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Einzelhandel, Konsumgüter

LONDON - Der ehemalige Brexit-Unterhändler der EU, Michel Barnier, hat die britische Regierung zu einer Entdramatisierung der Debatte über das Nordirland-Protokoll aufgerufen.

29.09.2021 - 05:55:30

Barnier: London sollte kein Drama um Nordirland-Protokoll machen. Das Abkommen sei "Zeile für Zeile und Wort für Wort" vom britischen Premierminister Boris Johnson ausgehandelt worden, sagte Barnier bei einer Veranstaltung der britischen Denkfabrik Chatham House am Dienstag in London und fügte hinzu: "Es gibt keine Überraschungen, er (Johnson) weiß, was er unterschrieben hat." Alle Seiten müssten nun sehr behutsam sein, um den Frieden in Nordirland zu bewahren, so Barnier weiter.

Das Nordirland-Protokoll soll sicherstellen, dass trotz Brexits keine Warenkontrollen zwischen dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland entstehen. Das gilt als Voraussetzung, um den brüchigen Frieden in der ehemaligen Bürgerkriegsregion nicht zu gefährden. Stattdessen muss nun aber kontrolliert werden, wenn Waren aus England, Schottland oder Wales nach Nordirland gebracht werden. Das schafft Probleme im innerbritischen Handel, für die sich London und Brüssel gegenseitig verantwortlich machen. Die britische Regierung droht inzwischen immer deutlicher damit, das Abkommen außer Kraft zu setzen.

@ dpa.de

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