Regierungen, Medizintechnik

LONDON - Die Gesundheitsminister der G7-Staaten haben am Montag ihre Beratungen über die Omikron-Variante des Coronavirus begonnen.

29.11.2021 - 15:53:05

G7-Gesundheitsminister beraten über Omikron-Variante des Coronavirus. Das bestätigte ein Sprecher der britischen Regierung, die das außerplanmäßige virtuelle Treffen zuvor einberufen hatte. Großbritannien hat noch bis Jahresende den Vorsitz der G7-Staaten inne. Zur Gruppe der G7-Staaten gehören neben Großbritannien und Deutschland auch die USA, Frankreich, Italien, Japan und Kanada.

Die neue Corona-Variante, deren Entdeckung südafrikanische Virologen am Donnerstag bekanntgegeben hatten, ist inzwischen in etlichen Ländern aufgetaucht, auch in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte das globale Risiko von Omikron vorsorglich als "sehr hoch" ein. Neue oder nunmehr bestätigte Fälle meldeten Österreich, die Schweiz, Schottland, Israel und Kanada. Zuvor waren Infektionen mit der neuen Variante bereits in den Niederlanden, in Großbritannien, Dänemark, Belgien und Italien bekanntgeworden. Mehrere Länder haben nach Auftreten von Omikron wieder schärfere Reisebeschränkungen verhängt.

In einem am Montag veröffentlichten Dokument betont die WHO, die Wissenschaft wisse noch sehr wenig darüber, wie sich Omikron auf den Verlauf der Pandemie auswirken werde. Die Risiko-Bewertung sei deshalb mit einem sehr hohen Unsicherheitsfaktor behaftet und könne sich noch ändern. Es sei noch unklar, wie übertragbar Omikron sei und ob Impfstoffe, Medikamente und Virustests dagegen weniger wirksam seien. Außerdem gebe es Unsicherheiten was die Möglichkeit von neuerlichen Infektionen von bereits genesenen Covid-Patienten betrifft. Dazu laufe eine Reihe von Studien.

Falls es aufgrund der Omikron-Variante zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen komme, "könnte das schwere Konsequenzen haben", schrieb die WHO. Besonders Länder, in denen noch wenige Menschen geimpft seien, könnten dann schwer betroffen sein, hieß es mit indirektem Verweis auf das südliche Afrika.

In Deutschland ist die Einreise aus acht Ländern dieser Region derzeit drastisch eingeschränkt. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho gelten seit Sonntag als Virusvariantengebiete. Fluggesellschaften dürfen im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen nach Deutschland bringen. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht, die nicht durch negative Tests verkürzt werden kann - das gilt auch für Geimpfte und Genesene.

Die USA wollten ab Montag ebenfalls Einreisen aus den Staaten des südlichen Afrikas einschränken. Japans Ministerpräsident Fumio Kishida kündigte an, von Dienstag an Einreisebeschränkungen für Ausländer aus aller Welt wieder in Kraft zu setzen.

Japans großer Nachbar China sieht sich angesichts der weltweiten Ausbreitung der Omikron-Variante in seiner strikten Null-Covid-Strategie bestätigt. Die Volksrepublik sei eine "uneinnehmbare Festung" für das Virus, kommentierte am Montag die parteinahe Staatszeitung "Global Times". Die neue "Angriffswelle" von Omikron zeige, dass China am besten dafür gerüstet sei, dessen Verbreitung zu verhindern. Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus derzeit weitgehend im Griff.

Die WHO sieht die Bekämpfung von Pandemien ohne eine gerechte Verteilung von Impfstoffen extrem erschwert. "Impfstoff-Gerechtigkeit ist kein Akt der Güte, sie ist im besten Interesse jedes einzelnen Landes", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf zum Auftakt einer Ministerkonferenz über einen künftigen Pandemievertrag. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping stellte dem afrikanischen Kontinent am Montag eine Milliarde Impfdosen in Aussicht. Die WHO, die Impfallianz Covax und die Beschaffungskommission der Afrikanischen Union machten sich für eine bessere Organisation von Impfspenden für bessere Planbarkeit stark.

@ dpa.de

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