Indikatoren, Großbritannien

LONDON - Die britische Wirtschaft hat ihre Erholung vom Corona-Einbruch fortgesetzt, Probleme mit Lieferketten haben das Wachstum aber deutlich verlangsamt.

11.11.2021 - 11:32:26

Probleme bei Lieferketten bremsen Erholung der britischen Konjunktur. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 1,3 Prozent zu, wie das Statistikamt ONS am Donnerstag in London nach einer Schätzung mitteilte. Das Wachstum folgt auf ein besonders starkes zweites Quartal, in dem die Wirtschaft um 5,5 Prozent gewachsen war.

Im Frühjahr hatten die Unternehmen kräftig von der Lockerung zahlreicher Corona-Maßnahmen profitiert. Laut ONS ist auch das Wachstum im Sommer überwiegend auf diese Lockerungen zurückzuführen. Allerdings liegt die Wirtschaftsleistung immer noch 2,1 Prozent unter dem vor der Pandemie erzielten Niveau.

Weil Zehntausende Lastwagenfahrer fehlen, stauen sich in einigen britischen Häfen die Container. Die Nachschubsorgen betrafen etwa den Automobilsektor, der unter dem weltweiten Mangel an Halbleitern leidet, sowie die Bauindustrie, bei der es wegen fehlender Materialien zu Verzögerungen kam.

Treiber war der Gesundheitssektor. Besuche bei Hausärzten nahmen deutlich zu: Einerseits suchten viele Briten vor dem Start der Grippesaison einen Arzt auf, andererseits führte die Wiedereröffnung von Büros und Schulen zu mehr Ansteckungen. Auch Anwälte verzeichneten gute Geschäfte, da viele Immobilienkäufer den Erwerb noch vor Ende einer coronabedingten Aussetzung der Stempelsteuer - ähnlich der Grunderwerbsteuer - abschließen wollten.

Die Bank of England hatte für das dritte Quartal ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent erwartet und rechnet für das letzte Quartal nur noch mit einem Plus von 1,0 Prozent. Experten warnen nun vor einer Stagflation - Einer steigenden Inflation bei stagnierendem Wirtschaftswachstum. Derzeit steigen die Lebenshaltungskosten deutlich.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Immer mehr Versicherungsjahre tragen zu Absicherung in der Rente bei. Die Zahl der Versicherungsjahre ist von 33,7 im Jahr 2000 auf im Schnitt 38,7 im vergangenen Jahr gestiegen, teilte der Vorstandsvorsitzende der DRV Bund, Christian Amsinck, bei einer Vertretervertreterversammlung am Mittwoch in Berlin mit. Gezählt werden die Jahre bei Beginn der Altersrente. Bei Frauen nahm die Zahl der Versicherungsjahre besonders deutlich von 27,7 auf 36,3 Jahre zu. Die Zunahme der Versicherungsjahre sei hauptsächlich auf eine erhöhte Erwerbsbeteiligung von Frauen zurückzuführen, erläuterte die Rentenversicherung. BERLIN - Die Beschäftigten hierzulande tragen immer mehr Jahre zur Absicherung in der Rentenversicherung bei. (Boerse, 01.12.2021 - 18:11) weiterlesen...

Heil setzt auf Zuwanderung und Ausbildung für Fachkräfte. "Die neue Koalition hat sich vorgenommen, in diesem Bereich liberaler zu sein", sagte der geschäftsführende Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Mittwoch per Video vor dem Ostdeutschen Unternehmertag in Potsdam über die Suche nach qualifizierten Kräften aus dem Ausland. POTSDAM - Die Ampel-Koalition will mit einer liberaleren Einwanderungspolitik und mehr Ausbildung dem Fachkräftemangel entgegenwirken. (Wirtschaft, 01.12.2021 - 17:22) weiterlesen...

USA: Bauausgaben legen leicht zu. Im Monatsvergleich erhöhten sie sich um 0,2 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet. Der Bausektor profitiert seit längerem von der hohen Nachfrage nach Wohnraum. Seit einiger Zeit wird er jedoch von coronabedingten Materialengpässen geplagt. WASHINGTON - In den USA sind die Bauausgaben im Oktober leicht gestiegen. (Boerse, 01.12.2021 - 16:14) weiterlesen...

USA: Industriestimmung steigt etwas schwächer als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex ISM stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 61,1 Zähler, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch in Tempe mitteilte. Analysten hatten mit einem Zuwachs auf im Schnitt 61,2 Punkte gerechnet. TEMPE - Die Stimmung in der US-Industrie hat sich im November etwas weniger aufgehellt als erwartet. (Wirtschaft, 01.12.2021 - 16:10) weiterlesen...

OECD: Wirtschaftsaufschwung bleibt wegen Pandemie unausgewogen. Zwar befinde sich die Weltwirtschaft weiter im Aufschwung, die Erholungsdynamik aber lasse nach und werde zunehmend unausgewogen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch mit. Durch neue Virusvarianten bleibe die Unsicherheit hoch. Die meisten Industrieländer näherten sich zwar dem vor der Pandemie erwarteten Wachstumspfad. Länder mit geringerem Einkommen und vor allem die mit niedrigen Impfquoten drohten jedoch zurückzufallen. PARIS - Der ungleiche Impffortschritt gegen das Coronavirus führt nach Einschätzung der Industriestaaten-Organisation OECD zu einem unausgewogenen Wirtschaftsaufschwung. (Wirtschaft, 01.12.2021 - 14:57) weiterlesen...

ADP: Beschäftigung im US-Privatsektor steigt erneut deutlich. Gegenüber dem Vormonat seien 534 000 Beschäftigte hinzugekommen, teilte der Arbeitsmarktdienstleister ADP am Mittwoch in Washington mit. Analysten hatten mit einem Zuwachs von im Schnitt 525 000 Stellen gerechnet. Im Vormont waren 570 000 Arbeitsplätze geschaffen worden. WASHINGTON - Die US-Privatwirtschaft hat im November erneut eine hohe Anzahl von Stellen geschaffen. (Wirtschaft, 01.12.2021 - 14:31) weiterlesen...