Regierungen, Deutschland

LONDON - Am Vorabend der Beisetzung von Queen-Gemahl Prinz Philip im April sollen Dutzende Mitarbeiter des britischen Premierministers Boris Johnson in dessen Amtssitz zwei Lockdown-Partys gefeiert haben.

14.01.2022 - 06:49:28

Queen trauert, Downing Street feiert: Bericht sorgt für Empörung. Wie die Zeitung "Daily Telegraph" in der Nacht zum Freitag berichtete, nahmen insgesamt etwa 30 Menschen daran teil. Es sei Alkohol getrunken und getanzt worden. Damals galten strenge Kontakt- und Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie. Die Queen musste wegen der Vorschriften am nächsten Tag ganz alleine in der Kapelle ihrer Residenz Windsor sitzen, als dort ihr Ehemann, mit dem sie 73 Jahre verheiratet war, bestattet wurde.

habe eine Abschiedsrede gehalten, um sich bei seinen Mitarbeitern zu bedanken, sagte eine Sprecherin. Auf weitere Details ging sie nicht ein. Laut "Telegraph" ging es bei der zweiten Verabschiedung um einen persönlichen Fotografen des Premiers. Mitte April 2021 waren strikte Abstandsregeln in Kraft, Mitglieder verschiedener Haushalte durften sich nicht in geschlossenen Räumen treffen.

Wie der "Telegraph" berichtete, war eine Beraterin Johnsons zeitweise für die Musik verantwortlich. In einem Koffer seien mehrere Flaschen Wein aus einem nahen Supermarkt als Nachschub geholt worden. Ein Teilnehmer habe im Garten von Johnsons Amtssitz die Schaukel von dessen Sohn genutzt und dabei kaputt gemacht. Die beiden anfangs separaten Veranstaltungen hätten sich gegen Mitternacht vermischt.

Kommentatoren werteten den Artikel im "Telegraph", der eigentlich als Hausblatt Johnsons gilt und für den der 57-Jährige früher selbst tätig war, als Teil des Machtkampfs um die Zukunft des Premiers. Johnson versucht seit Tagen mit aller Macht, Unterstützer um sich zu scharen. Sprechen sich 15 Prozent der 360 konservativen Abgeordneten gegen den Premier aus, kommt es in der Fraktion zur Misstrauensabstimmung.

@ dpa.de

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