Indikatoren, Großbritannien

LONDON - Das Wirtschaftswachstum in Großbritannien hat im Sommer wie erwartet angezogen.

09.11.2018 - 11:51:42

Großbritannien: Wirtschaftswachstum zieht wie erwartet an. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im dritten Quartal um 0,6 Prozent zum Vorquartal gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London in einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten dies im Schnitt erwartet. Es ist das stärkste Quartalswachstum seit fast zwei Jahren. Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent zugelegt.

Gestützt wurde das Wirtschaftswachstum vor allem durch den privaten Konsum. Offenbar hat das sonnige Wetter und die Fußballweltmeisterschaft die Haushaltsausgaben stimuliert. Zudem stützte auch der Außenhandel das Wachstum. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft im dritten Quartal um 1,5 Prozent. Auch dies war erwartet worden.

Volkswirte mahnen aber zur Vorsicht, da sich die wirtschaftliche Aktivität zuletzt merklich abgeschwächt hat. So hat die britische Wirtschaft im Monat September nur stagniert. Hier war ein leichter Zuwachs von 0,1 Prozent zum Vormonat erwartet worden.

Stagniert hat im September auch die Industrieproduktion. Sie veränderte sich sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr nicht. Belastetet wurde das Gesamtergebnis durch die Versorger und den Bergbau. In beiden Bereichen gab es Produktionsrückgänge. Erste Frühindikatoren aus dem vierten Quartal deuten auf eine weitere Abkühlung hin.

Die Daten werden in einer Phase großer Verunsicherung im Vereinigten Königreich veröffentlicht. Ein Austritt aus der Europäischen Union (EU) ohne ein Abkommen kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Die Unsicherheiten um den Brexit könnten sich im kommenden Monaten verstärken, schreibt Thomas Pugh, Volkswirt bei Capital Economics. So könnte die EU ein finales Abkommen ablehnen oder das britische Parlament gegen eine Einigung stimmen. Sollte es nicht dazu kommen, dann erwartet Pugh ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent im laufenden Jahr.

Das britische Pfund notierte nach den Daten weiter in der Nähe seiner Tagestiefstände zum Euro und US-Dollar. Die Kurse britischer Staatsanleihen lagen weiter in der Nähe ihrer Tageshöchststände. Die Daten spielen aber angesichts der weiter laufenden Brexit-Verhandlungen an den Finanzmärkten Märkten aber eine eher untergeordnete Rolle.

@ dpa.de

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