Spanien, Deutschland

LONDON / BRÜSSEL - London und Brüssel haben sich britischen Medienberichten zufolge im Streit um die Brexit-Schlussrechnung angenähert.

29.11.2017 - 06:12:25

Einigung zu Brexit-Rechnung in Aussicht. Der "Telegraph" berichtete am Dienstagabend unter Berufung auf Verhandlungskreise, beide Seiten hätten sich im Grundsatz geeinigt. Eine genaue Summe sei noch nicht festgelegt worden, sie werde aber je nach Auslegung einer vereinbarten Berechnungsmethode zwischen 45 und 55 Milliarden Euro liegen. Auch die "Financial Times" sowie der "Guardian" berichteten von einer Einigung.

Die EU-Kommission kommentierte die Berichte nicht. Aus EU-Kreisen hieß es allerdings, in der Finanzfrage gebe es Bewegung. Auch aus London gab es keine offizielle Bestätigung, Fortschritte wurden aber angedeutet. "Wir untersuchen, wie wir weiterhin auf die jüngste Dynamik in den Gesprächen aufbauen können", teilte das Brexit-Ministerium in London auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Angesichts der in den Berichten angepeilten Summe waren die Reaktionen in Großbritannien überwiegend negativ. Der ehemalige Ukip-Chef Nigel Farage, der maßgeblich am Zustandekommen des britischen Referendums zum EU-Austritt beteiligt war, nannte die mutmaßliche Einigung einen "Ausverkauf". "Ich habe immer argumentiert, dass kein Deal besser ist als ein schlechter", sagte der Europaparlamentarier am Dienstag. "55 Milliarden Euro zum Verlassen der EU ist ein sehr, sehr schlechter Deal."

Der Chef der EU-freundlichen Liberalen, Vince Cable, zeigte sich unterdessen besorgt. "Wenn diese Zahlen korrekt send, dann zahlen wir einen hohen Preis für das Verlassen einer Institution, die unser Land über Jahrzehnte hinweg bereichert hat." Er wiederholte die Forderung seiner Partei, der Bevölkerung in einem zweiten Referendum die Möglichkeit zu geben, sich von dem EU-Austritt zurückzuziehen.

Der Labour-Abgeordnete Chuka Umunna beklagte derweil, dass Brexit-Befürworter wie Außenminister Boris Johnson und Umweltminister Michael Gove niemals gesagt hätten, dass es eine "hohe Rechnung für die Scheidung" geben werde - "ganz im Gegenteil".

Brüssel hatte London bis kommende Woche Zeit für Zugeständnisse bei den Brexit-Verhandlungen gegeben. Bis dahin muss "ausreichender Fortschritt" in drei Punkten erreicht sein, um wie ursprünglich geplant Mitte Dezember die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen beiden Seiten einzuleiten. Neben der Brexit-Schlussrechnung geht es um die EU-Außengrenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland sowie die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und der Briten auf dem Kontinent. Die irische Grenzfrage gilt derzeit als heikelster Punkt.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will am 4. Dezember mit der britischen Premierministerin Theresa May Bilanz über die bisherigen Verhandlungen ziehen.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Aktien Europa: Erholung von Vortagesrutsch - Autos leiden aber unter Zollsorgen. Der EuroStoxx 50 0,38 Prozent auf 5586,75 Punkte. Der FTSE 100 stabilisierte sich in London um 0,10 Prozent auf 7796,49 Punkte. PARIS/LONDON - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes am sich Donnerstag nach dem Vortagesrutsch etwas gefangen. (Boerse, 24.05.2018 - 10:32) weiterlesen...

Instapaper macht in Europa Pause wegen Datenschutz-Verordnung. Man wolle den Service "in sehr naher Zukunft" wieder anbieten, schrieb Instapaper in einer E-Mail an die Nutzer in der Nacht zum Donnerstag. Es ist die erste bekanntgewordene Ankündigung dieser Art. Die Bestimmungen der EU-Grundverordnung (DSGVO) greifen nach zweijähriger Übergangsfrist von Freitag an. Bei Instapaper können Nutzer Weblinks speichern, um sich die Inhalte später anzusehen. Dabei kann auch nur der Text von Artikeln ohne Werbung und Bilder angezeigt werden. Instapaper wurde 2016 von der visuellen Suchmaschine Pinterest übernommen. SAN FRANCISCO - Der Artikel-Speicherdienst Instapaper hat die Anforderungen der europäischen Datenschutz-Verordnung nicht rechtzeitig umgesetzt und geht für Nutzer in Europa vom Netz. (Boerse, 24.05.2018 - 07:11) weiterlesen...

EU einigt sich auf schärfere Kontrolle großer Bargeldtransfers. Nach Angaben der EU-Kommission einigten sich Vertreter der EU-Mitgliedstaaten am Mittwochabend mit Vertretern des EU-Parlaments auf neue Regeln, die es Kriminellen erschweren sollen, ihre Aktivitäten zu finanzieren. BRÜSSEL - Zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wird es in der EU künftig schärfere Kontrollen großer Bargeldtransfers geben. (Wirtschaft, 24.05.2018 - 06:33) weiterlesen...

Brüssel zeigt Pläne für grüne Anlagen und gebündelte Euro-Anleihen. Zum einen will die Brüsseler Behörde nachhaltige Geldanlagen stärker fördern, im Gespräch war zuletzt etwa ein Label für grüne Finanzprodukte. Die Kommission will damit die Umsetzung der Pariser Klimaziele - Senkung des Treibhausgasausstoßes bis 2030 - fördern. Finanzkommissar Valdis Dombrovskis wird die Gesetzesvorstöße vorstellen. BRÜSSEL - Die EU-Kommission präsentiert am Donnerstag (gegen 12.00 Uhr) Vorschläge zur Förderung grüner Investments sowie für gebündelte Euro-Anleihen. (Boerse, 24.05.2018 - 06:08) weiterlesen...

Euro-Finanzminister beraten über Griechenland und EU-Reformen. Am vergangenen Wochenende hatten die Geldgeber aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Euro-Rettungsfonds ESM eine vorläufige Einigung mit der griechischen Regierung über derzeit laufende Reformen erzielt, die den Euro-Finanzministern nun vorgelegt werden soll. BRÜSSEL - Die Euro-Finanzminister werden am Donnerstag (15 Uhr) über die Umsetzung des Spar- und Reformprogramms in Griechenland diskutieren. (Wirtschaft, 24.05.2018 - 06:08) weiterlesen...

Medien: Badeverbote auf Mallorca wegen weiterer Quallen. Rote Flaggen seien am Mittwochnachmittag an Stränden der Viertel Can Pastilla und Molinar gehisst worden, berichteten Regionalzeitungen wie "Diario de Mallorca" übereinstimmend unter Berufung auf die Stadtverwaltung. Mindestens zwei lebende Exemplare der äußerst giftigen Quallenart Portugiesische Galeere (Physalia physalis) waren zuvor den Angaben zufolge im Wasser der Bucht von Palma gesichtet worden. PALMA - Auf Mallorca sind nach der Sichtung hochgiftiger Quallen Medien zufolge Badeverbote im Gebiet der Inselhauptstadt Palma verhängt worden. (Boerse, 23.05.2018 - 21:01) weiterlesen...