Italien, Deutschland

LISSABON - Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat dringend vor einem Brexit ohne Vertrag gewarnt.

07.12.2018 - 20:23:24

Corbyn: Brexit ohne Vertrag 'um jeden Preis vermeiden'. "Er muss um jeden Preis von allen Beteiligten vermieden werden", sagte der Labour-Politiker am Freitagabend in Lissabon. Er lehnte den von der britischen Regierung ausgehandelten EU-Austrittsvertrag erneut ab. Wenige Tage vor der Abstimmung im britischen Parlament warb er für einen alternativen Plan, der Großbritannien nach dem Austritt viel enger an die Europäische Union binden würde.

Dazu gehöre eine "umfassende Zollunion mit der EU", in der London bei künftigen Handelsabkommen mitreden dürfe, sagte Corbyn beim Kongress der europäischen Sozialdemokraten. Hinzu kommen solle "eine neue, starke Beziehung zum Binnenmarkt", die "reibungslosen Handel" ermögliche. Dabei soll eine Migrationspolitik möglich sein, "die den Bedürfnissen unserer Wirtschaft entspricht". Bisherige EU-Standards bei Arbeit, Umwelt und Verbrauchschutz sollen als Sockel neuer Regelungen erhalten bleiben.

"Wir sind zuversichtlich, dass der Alternativplan von Labour eine Mehrheit im britischen Parlament bekommen, unser Land zusammenführen und die Blockade in den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zur EU lösen könnte", erklärte Corbyn.

Seine Vorschläge sind nicht ganz neu und lassen viele Fragen offen. Sie könnten aber einem Status ähneln, wie ihn heute Norwegen hat. Eine Abkehr vom Brexit befürwortete Corbyn nicht, obwohl er selbst beim Referendum 2016 für den Verbleib in der EU gestimmt habe: "Wir respektieren diese Entscheidung. Es ist unsere Aufgabe, das zu formen, was jetzt kommt." Labour werde in jedem Fall Mitglied der europäischen Sozialdemokraten bleiben: "Innerhalb oder außerhalb der Europäischen Union sind wir im tiefsten Innersten Internationalisten."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Devisen: Eurokurs bleibt unter 1,13 US-Dollar. Auslöser der Talfahrt in Europa waren sehr schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone. Zuletzt kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1298 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1302 (Donnerstag: 1,1387) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8848 (0,8782) Euro gekostet. NEW YORK - Der Eurokurs hat am Freitag seine Verluste aus dem europäischen Geschäft im späten US-Handel weitgehend gehalten und ist unter der Marke von 1,13 Dollar geblieben. (Boerse, 22.03.2019 - 20:51) weiterlesen...

«Neue Seidenstraße» - «Empfang wie für einen König»: Italiens Flirt mit China. Dort hofft man auf Milliarden aus dem fernen Osten - und schließt sich einem umstrittenen Projekt an. Roms Zentrum blockiert, fähnchenschwenkende Fans und ein Konzert mit Startenor: Mit viel Pomp und Aufsehen beginnt Chinas Präsident Xi seine Europatour in Italien. (Politik, 22.03.2019 - 20:34) weiterlesen...

Kreise: Allianz bietet auf Versicherungs-Sparten von BBVA NEW YORK - Der Versicherungskonzern Allianz SE auf die Sparten geboten, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. (Boerse, 22.03.2019 - 19:31) weiterlesen...

WDH: Große Anti-Brexit-Demo in London geplant (Wiederholung: Zu Beginn des 2. (Wirtschaft, 22.03.2019 - 18:53) weiterlesen...

Aktien Europa Schluss: Konjunktursorgen treiben Anleger in die Flucht. Negative Impulse kamen auch vom US-Anleihenmarkt: Erstmals seit der schweren Finanzkrise 2007 fiel am Freitag der Zins für zehnjährige US-Staatsanleihen unter jenen für dreimonatige Geldmarktpapiere. Das wird von einigen Fachleuten als Rezessionssignal gesehen. All dies habe neue Ängste vor einer schrumpfenden Weltwirtschaft geschürt, hieß es im Handel. PARIS/LONDON - Enttäuschende Konjunkturdaten haben den Anlegern an Europas wichtigsten Aktienmärkten den Wochenschluss verhagelt. (Boerse, 22.03.2019 - 18:33) weiterlesen...

Kampf gegen den Klimawandel: Macron hält EU-Kurs für unzureichend. Die am Freitag beim EU-Gipfel verabschiedete Erklärung zum Thema sei "äußerst unzulänglich" und lediglich der am "wenigsten schlimmste" Kompromiss, sagte Macron bei der Abschlusspressekonferenz in Brüssel. Man stehe weder klar zu den bei der Pariser Klimakonferenz im Jahr 2015 gegebenen Zusagen, noch reagiere man auf die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die "legitime Ungeduld" der Jugend, die sich jede Woche bei den Klimaprotesten in den Hauptstädten zeige. Die EU müsse bei dem Thema aufwachen, forderte Macron. BRÜSSEL - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wirft den EU-Partnern mangelndes Engagement im Kampf gegen den Klimawandel vor. (Wirtschaft, 22.03.2019 - 17:54) weiterlesen...