Regierungen, Spanien

LONDON - Deutschland und vier andere Länder dürfen in Zukunft nicht mehr in küstennahen Gewässern Großbritanniens fischen.

03.07.2017 - 05:54:23

Großbritannien zieht sich aus Fischerei-Abkommen zurück. Die Briten ziehen sich binnen zwei Jahren aus einem bereits 1964 unterzeichneten Fischerei-Abkommen zurück, wie Umweltminister Michael Gove am Sonntag in London ankündigte.

Der Schritt werde zu einer profitableren und nachhaltigeren Fischerei beitragen, sagte er weiter. "Das erste Mal seit mehr als 50 Jahren werden wir entscheiden können, wer Zugang zu unseren Gewässern hat." Nach Regierungsangaben gab es 2015 etwa 12 000 britische Fischer.

Das Fischerei-Abkommen war bereits vor dem Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Union unterzeichnet worden. Die Regelung wäre also auch nach dem Brexit in Kraft geblieben. Der Ausstiegsprozess aus dem Abkommen wird sich den Angaben zufolge zwei Jahre hinziehen.

Der EU-Chefverhandler für die Brexit-Gespräche, Michel Barnier, erklärte auf Twitter, der britische Rückzug ändere gar nichts. Die gemeinsame Fischereipolitik der EU habe das Abkommen ohnehin ersetzt. Seine Priorität für die Verhandlungen seien die Interessen der verbleibenden 27 EU-Staaten.

Das Abkommen erlaubt Deutschland, Frankreich, Belgien, Irland und den Niederlanden, in einer sechs bis zwölf Seemeilen von der britischen Küste entfernten Zone zu fischen. Das entspricht etwa 11 bis 22 Kilometern. Damit soll bald Schluss sein. Ebenso dürfen britische Trawler in Zukunft nicht mehr in entsprechenden Zonen vor den Küsten der anderen Länder ihre Netze auswerfen.

Die irische Regierung kritisierte die Aufkündigung des Abkommens als "unwillkommen".

London will nach dem Brexit auch aus der EU-Fischereipolitik aussteigen und kann den EU-Staaten dann die Einfahrt in seine 200-Seemeilen-Zone verwehren. Dieses Gebiet beginnt zwölf Seemeilen vor der britischen Küste. Die Deutsche Hochseefischerei-Verband fürchtet dadurch "fatale Folgen". Dort werden 100 Prozent der deutschen Heringsquote für die Nordsee gefangen, zudem ein erheblicher Teil Makrele und Blauer Wittling. Fehlt die Menge, könnte deutscher Fisch teurer werden; Jobs gingen womöglich verloren.

Bereits im neuen Regierungsprogramm von Premierministerin Theresa May heißt es als Ziel: "Großbritannien regelt den Zugang zu seinen Hoheitsgewässern selbst und kontrolliert damit seine eigene Fischereipolitik, einschließlich Fangquoten." So sollen Fischbestände geschützt und die Zukunft britischer Fischer gesichert werden.

@ dpa.de

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