuten heftigen Wertverfall des britischen Pfund kommen, schreiben die Moody's-Experten. Verbraucherpreise würden in die Höhe schießen, Reallöhne sinken und die Arbeitslosigkeit steigen. Die Kauflust der Verbraucher würde sinken, heißt es: «Es gibt eine echte Gefahr, dass Großbritannien sehr schnell in eine Rezession verfällt.»

Die britische Premierministerin Theresa May traf am Donnerstagvormittag mit ihrem Kabinett zu Beratungen über einen No-Deal-Brexit zusammen. Später wollte die Regierung weitere Dokumente zu den erwarteten Konsequenzen eines chaotischen Brexits veröffentlichen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Vorerst kein Sondergipfel - EU will Brexit-Durchbruch binnen vier Wochen. Aber jetzt kommt es doch anders. Noch vor Tagen sprach EU-Ratschef Tusk von einem Sondergipfel im November, um den Brexit-Unterhändlern mehr Zeit zu geben. (Politik, 20.09.2018 - 17:22) weiterlesen...

May: Neuer Vorschlag für irische Grenze nach Brexit. Das sagte die britische Premierministerin Theresa May beim EU-Gipfel in Salzburg. Den Vorschlag der EU-Kommission, Nordirland solle im Notfall Teil der Zollunion bleiben, lehnt May ab. Die Frage nach einer irischen Grenze gilt als schwierigstes Problem bei den Verhandlungen. Befürchtet wird, dass Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland den Konflikt in der ehemaligen Unruheregion wieder anfachen könnten. Salzburg - Die britische Regierung will demnächst einen neuen Vorschlag für die Lösung der Irlandfrage nach dem Brexit vorlegen. (Politik, 20.09.2018 - 16:48) weiterlesen...

Wirtschaftliche Konsequenzen - EU-Ratschef fordert Brexit-Sondergipfel im November. Nun gibt die EU ihren ursprünglichen Fahrplan wohl auch offiziell auf. Für die Verhandlungen über den britischen EU-Austritt wird die Zeit knapp - das zeichnet sich schon eine ganze Weile ab. (Politik, 18.09.2018 - 21:31) weiterlesen...

Sechs Monate vorm EU-Ausstieg - IWF warnt London vor «erheblichen Kosten» ohne Brexit-Pakt. Die wirtschaftlichen Folgen spürt das Land schon jetzt. Und es könnte noch schlimmer kommen, sagen die Experten des IWF voraus. In gut einem halben Jahr soll Großbritanniens Scheidung von der EU erfolgen. (Wirtschaft, 17.09.2018 - 22:17) weiterlesen...

IWF: Großbritanniens Wirtschaft ohne Brexit-Pakt schwächer. London - Ein Ausstieg Großbritanniens aus der EU ohne ein Abkommen mit Brüssel wird nach Ansicht des IWF die Wirtschaft der Insel erheblich schwächen. Unvermeidbare Folgen wären ein reduziertes Wachstum, sehr wahrscheinlich ein höheres Defizit und eine Abwertung des britischen Pfundes, warnte IWF-Chefin Christine Lagarde bei der Vorlage des Jahresberichts zur britischen Wirtschaft in London. Zwar werde die britische Wirtschaft auch mit einem Abkommen durch den Brexit geschwächt, sagte Lagarde. Doch ein Ausstieg ohne Deal am 29. März 2019 käme einem «sofortigen Einbruch» gleich. IWF: Großbritanniens Wirtschaft ohne Brexit-Pakt schwächer (Politik, 17.09.2018 - 16:02) weiterlesen...

Londons Bürgermeister fordert weiteres Brexit-Referendum. London - Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat ein weiteres Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU gefordert. Den Menschen müsse die Chance gegeben werden, einen Brexit-Deal abzulehnen, der für Wirtschaft, Jobs und das staatliche Gesundheitssystem schlecht sein werde. Das schreibt Khan in einem Gastbeitrag für den «Observer». Da es bis zum Brexit am 29. März nur noch wenig Zeit sei, gebe es lediglich noch zwei mögliche Ergebnisse: ein schlechtes Abkommen für Großbritannien oder gar kein Abkommen, was noch schlimmer wäre. Londons Bürgermeister fordert weiteres Brexit-Referendum (Politik, 16.09.2018 - 07:50) weiterlesen...