Großbritannien, Volkswirtschaft

LONDON - Die britische Notenbank hält vorerst an ihrem lockeren Kurs fest, stellt aber zugleich die Möglichkeit einer baldigen Straffung ihrer Geldpolitik in Aussicht.

14.09.2017 - 14:17:24

Bank of England stellt straffere Geldpolitik in Aussicht -. Dies geht aus dem Protokoll hervor, das die Bank of England am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung veröffentlichte. Darin heißt es, der geldpolitische Ausschuss MPC sei sich einig darin, dass eine geldpolitische Straffung schneller kommen könnte, als sie derzeit an den Märkten erwartet werde. Eine Mehrheit im MPC kann sich sogar vorstellen, dass eine Straffung in den kommenden Monaten erfolgen könnte.

Das britische Pfund reagierte auf die Nachricht mit deutlichen Kursgewinnen zu vielen Währungen. Zum amerikanischen Dollar und zum Euro legte die vom Brexit gebeutelte Währung jeweils 0,8 Prozent zu. Gegen die US-Währung markierte das Pfund sogar ein neues 1-Jahreshoch. Zu anderen wichtigen Währungen wie dem Schweizer Franken waren die Gewinne teils deutlich stärker. Am britischen Kapitalmarkt stiegen die Renditen für Staatsanleihen des Vereinigten Königreichs deutlich an. Der britische Aktienmarkt reagierte dagegen negativ und drehte ins Minus.

MÄRKTE AUF FALSCHEM FUSS ERWISCHT

Bisher wurde an den Finanzmärkten mit einer ersten Zinsanhebung nach der Finanzkrise seitens der Bank of England frühestens im Frühjahr 2018 gerechnet. Lange Zeit war eine erste Zinsstraffung sogar noch wesentlich später im Jahr 2019 erwartet worden. Die jetzigen Formulierungen der Notenbank lassen dagegen eine straffere Geldpolitik noch in diesem Jahr möglich erscheinen. Für eine unmittelbare Anhebung des Leitzinses votierten jedoch nach wie vor nur zwei der insgesamt neun Mitglieder im MPC. Notenbankchef Mark Carney gehörte ebenso wenig dazu wie Chefvolkswirt Andrew Haldane, der zuletzt mit einer strafferen Geldpolitik liebäugelte.

Zunächst hält die Notenbank jedoch an ihrer extrem lockeren Linie fest. Trotz anziehender Inflation bleibt der Leitzins auf dem historischen Tiefstand von 0,25 Prozent. Auf dieses Niveau hatte die Notenbank den Zins kurz nach dem Brexit-Votum vom vergangenen Sommer reduziert. Analysten hatten mit der aktuellen Entscheidung der Notenbank gerechnet. Auch das Volumen der Wertpapierkäufe zur Konjunkturstützung wurde nicht verändert.

GELDPOLITIK IN DER ZWICKMÜHLE

Die Geldpolitik der Bank of England gerät zunehmend in die Zwickmühle: Einerseits sprechen das schwächere Wirtschaftswachstum und der ungewisse Fortgang der Brexit-Verhandlungen mit der EU für niedrige Leitzinsen. Andererseits liegt die Inflation mit 2,9 Prozent klar über dem Zielwert der Notenbank von zwei Prozent. Dies spricht für sich genommen für höhere Leitzinsen. Bislang rechneten viele Fachleute damit, dass sich die Bank of England im Zweifel für eine Konjunkturstützung und damit gegen höhere Leitzinsen entscheiden würde.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Britische Premierministerin May will Brexit-Vision vorlegen. Die Ankündigung kam einen Tag nach einer achtstündigen Sitzung von Mays "Kriegskabinett" am Donnerstag auf dem Landsitz Chequers. Dort einigten sich die wichtigsten Minister dem Vernehmen nach auf eine gemeinsame Linie für die anstehenden Verhandlungen mit Brüssel. Eine offizielle Erklärung dazu gab es zunächst nicht. Britische Medien zitierten Teilnehmer, es habe einen "Ausbruch an Einigkeit" gegeben. Am Dienstag will May das Ergebnis vom gesamten Kabinett absegnen lassen. LONDON/COVENTRY - Die britische Premierministerin Theresa May will in einer Rede am kommenden Freitag ihre Pläne für die Beziehung ihres Landes zur EU nach dem Brexit vorlegen. (Wirtschaft, 23.02.2018 - 20:52) weiterlesen...

Aktien Europa Schluss: EuroStoxx 50 schließt auf Zweiwochenhoch. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone stieg am Freitag um 0,28 Prozent auf 3441,46 Punkte und schloss damit auf dem höchsten Niveau seit etwas mehr als zwei Wochen. Im Vergleich zur Vorwoche hat der Index um 0,42 Prozent zugelegt. FRANKFURT - Mit moderaten Kursgewinnen haben sich Europas Börsen ins Wochenende verabschiedet. (Boerse, 23.02.2018 - 18:38) weiterlesen...

WOCHENVORSCHAU: Termine bis 9. März 2018. FRANKFURT - Wirtschafts- und Finanztermine bis Freitag, WOCHENVORSCHAU: Termine bis 9. März 2018 (Boerse, 23.02.2018 - 17:33) weiterlesen...

TAGESVORSCHAU: Termine am 26. Februar 2018. FRANKFURT - Wirtschafts- und Finanztermine am Montag, TAGESVORSCHAU: Termine am 26. Februar 2018 (Boerse, 23.02.2018 - 17:33) weiterlesen...

Verstaatlichte Royal Bank of Scotland schafft ersten Gewinn in zehn Jahren. Die Feierlaune hielt sich am Freitag allerdings in Grenzen: Zum einen schwebt immer noch ein Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium wegen fauler Hypothekenpapiere wie ein Damoklesschwert über der Bank. Zum anderen muss die RBS einen teuren Umbau stemmen. LONDON - Die während der Finanzkrise verstaatlichte britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) hat erstmals seit zehn Jahren wieder Geld verdient. (Boerse, 23.02.2018 - 14:34) weiterlesen...

British-Airways-Mutter IAG weitet Flugangebot kräftig aus - Kursrutsch LONDON - Die British-Airways-Mutter IAG und der jüngste Ableger Level mehr Langstreckenflüge über den Atlantik anbieten. (Boerse, 23.02.2018 - 13:11) weiterlesen...