Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Regierungen, Griechenland

LESBOS / ATHEN - Am Tag vier nach dem Großbrand, der das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos zerstört hat, bleibt die Situation auf der Insel angespannt und unübersichtlich.

12.09.2020 - 18:16:27

Situation auf Lesbos bleibt angespannt - Unruhen und Tränengas. Dem griechischen Staatsradio zufolge konnten am Samstagnachmittag die ersten Migranten ein neues, provisorisches Zeltlager beziehen. Doch Tausende stehen weiterhin buchstäblich auf der Straße. Brandenburg hat Hilfslieferungen unter anderem von Feldbetten angekündigt. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz lehnte unterdessen eine Aufnahme von Migranten erneut kategorisch ab.

Im Laufe des Samstags kam es auf Lesbos immer wieder zu spontanen Demonstrationen von Migranten und in der Folge auch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Migranten warfen mit Steinen, die Polizei setzte Tränengas ein, wie Bilder im griechischen Fernsehen zeigten. Auch seien von den ehemaligen Lagerbewohnern entlang der Straße immer wieder Feuer entzündet worden, berichtete die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA. Inmitten der Auseinandersetzungen und ohne eine Chance, ausweichen zu können: Kinder, Familien mit Kleinkindern und alte Menschen.

Die Zusammenstöße spielen sich entlang jenes Straßenabschnitts ab, auf dem viele Migranten nach dem Brand gestrandet sind und der nun in beide Richtungen von der Polizei abgesperrt wurde. Die Beamten versuchen, die Menschen daran zu hindern, in die Inselhauptstadt Mytilini zu gelangen. Stattdessen sollen sie in einem neuen, provisorischen Zeltlager untergebracht werden, das seit Freitag auf einem ehemaligen militärischen Schießübungsplatz errichtet wird.

Die ersten Menschen sollen dort nun schon aufgenommen worden sein, berichtete das griechische Staatsradio. Sie würden registriert und sofort einem Corona-Schnelltest unterzogen. Vor dem Brand am Mittwoch waren bereits 35 Migranten positiv auf das Coronavirus getestet worden, im anschließenden Chaos konnten sie aber nicht mehr ausfindig gemacht werden. Die Insel-Onlinezeitung "Sto Nisi" berichtete, dass am Samstag ein 20 Tage altes Baby einer Migranten-Familie aus Afghanistan mit starken Symptomen im Inselkrankenhaus positiv auf Corona getestet und mit seiner Mutter nach Athen in ein Krankenhaus gebracht worden sei.

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) kündigte am Samstag im RBB-Inforadio an, jeweils 500 Feldbetten, Schlafsäcke und Wolldecken sowie zehn Stromerzeuger nach Lesbos zu liefern. Zudem bleibe es bei der Zusage, dass über 40 Familien mit kranken Kindern nach Brandenburg kommen könnten, sagte Stübgen. Darüber hinaus seien die Möglichkeiten der Hilfe aber begrenzt.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz bekräftigte indes trotz politischen Drucks das Nein seiner Regierung zu einer Aufnahme von Menschen aus dem abgebrannten Lager. "Wenn wir diesem Druck jetzt nachgeben, dann riskieren wir, dass wir dieselben Fehler machen wie im Jahr 2015", sagte der konservative ÖVP-Politiker am Samstagmorgen in einer Videobotschaft auf Facebook. In der damaligen Flüchtlingskrise hätten die "schrecklichen" Bilder von Migranten am Bahnhof in Budapest dazu geführt, dass die europäische Politik dem Druck nachgegeben habe. Dann hätten sich mehr Menschen auf den Weg nach Mitteleuropa gemacht, erklärte Kurz.

Das Flüchtlingslager Moria war am Mittwoch nach Unruhen und Brandstiftungen fast völlig abgebrannt. Über Nacht wurden dadurch rund 12 000 Menschen obdachlos. Die Migranten wollen nicht in ein neues Lager gebracht werden, sondern weg von der Insel. Auch die Anwohner wehren sich gegen die Errichtung einer neuen Unterkunft.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Corona-Ausbruch in Hamburger Bar - Gesundheitsämter suchen Kontakte. Bislang sind aus dem Umfeld der Bar "Katze" acht Corona-Infektionen bekannt, wie eine Sprecherin der Sozialbehörde am Freitag in Hamburg sagte. Vier Infizierte gehören zum Personal der Bar im Hamburger Schanzenviertel. HAMBURG - Nach dem Corona-Ausbruch in einer Hamburger Bar sind die Gesundheitsämter weiter auf der Suche nach Betroffenen und deren Kontakten. (Boerse, 18.09.2020 - 13:26) weiterlesen...

Zahl der Corona-Neuinfektionen im Iran drastisch gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden seien über 3000 neue Fälle registriert worden, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari am Freitag. Seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar haben sich insgesamt 416 198 Iraner mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Corona-Toten im Land liegt aktuell bei fast 24 000, so die Sprecherin im Staatsfernsehen. TEHERAN - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Iran ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums drastisch gestiegen. (Wirtschaft, 18.09.2020 - 13:23) weiterlesen...

Hessen hebt Corona-Besuchsbeschränkungen für Altenheime auf. Es werde ab Ende September keine verbindlichen Vorgaben des Landes zur Dauer und Anzahl der Besuche mehr geben, teilten Staatskanzlei und Sozialministerium am Freitag in Wiesbaden mit. Maßgeblich seien nun die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen. WIESBADEN - Hessen hebt die coronabedingten allgemeinen Besuchsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime auf. (Wirtschaft, 18.09.2020 - 13:22) weiterlesen...

Heftiger Streit über Lage in Belarus im UN-Menschenrechtsrat. UN-Experten erklärten, Tausende Demonstranten seien festgenommen worden und es gebe Hunderte Berichte über Folter. Es sei entscheidend für die Zukunft des Landes, diesen Kreis wachsender Unterdrückung und Gewalt zu beenden, sagte die stellvertretende UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Nada Al-Nashif, am Freitag in Genf. GENF - In einer Dringlichkeitsdebatte des UN-Menschenrechtsrats zur Lage in Belarus haben Diplomaten das Vorgehen der Regierung gegen die Opposition scharf verurteilt. (Wirtschaft, 18.09.2020 - 13:19) weiterlesen...

Corona-Lockdown in Israel begonnen. Die Menschen in dem Land müssen sich in den kommenden drei Wochen erneut auf starke Einschränkungen einstellen. Die Maßnahme soll die Zahl der Corona-Fälle in dem Land eindämmen - die täglichen Neuinfektionen waren zuletzt wiederholt auf Rekordwerte gestiegen. Experten hatten im Sommer unter anderem kritisiert, Lockerungen seien verfrüht vorgenommen worden. Die Opposition kritisiert den Kurs der Regierung scharf und wirft ihr Versagen vor. Die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. TEL AVIV - In Israel hat am Freitag der zweite landesweite Corona-Lockdown offiziell begonnen. (Wirtschaft, 18.09.2020 - 13:19) weiterlesen...

Arbeitsschutzkontrollgesetz: Fleischwarenindustrie fordert Öffnung. Die ab 2021 geltenden Regeln sollen nach den massenhaften Corona-Infektionen in Schlachthöfen und Zerlegebetrieben den Einsatz von Leih- und Zeitarbeitnehmern unterbinden. Verbandspräsidentin Sarah Dhem sieht ihre etwa 120 Verbandsmitglieder, darunter zahlreiche Wurstproduzenten, zu Unrecht mit den großen Schlacht- und Zerlegebetrieben in einen Topf geworfen. "Uns verbindet nur das Wort 'Fleisch'", sagte Dhem am Freitag gegenüber Journalisten. Ihr Verband vertritt 120 der etwa 200 Betriebe der Branche. BONN - Der Bundesverband der deutschen Fleischwarenindustrie fordert von der Politik Änderungen beim Arbeitschutzkontrollgesetz. (Boerse, 18.09.2020 - 13:19) weiterlesen...